Selbstbewusstsein vor dem Königsklassen-Auftakt: Okan Buruk vertraut seinen Spielern in Lissabon
Am ersten Spieltag der UEFA Champions League steht Galatasaray vor einer anspruchsvollen Auswärtsaufgabe bei Sporting Lissabon. Vor der Begegnung im Jose-Alvalade-Stadion sprach Cheftrainer Okan Buruk auf der offiziellen Pressekonferenz über die Personallage und die Siegeschancen der Gelb-Roten. „Die Champions League beginnt. Natürlich ist das ein Wettbewerb, von dem sowohl Trainer als auch Fußballer und vielleicht viele Fußballer und Trainer auf der ganzen Welt träumen und bei dem sie dabei sein möchten. Hier werden wir unser erstes Spiel bestreiten. Wir treffen auf eine sehr gute Mannschaft. Im vergangenen Jahr standen sie im Viertelfinale. Sie haben vier Spiele im eigenen Stadion gewonnen. Abgesehen von Arsenal gab es kein Spiel, das sie zu Hause nicht gewonnen haben. Natürlich gab es Veränderungen im Kader, sie haben wichtige Spieler verloren, aber ich denke, dass die Spieler, die an deren Stelle spielen, und diejenigen, die in dieser Saison begonnen haben, ebenfalls sehr gut sind. Sie verfügen über einen sehr guten Kader und spielen sehr guten Fußball“, urteilte der 52-jährige Uebungsleiter. Wie aus einem Bericht von GazeteFutbol hervorgeht, blickt der Coach der Herausforderung dennoch optimistisch entgegen.
Detaillierte Analyse und Vertrauen in den Kader
Der Coach hob hervor, dass man den Gegner intensiv studiert habe, um taktisch bestmöglich vorbereitet zu sein. „Sie haben fünf Spiele absolviert. Natürlich haben wir anhand dieser Partien unsere Analysen vorgenommen. Wir können sehen, wie gut Sporting ist, wie beweglich die Mannschaft spielt, welche Qualität sie in ihrem Spiel besitzt und wie schnell sie vor das gegnerische Tor kommt. Deshalb wird es kein einfaches Spiel. Vor allem haben sie einen sehr guten Trainer. Dass er die Mannschaft nach seiner Ankunft bis ins Viertelfinale der Champions League geführt hat, ist bedeutend“, betonte der Cheftrainer. Trotz namhafter Ausfälle zeigte er sich von der Tiefe seines Teams überzeugt. „Auch wir sind eine gute Mannschaft und haben gute Spieler. Wenn uns Spieler fehlen, dann sind es wichtige Ausfälle, but ich sage immer wieder: Wir werden mit elf Spielern auf dem Platz stehen und wir werden Spieler haben, die von der Bank kommen können. Deshalb vertraue ich meinen Spielern wie immer sehr. Wir werden morgen auf den Platz gehen und alles in unserer Macht Stehende tun, um das Spiel zu gewinnen“, erklärte Buruk energisch.

Entwarnung bei Abdülkerim Bardakci und Personalfragen
Gleichzeitig räumte der Coach mit Spekulationen um den Gesundheitszustand seines Abwehrchefs auf. „Ich weiß auch nicht, woher diese Meldung kommt. Wobei bei uns ohnehin alle Nachrichten nach außen dringen, aber ich weiß nicht, woher diese stammt. Abdülkerim hat keinerlei Verletzung. Er ist einsatzfähig. Er ist auch mit hierhergekommen. Abdülkerim ist in einem Zustand, in dem er morgen spielen kann. Bei ihm gibt es keinerlei Problem“, stellte der Trainer klar. Zu den späten Kaderergänzungen und der Aufstellung ergab sich ein klarer Plan. „Heute werden wir unser Abschlusstraining absolvieren. Bis zur Entscheidung haben wir morgen noch einen weiteren Tag. Wie ihr wisst, gab es Spieler, die erst spät zu unserem Kader gestoßen sind. Deshalb befinden sich diese Spieler noch in einer Vorbereitungsphase. Wir werden sie bestmöglich beurteilen und dies auch mit den Spielern besprechen. Das Feedback der Spieler ist dabei ebenfalls sehr wichtig. Unsere endgültige Entscheidung werden wir natürlich morgen treffen“, hielt der Coach fest.
Persönliche Bezüge zu Sporting und Vorfreude auf die Königsklasse
Angesprochen auf seine eigene Historie mit dem gegnerischen Stadion zeigte sich der Trainer von seiner humorvollen Seite. „Ich habe auch einen kleinen Anteil daran, dass sie nach 19 Jahren Meister geworden sind. Insbesondere nach dem Spiel, das wir mit 4:0 gewonnen hatten, gab es einen Trainerwechsel. Amorim übernahm die Mannschaft und anschließend wurde Sporting Meister. Deshalb denke ich, dass sie mich auch in dieser Hinsicht gut empfangen werden. Die Zuschauer und die Atmosphäre sind ebenfalls sehr wichtig. Natürlich ist das für die Champions League ein wunderschönes Stadion, eine großartige Atmosphäre und es gibt fantastische Fans. Diese Erfahrung habe ich bereits früher gemacht. Deshalb ist es für mich sehr wichtig und wertvoll, das nun erneut in der Champions League zu erleben. Wir haben das in der Europa League erlebt, und es jetzt in der Champions League zu erleben, ist für mich sehr wichtig und wertvoll“, erinnerte der Cheftrainer. Die Bedeutung des Auftakts ordnete er präzise ein. „Das gilt für die Fans genauso wie für die Fußballer und natürlich auch für uns. Das erste Spiel ist immer sehr wichtig und sehr wertvoll. Es ist der Tag, der Abend, an dem alle diese Aufregung bei einem Champions-League-Spiel erleben, nachdem sie lange Zeit nicht in diesem Wettbewerb gespielt haben“, fügte er hinzu.
Deniz Gül als Option für die Startelf
Eine wichtige Rolle in den Überlegungen spielt der junge Angreifer Deniz Gül, der kurz vor dem Schließen des Transferfensters verpflichtet wurde. „Wie ihr wisst, ist er jung, aber bereits Nationalspieler seines Landes. Natürlich ist er türkischer Spieler, aber er wurde nicht in der Türkei geboren. Nachdem er sein Heimatland verlassen hatte, war es für ihn eine wichtige Erfahrung, bei Porto zu spielen. Natürlich hat er auch eine Meisterschaft erlebt. Das gibt einem Selbstvertrauen. Er ist ein Spieler, der uns in der Nationalmannschaft sehr gut gefallen hat. Viele Mannschaften in der Türkei wollten ihn verpflichten, aber er wollte unbedingt zu Galatasaray und Galatasaray wollte ihn ebenfalls unbedingt haben. Momentan befindet er sich in einer Eingewöhnungsphase. Er ist noch ganz neu hier, seit etwa sechs oder sieben Tagen trainiert er mit uns. Wir versuchen, ihn vorzubereiten und an das Spiel sowie das Niveau der Mannschaft heranzuführen. Denn seit Saisonbeginn hat er bei Porto nicht sehr viele Einsatzminuten bekommen. Wir müssen ihm so schnell wie möglich Spielpraxis und Erfahrung über 90 Minuten verschaffen. Im letzten Ligaspiel haben wir ihn eingewechselt. Auch morgen ist er einer der Spieler, die wir für die Startelf in Betracht ziehen“, führte der Trainer detailliert aus.

Rafael Leao: „Wir werden spielen, um zu gewinnen“
Auch Neuzugang Rafael Leao blickt dem Aufeinandertreffen voller Ambitionen entgegen. „Ich denke, es wird ein sehr schwieriges Spiel. Sie spielen sehr guten Fußball. Sie haben qualitativ starke Spieler. Sie werden zu Hause spielen. Wir respektieren den Gegner, wollen aber auch unsere eigene Qualität zeigen. Wir werden spielen, um zu gewinnen“, kündigte der Offensivstar an. Für den Portugiesen besitzt die Begegnung eine emotionale Komponente. „Es wird ein besonderes Spiel, weil ich zum ersten Mal gegen Sporting spielen werde. Es ist ein Klub, der mir bei meiner Entwicklung geholfen hat. Wir haben einige Mitspieler, die morgen nicht bei uns sein können und für uns sehr wichtig sind. Aber Galatasaray hat in diesem Sommer einen sehr guten Kader zusammengestellt. Wir haben auch Spieler, die auf diesen Positionen sehr gut spielen können“, stellte der Profi fest.
Fokus auf das Gelb-Rote Trikot und Dank für das Vertrauen
Der portugiesische Nationalspieler unterstrich seine Verpflichtung gegenüber seinem neuen Arbeitgeber im Detail. „Heute bin ich Spieler von Galatasaray und das Trikot, das ich trage, ist das von Galatasaray. Wir sind hierhergekommen, um zu gewinnen. Sporting ist natürlich eine starke Mannschaft. Körperlich bin ich in guter Verfassung. Ich hatte eine kleine Verletzung, die ich vor zwei Wochen auskuriert habe, und jetzt bin ich zurück. Der Staff von Galatasaray hat mir geholfen, schnell zurückzukehren. Ich bin bereit für den Sieg. Wenn ich hier gespielt habe, habe ich immer Unterstützung erfahren. Ich habe seit zwei Jahren nicht mehr in der Champions League gespielt und bin aufgeregt. Ich muss mein eigenes Trikot verteidigen, und das ist das Trikot von Galatasaray. Manchmal gibt es im Leben Phasen, in denen man eine Veränderung braucht. Ich habe beim AC Mailand gespielt und in diesem Sommer hatte ich das Gefühl, dass die Zeit für eine Veränderung gekommen ist. Ich habe mit Amorim gesprochen. Ich habe mich im Guten vom AC Mailand getrennt. Sie haben mir geholfen. Jetzt bin ich Spieler von Galatasaray. Ich werde auch weiterhin Fan des AC Mailand sein. Ich habe meine Mitspieler vor Sporting gewarnt – vor ihren Spielern, ihrer Form. Sie haben ihr letztes Ligaspiel gewonnen. Kleine Details werden entscheidend sein. Wir als Spieler haben Qualität. Wir können den Unterschied ausmachen und müssen von der ersten bis zur letzten Minute konzentriert sein“, skizzierte der Angreifer seine Sichtweise.
Abschließend hob er die Wertschätzung hervor, die ihm der Verein bei den Verhandlungen entgegengebracht hatte. „Sie wollten mich bereits seit zwei Monaten in die Mannschaft holen. Ich habe an das Projekt von Galatasaray geglaubt und bin deshalb hierhergekommen. Sie haben mir erneut die Möglichkeit gegeben, in der Champions League zu spielen. Die Fans leben Galatasaray bis zum Schluss. Ich bin sicher, dass wir hier sehr viele Fans haben werden. Für mich war es sehr wichtig, für einen solchen Klub zu spielen. Ich werde für Galatasaray alles geben“, versprach Rafael Leao zum Ende der Medienrunde.

