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Startseite » TFF-Präsident Haciosmanoglu antwortet erstmals auf Rücktrittsforderung nach WM-Aus der Türkei
Türkei & Legionäre 25. Juni 2026

TFF-Präsident Haciosmanoglu antwortet erstmals auf Rücktrittsforderung nach WM-Aus der Türkei

Von Gazetefutbol44 Minuten Lesezeit
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TFF-Präsident Haciosmanoglu antwortet erstmals auf Rücktrittsforderung nach WM-Aus der Türkei
Foto: IHA

Das frühe Ausscheiden der türkischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 sorgt weiterhin für mächtige Turbulenzen im türkischen Fußballverband. Nach dem enttäuschenden Turnierverlauf und dem vorzeitigen Abschied aus dem Turnier gerät insbesondere der TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu massiv unter Druck. In einem exklusiven und hochemotionalen Auftritt auf dem YouTube-Kanal von Bahar Feyzan stellte sich der Verbandschef nun erstmals direkt der alles entscheidenden Frage nach seiner sportlichen Zukunft und reagierte mit deutlichen Worten auf die heftige Kritik der vergangenen Tage.

„Ich habe aus Wut zwei Tage und zwei Nächte geweint“

Der TFF-Vorsitzende ließ tief in sein Seelenleben blicken und machte aus seiner persönlichen Enttäuschung über das bittere WM-Aus keinen Hehl. Das Scheitern der Mannschaft habe ihn emotional extrem mitgenommen. „Glauben Sie mir, ich habe vor Wut zwei Tage und zwei Nächte lang geweint. Es sind Dinge passiert, die einfach nicht zu fassen sind“, gab Haciosmanoglu offen zu. Er verwies dabei auf die unglücklichen Spielverläufe, die aus seiner Sicht fast schon historisch anmuteten. Die Nationalmannschaft habe in zwei Partien sage und schreibe 65 Schüsse abgegeben und einen Ballbesitz von 80 Prozent vorweisen können. Dennoch habe das nötige Quäntchen Glück gefehlt, da unter anderem vier Bälle am Pfosten landeten. „Wenn nur einer dieser Bälle reingegangen wäre und wir die USA geschlagen hätten, würden wir unseren Weg jetzt noch fortsetzen“, bilanzierte der Verbandspräsident sichtlich frustriert.

TFF-Präsident Haciosmanoglu antwortet erstmals auf Rücktrittsforderung nach WM-Aus der Türkei
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Hacıosmanoğlu lehnt Rücktritt vehement ab

Trotz der sportlichen Enttäuschung und den laut gewordenen Rufen nach personellen Konsequenzen an der Verbandsspitze denkt der TFF-Boss überhaupt nicht an einen geordneten Rückzug. Auf die konkrete Frage, ob er von seinem Amt zurücktreten werde, entgegnete er absolut unmissverständlich: „Warum sollte ich zurücktreten? Bin ich etwa ein Vereinspräsident oder ein Trainer? Wir haben noch sehr viel Arbeit vor uns.“ Der Verbandschef stellte sich damit schützend vor das Projekt und die langfristige Entwicklung. Gleichzeitig zeigte er sich bezüglich der anhaltenden Kritik an den teils sehr jungen Akteuren im Kader gesprächsbereit, aber auch bestimmt. „Diese 19- bis 20-jährigen jungen Spieler sollen ruhig weiter kritisiert werden. Ich habe mich bereits 50 Mal entschuldigt“, so Haciosmanoglu weiter im Gespräch mit der Journalistin Bahar Feyzan.

Scharfe Reaktionen auf Ahmet Çakar und der Appell an den Justizminister

Ein zentraler Streitpunkt der letzten Tage waren die heftigen Entgleisungen in den türkischen Medien. Insbesondere die harten Worte des bekannten TV-Kommentator Ahmet Cakar, der die Nationalspieler verbal scharf attackiert hatte, veranlassten den TFF-Präsidenten zu einem außergewöhnlichen Schritt. Er erklärte in dem Interview auch, warum er sich in diesem Zusammenhang direkt an Justizminister Akın Gürlek gewandt habe. Ahmet Cakar habe inakzeptable Formulierungen gewählt, die die Familien der Spieler verletzten. „Ich habe mich selbst in die Schusslinie geworfen, damit sie mich angreifen und die Kinder in Ruhe lassen“, rechtfertigte Haciosmanoglu seinen Vorstoß. Er fügte hinzu, dass er, wenn er ein listiger Mensch wäre, sich einfach mit der Ausrede ‚Ich habe mein Bestes getan‘ aus der Affäre gezogen hätte. Für ihn stehe der Schutz der Mannschaft an oberster Stelle. „Was bedeuten solche Beleidigungen überhaupt? Haben diese Kinder etwa Spiele verkauft? Das ist der Grund für meine heftige Reaktion. Ansonsten steht es den Leuten natürlich frei, uns sachlich zu kritisieren“, stellte der Verbandsoffizielle klar.

„Die Gegner haben uns nicht an die Wand gespielt“

Der TFF-Präsident verteidigte die Leistung der Mannschaft auf dem Platz vehement gegen den Vorwurf des spielerischen Offenbarungseids. Das Aus bei der Weltmeisterschaft sei unglücklich und absolut unverdient gewesen. Er betonte ausdrücklich, dass die gegnerischen Teams die Türkei keineswegs dominiert hätten. Wenn dem so gewesen wäre, gäbe es laut dem Verbandschef nichts zu sagen, doch die Statistik spreche eine andere Sprache. Viele Kritiker agierten schlicht bösartig und hätten bereits nach der allerersten Niederlage sofort mit gnadenlosen Angriffen auf die Mannschaft begonnen, anstatt die historische Entwicklung zu sehen. Schließlich sei es genau dieses Team gewesen, das den Aufstieg geschafft habe. „Zum ersten Mal in der Geschichte sind sie in die A-Liga aufgestiegen. Früher haben wir gegen kleinere Teams und Länder gespielt, jetzt spielen wir gegen die Großen“, erinnerte Haciosmanoglu an die jüngsten Erfolge. Im kommenden September warte mit den Partien gegen Frankreich, Italien und Belgien die absolute Elite des Weltfußballs. „Wer hat uns dorthin gebracht? Es waren genau diese Spieler“, so der TFF-Präsident abschließend.

Ibrahim Haciosmanoglu Milli Takim TFF Türkei Türkische Nationalmannschaft WM 2026

4 Kommentare

  1. efsane07 Am 25. Juni 2026 22:42

    Wenn ich an bestimmte Fussballnationen denke, dann fällt mir dazu eine bestimmte Spielweise, Philosophie und Kultur ein wie Deutschland ist eine Maschine, egal wen sie ein oder auswechseln die Maschine läuft. Bei Brasilien denke ich an Fussballästhetik, da kann man hohe Technik mit Hacke, Spitze, 1 2 3 sehen.

    Bei Italien denke ich an Catenaccio, sprich ein kompromissloses, extrem defensiv ausgerichtetes Spielsystem, bei Holland an Totaalvoetbal, sprich an ein revolutionäres taktisches System, bei dem kein Feldspieler an eine feste Position gebunden ist.

    Bei der türkischen NM hingegen fällt mir auf Anhieb keine Spielphilosophie ein, wofür steht denn der türkische Fussball auf der Welt, das ist doch mal eine interessante Frage die man beantworten sollte.

    Ich kann das ganze nur grob umschreiben und zwar folgendermaßen…..

    Der türkische Fussball definiert sich ausnahmslos über Emotionen, so quasi nach 65 Torschüssen geht mal per Zufall einer rein und wir gewinnen am Ende eventuell 1:0, das ist alles mehr fällt mir dazu nicht ein oder könnt ihr den türkischen Fussball ein wenig besser umschreiben, also ich kanns beim besten Willen nicht und das hat ja nichts mit einer Spielphilosophie oder Fussballkultur zu tun oder?

    Zum Antworten anmelden
  2. eastanbul Am 25. Juni 2026 22:31

    Wenn ich noch einmal den scheiß mit den 65 Schüssen höre…

    Man kann auch 100 mal schießen, man muss schon das Tor treffen.

    Der redet so, als seien alle Türken dumm und nehmen das als Erfolg.

    Zum Antworten anmelden
  3. Avatar-Foto
    Tarihi Galatasaray yazar Am 25. Juni 2026 19:38

    Das UEFA-Finanzkontrollgremium für Klubs (FKKK) verhängte Fenerbahçe eine Geldstrafe in Höhe von 7,5 Mio. Euro und erteilte eine Mahnung hinsichtlich der finanziellen Disziplin.

    Die UEFA stellte fest, dass bei den Verträgen mit Jose Mourinho und Diego Carlos die Ausgabenlimits überschritten wurden und erkannte zudem Verstöße gegen die Vorgaben beim Transfer von Kerem Aktürkoğlu.

    Fenerbahçe muss sich nun für 3-4 Saisons über einen Plan mit der UEFA einigen.

    Es wird erwartet, dass ein Teil der Strafe in Höhe von 2 Mio. Euro fest verhängt wird, während der verbleibende Betrag von 5,5 Mio. Euro aufgeschoben wird.

    Wenn Fenerbahçe in den nächsten 3-4 Finanzjahren die von der UEFA verhängten Auflagen einhält, bleibt dieser aufgeschobene Teil auf dem Vereinskonto. Andernfalls wird auch dieser Betrag von den europäischen Einnahmen abgezogen.

    Yetiş Hacıosmanoğlu…

    Zum Antworten anmelden
    • Fair Play Am 25. Juni 2026 20:01

      Als hätte die Şike-Sperre nicht gereicht. Nun auch noch das. Das ist ein zusätzlicher Image-Schaden für den türkischen Fußball. Die TFF sollte ebenfalls eine Sperre verhängen.

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