Vor dem mit Spannung erwarteten Auftaktspiel in der Gruppe 1 der UEFA Nations League A hat sich Mittelfeldakteur Salih Özcan auf der offiziellen Pressekonferenz gewohnt heimatverbunden und ambitioniert gezeigt. Die türkische Nationalmannschaft empfängt im Stadion von Kocaeli das Star-Ensemble aus Frankreich. Der 28-jährige Sechser stellte dabei unmissverständlich klar, dass die Mannschaft nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft den Blick stur nach vorne richtet: „Wichtig ist, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Den ersten Schritt wollen wir hoffentlich morgen machen.“
Die kollektive Enttäuschung nach dem Turnier sei im Lager der Rot-Weißen zwar tief gesessen, der Glauben an die eigene Stärke sei jedoch ungebrochen. „Wir waren sehr traurig. Wir haben an die Mannschaft geglaubt. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist gut. Ich denke, dass wir eine qualitativ starke Mannschaft sind“, betonte Özcan gewohnt selbstbewusst im Hinblick auf den Neustart in der europäischen Eliteklasse.
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Persönliche Achterbahnfahrt und Fehlereingeständnis
Auf seine eigene sportliche Achterbahnfahrt der jüngeren Vergangenheit angesprochen, blickte der Mittelfeldstratege selbstkritisch und zugleich voller Zuversicht auf die vergangenen Monate zurück. Trotz phasenweise geringer Einsatzzeiten verlor der Profi nie den Glauben an die eigene Leistungsfähigkeit. „Auch als ich nicht zum Einsatz kam, habe ich weiterhin an mich geglaubt und weitergearbeitet. Unser Trainer hat ebenfalls hinter mir gestanden“, stellte Özcan klar. Nach seinem Wechsel zu Besiktas verlief die Eingewöhnung sportlich weitgehend positiv: „Bei Besiktas läuft es in den ersten Spielen gut, hoffentlich geht es so weiter. Ich fühle mich gut. Ich vertraue der Mannschaft.“

Einen bitteren Rückschlag im Vereinsalltag verschwieg der Nationalspieler dabei keineswegs und übernahm im Pressegespräch die volle Verantwortung für die jüngste Niederlage gegen Amed Sportif Faaliyetler. „Man kann sagen, dass wir das Spiel gegen Amedspor auch wegen mir verloren haben. Beim letzten Gegentor habe ich einen Fehler gemacht. Solche Dinge können passieren. Jetzt stehen wichtige Spiele bevor. Mental bin ich in einer guten Verfassung“, analysierte der Mittelfeldakteur reflektiert.

Humorvoller Blick auf die Trainer-Konstellation
Für Erheiterung im Presseraum sorgte die Frage nach seiner Zusammenarbeit mit italienischen Trainern. Sowohl in der Nationalmannschaft unter Vincenzo Montella als auch bei seinem Klub Besiktas unter Vincenzo Italiano steht der gebürtige Kölner unter der Regie italienischer Taktikexperten. Özcan kommentierte diesen Umstand schmunzelnd: „Langsam lerne ich wohl Italienisch.“
Matchplan gegen Frankreich: Geschwindigkeit neutralisieren
Mit Blick auf die anstehende Herkulesaufgabe gegen den zweifachen Weltmeister Frankreich hat der Sechser eine klare Marschroute für die eigene Elf vorgegeben. Die Offensive der Gäste verlangt der türkischen Hintermannschaft alles ab, weshalb defensive Disziplin das oberste Gebot darstellt. „Zunächst einmal müssen wir auf die offensiven Spieler achten. Wir müssen ihre Geschwindigkeit frühzeitig neutralisieren. Wir dürfen keine einfachen Fehler machen und müssen in den Zweikämpfen erfolgreich sein. Wenn wir das schaffen, hoffe ich, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen“, gab Özcan die taktischen Leitplanken vor.
Dass bei den Franzosen mit Rekordlegende Zinedine Zidane promiente Verstärkung an der Seitenlinie steht, sorgt im Lager der Türken für keinerlei Nervosität. Özcan wiegelte entsprechende Nachfragen gelassen ab: „Dass Zidane dort ist, setzt uns nicht unter Druck. Wir konzentrieren uns auf uns selbst.“



