Im Rahmen des Sommer-Trainingslagers in Österreich hat Galatasaray einen erneuten Dämpfer hinnehmen müssen. Im Hofmann Personal Stadion unterlag der amtierende türkische Meister dem italienischen Zweitligisten Venezia FC deutlich mit 0:3. Nach den Treffern von John Yeboah in der 71. Minute sowie einem Doppelpack von Lion Lauberbach in der 75. Minute und in der Nachspielzeit (90.+2) blieben die Gelb-Roten chancenlos. Zu allem Überfluss vergab Baris Alper Yilmaz in der 90. Minute noch einen Elfmeter für die Istanbuler. Damit kassierte das Team nach der vorangegangenen 0:2-Niederlage gegen den AC Monza (0:2) bereits die zweite Pleite der Vorbereitung. Im Anschluss nahm Cheftrainer Okan Buruk ausführlich Stellung zur aktuellen Verfassung und den lautstarken Transferforderungen des Anhangs.
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Einordnung der Ergebnisse: Physische Belastung im Vordergrund
Der Übungsleiter warnte davor, die bisherigen Testspielergebnisse überzubewerten, da die Vorbereitung nach wie vor von physischer Belastung und der schrittweisen Rückkehr der Nationalspieler geprägt sei. „Wir befinden uns mitten in der Saisonvorbereitung. Deshalb sollte man sich nicht zu sehr an den Ergebnissen orientieren. Unsere Nationalspieler sind erst seit sieben Tagen wieder bei der Mannschaft. Eigentlich war es sogar noch zu früh, ihnen Einsatzzeit zu geben. Sie wollten jedoch unbedingt spielen. Ursprünglich hatten wir überlegt, sie bereits nach 45 Minuten auszuwechseln, letztlich haben wir sie nach 60 Minuten vom Platz genommen“, erklärte Buruk schützend. Zudem fehlten der Mannschaft wichtige Aktionen in der Offensive: „Uns fehlen Läufe in die Tiefe. Gegen Mannschaften, die Mann gegen Mann verteidigen, braucht man Spieler mit genau diesen Qualitäten. Nachdem Gabriel Sara eingewechselt wurde, hat er ein oder zwei solcher Läufe gezeigt.“

Erhöhte Trainingsintensität vor der Rückkehr in die Türkei
Die verbleibenden Tage in Österreich möchte das Trainerteam nutzen, um den physischen Zustand weiter zu verbessern, ehe der nächste Härtetest wartet. „Diese Woche ist für uns eine Übergangswoche. Wir bleiben noch drei Tage hier und werden die Trainingsintensität weiter erhöhen. Danach kehren wir in die Türkei zurück. Vor dem Spiel gegen Rennes werden wir die Belastung wieder etwas reduzieren, damit wir optimal vorbereitet in diese Partie gehen können. Das Wichtigste ist, dieses Trainingslager ohne Verletzungen zu überstehen. Unabhängig von den Ergebnissen bieten uns diese Spiele außerdem die Möglichkeit, unsere Kaderstruktur besser zu beurteilen“, führte der Coach weiter aus.
Mängel in der Defensive: Einfache Torchancen zugelassen
Trotz aller Belastung sparte der Trainer nicht mit Kritik an den defensiven Nachlässigkeiten seiner Mannschaft, die zu den Gegentoren führten. „Der wichtigste Punkt, den wir analysieren müssen, ist die Tatsache, dass wir heute viel zu einfache Torchancen zugelassen haben. Natürlich spielen Müdigkeit und die hohe Trainingsintensität dabei eine Rolle. Trotzdem müssen wir insbesondere an unserem Defensivverhalten und der richtigen Positionierung arbeiten. Schon zu Beginn und am Ende des Spiels haben wir gesehen, wie leicht wir dem Gegner Möglichkeiten ermöglicht haben. Auf diesem Niveau darf das nicht passieren. Das werden wir genau analysieren“, mahnte Buruk konsequent. Er schloss ab: „Diese Testspiele dienen vor allem unserer körperlichen Entwicklung. Natürlich wollen wir jedes Spiel gewinnen – auch solche Vorbereitungsspiele. In den vergangenen beiden Partien konnten wir allerdings weder spielerisch noch ergebnistechnisch überzeugen. Das ist uns vollkommen bewusst.“

Transfers sind kein Supermarkt-Einkauf: Buruk wirbt um Geduld
Mit Blick auf die ausstehenden Kaderverstärkungen und die Kritik der Fans an der bisherigen Transferausbeute fand der Übungsleiter deutliche Worte zur Komplexität des Transfermarktes. „Unser Präsident, der Vorstand und wir alle hätten natürlich gerne alle Transfers schon vor dem Trainingslager abgeschlossen. Dass dadurch jetzt Druck entsteht, freut uns selbstverständlich nicht“, gab der Coach ehrlich zu. Er verdeutlichte das Prozedere: „Ich sage es immer wieder: Transfers funktionieren nicht wie ein Einkauf im Supermarkt, bei dem man einfach sagt: ‚Ich nehme diese drei Spieler mit.‘ Man muss sowohl den Spieler als auch seinen Verein überzeugen. Außerdem müssen die Spieler die Qualität besitzen, die wir uns vorstellen. Hinzu kommt, dass die Ablösesummen im Weltfußball inzwischen enorme Höhen erreicht haben. Es werden Transfers im Bereich von 100 oder sogar 120 Millionen Euro abgeschlossen.“
Verstärkungen angekündigt: Spitzenqualität erfordert Zeit
Abschließend versicherte der Cheftrainer den Anhängern von Galatasaray, dass die Verantwortlichen im Hintergrund intensiv an hochkarätigen Neuzugängen arbeiten. „Ich möchte, dass jeder das weiß: Wir werden Transfers tätigen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, diese so schnell wie möglich abzuschließen. Wir werden gute Spieler verpflichten. Uns ist bewusst, dass wir unseren Kader noch verstärken müssen“, versprach Buruk nachdrücklich. Der Trainer bekräftigte: „Dass Druck von außen entsteht, ist völlig normal. Auch die Kritik unserer Fans ist nachvollziehbar. Trotzdem werden wir unsere Transfers realisieren. Dafür braucht es allerdings Geduld. Am wichtigsten ist, dass wir die richtigen Spieler verpflichten. Natürlich möchten wir die Neuzugänge so schnell wie möglich präsentieren. Entscheidend ist aber nicht der Zeitpunkt, sondern die Qualität der Verpflichtungen. Bei absoluten Topspielern muss man manchmal warten. Wenn man Spieler der Eliteklasse verpflichten möchte, braucht ein solcher Transfer eben Zeit und ist alles andere als einfach.“



1 Kommentar
Stand jetzt sehe ich kaum einen Spieler der bereit ist für die neue Saison. Am ehesten sogar würde ich Jankat und Berat Lus nennen, ansonsten hat mir wirklich keiner gefallen nach den 3 Testspielen.
Eigentlich müssten jetzt bei Okan Buruk und dem gesamten Vorstand die Alarmglocken läuten und die Durchführung der Transfers beschleunigt werden. Wenn man gegen Rennes kein Pfeifkonzert erleben möchte, dann sollte man schleunigst zu sehen, dass qualitativ gute Spieler verpflichtet werden.
Man hat bis Sonntag Zeit irgendeinen Neuzugang zu präsentieren, was ich aktuell einfach nicht für realistisch halte mit dem Vorstand.
Ich mag mir nicht vorstellen was passiert, wenn wir zu Hause mit einem 0-3 unter die Räder kommen, dann gibt es nach Abpfiff aber so richtig Probleme. Deswegen kann ich Dursun Özbek nur warnen, mach die verdammten Transfers und provoziere nicht deine eigenen Fans!