Bei Galatasaray wachsen kurz vor dem Start der neuen Spielzeit die Sorgenfalten. Der amtierende viermalige Champion der Trendyol Süper Lig trennte sich im heimischen RAMS Park im Testspiel vom französischen Erstligisten FC Stade Rennes mit einem späten 3:3-Unentschieden. Trotz zweimaliger Führung reichte es für die Gelb-Roten erneut nicht zu einem vollen Erfolg, wodurch die Mannschaft aus den vergangenen vier Vorbereitungspartien lediglich einen einzigen Sieg einfahren konnte. Neben der anfälligen Hintermannschaft sorgt vor allem die schleppende Kaderplanung für erhebliche Unruhe im Umfeld.
Verpatzte Generalproben und lautstarke Kritik an Präsident Dursun Ozbek
Vor heimischer Kulisse brachten Topstar Victor Osimhen, Gabriel Sara und Baris Alper Yilmaz die Hausherren zwar mehrfach in Front, doch ein Dreierpack von Rennes-Angreifer Esteban Lepaul deckte die defensiven Abstimmungsprobleme schonungslos auf. Die Bilanz der Sommervorbereitung liest sich ernüchternd: Neben dem deutlichen 5:1-Erfolg gegen Ümraniyespor stehen Niederlagen gegen den AC Monza mit 0:2 und Venezia FC mit 0:3 sowie das Remis gegen die Franzosen zu Buche. Bei insgesamt neun Gegentoren in vier Testspielen machten die Fans auf den Rängen ihrem Unmut Luft und forderten mit lautstarken Sprechchören gegen Präsident Dursun Ozbek neue Verstärkungen für das Team.

Okan Buruk beschwichtigt die Gemüter: „Werden Schwachstellen beseitigen“
Nach der torreichen Begegnung stellte sich Cheftrainer Okan Buruk beim Sender S Sport den Fragen der Medien und bat die Anhängerschaft um Geduld. „Wir befinden uns mitten in der Saisonvorbereitung. Viele Mannschaften wählen in Testspielen zunächst leichtere Gegner, aber wir haben bewusst starke und anspruchsvolle Gegner ausgesucht. Rennes ist ebenfalls eine starke Mannschaft. Gegen sie zu spielen ist nicht einfach. Auch wir befinden uns noch im Vorbereitungsprozess. Vielleicht wird das Spiel gegen Villarreal ein echter Gradmesser für uns sein“, analysierte der Cheftrainer sachlich und verwies auf den aktuellen Fitnesszustand, da seine Profis noch keineswegs bei hundert Prozent sein könnten.
Direkt auf die Fan-Kritik und den schleppenden Transferverlauf angesprochen, warb der Coach um Vertrauen in das Management. „Wir haben darüber bereits oft gesprochen – die Situation ist völlig klar. Natürlich werden wir Transfers tätigen. Ich sage es, unser Präsident sagt es und auch unsere Funktionäre sagen es. Wir sind uns alle einig, dass wir neue Spieler verpflichten werden. Unsere Fans haben völlig recht, sie möchten, dass die Neuzugänge so schnell wie möglich kommen. Daran wird intensiv gearbeitet“, betonte der Trainer energisch. Er ergänzte, dass man auf der Suche nach echter Qualität sei: „Galatasaray verfügt bereits über einen qualitativ sehr starken Kader. Diesen gilt es mit weiteren guten Spielern zu verstärken. Unser Ziel ist es, erneut hochklassige Spieler zu verpflichten. Unsere Fans sollen sich keine Sorgen machen – wir werden unsere Schwachstellen beseitigen. Daran sollte niemand zweifeln. Wir werden wieder stark in die Saison starten. In der Champions League werden wir auf hohem Niveau spielen. Das verspreche ich unseren Fans.“

Spieler-Stimmen zum Vorbereitungsstand und den ausstehenden Neuzugängen
Auch die Protagonisten auf dem Spielfeld zeigten sich selbstkritisch, blickten jedoch optimistisch auf die kommenden Aufgaben im Kampf um die fünfte Meisterschaft in Serie. Mittelfeldakteur Gabriel Sara ordnete den Leistungsstand realistisch ein: „Ich bin niemals vollkommen zufrieden und möchte mich immer weiter verbessern. Ich strebe stets nach mehr. Es gibt Dinge, die wir korrigieren müssen, aber insgesamt bin ich dennoch zufrieden. Das Thema Transfers liegt nicht in meiner Hand, und ich weiß darüber auch nicht viel. Aber Transfers wird es auf jeden Fall geben.“
Abwehrspieler Kazimcan Karatas, der nach einer Leihphase wieder um seinen Platz im Kader kämpft, unterstrich das vertrauensvolle Verhältnis zum Trainerstab und seinen Ehrgeiz für die neue Spielzeit. „Immer wenn mir unser Trainer eine Aufgabe gibt, versuche ich bereit zu sein. Unser Trainer schenkt mir großes Vertrauen, und ich möchte dieses Vertrauen auf dem Platz rechtfertigen. Wir verdienen nur das Beste, denn wir sind die Besten! Wir freuen uns auf den Kampf um den fünften Meistertitel in Folge. Ich habe es vermisst, wieder das Trikot von Galatasaray zu tragen, und ich werde es auch weiterhin tragen. Ich werde hart arbeiten“, versprach der Abwehrspieler abschließend.

