Zum Auftakt der neuen Saison in der UEFA Champions League stand für Real Madrid das Prestige-Duell gegen Inter Mailand auf dem Programm. Die „Königlichen“, die sich in der vergangenen Spielzeit im Viertelfinale gegen den FC Bayern München aus dem Wettbewerb verabschieden mussten, feierten vor dem Anpfiff eine besondere Zeremonie. Der türkische Nationalspieler Arda Güler, der aufgrund einer Rotsperre nicht im Kader stehen konnte, erhielt im Stadion die offizielle Auszeichnung als „Bester Durchstarter“ der UEFA Champions League der Saison 2025/26. Vereinslegende Luis Figo überreichte dem Youngster die Trophäe unter dem lautstarken Applaus der Zuschauer auf den Tribünen. Gleichzeitig wurde Stürmerstar Kylian Mbappe geehrt: Der Franzose, der in der abgelaufenen Europapokal-Saison 15 Tore in elf Spielen erzielt hatte, nahm den „Goldenen Schuh“ als Torschützenkönig entgegen.
Scharfe Kritik an Jose Mourinho wegen Auswechslungen
Abseits der feierlichen Auszeichnung sorgen die Personalentscheidungen von Cheftrainer Jose Mourinho in Spanien für heftige Diskussionen. Wie aus einem Bericht von Mundo Deportivo hervorgeht, gerät der portugiesische Starcoach für seinen Umgang mit dem Mittelfeldjuwel zunehmend unter Druck. Journalist Xavier Bosch stellte in einer fundierten Analyse zur Niederlage gegen Real Betis Sevilla die Behauptung auf, dass Jose Mourinho den Youngster völlig unabhängig von dessen Leistung auf dem Platz regelmäßig vorzeitig vom Feld nehme.
Im besagten Spiel gegen Betis habe Arda Guler nachweislich als Regisseur des königlichen Spiels agiert. „Doch als die Minuten verstrichen und es weiterhin 0:0 stand, sah Mourinho die Notwendigkeit zu reagieren. Da Mbappe und Vinicius unantastbar sind, traf es erneut Arda Güler. Diomande kam ins Spiel, doch Madrid fand nicht zurück in die Spur – ganz im Gegenteil: Die Mannschaft verlor jenes wegweisende Licht, das der türkische Star mit seiner Eleganz und seiner Spielintelligenz ausgestrahlt hatte. Anschließend erzielte Betis das Tor, Mbappe verschoss einen Elfmeter und der Rest ist bekannt“, urteilte Xavier Bosch in seiner Kritik an den Maßnahmen des Trainers.
Schonung der Star-Egos als Auswechslungsgrund
Bereits zum Saisonauftakt gegen Espanyol Barcelona habe sich ein identisches Verhaltensmuster bei den Auswechslungen gezeigt. „Arda war mit großem Abstand der beste Spieler auf dem Platz. Beim Stand von 1:1 wollte Mourinho neue Impulse setzen, entschied sich jedoch nicht nach Gerechtigkeit oder der Leistung auf dem Platz, sondern dafür, Vinicius und Mbappe nicht zu verärgern. Zudem brachte er Diomande, den teuersten Transfer der Vereinsgeschichte, aufs Feld und nahm erneut Arda heraus, um die Verpflichtung rechtfertigen zu können. Ein junger Arda, mit kleinem Ego, der sich nicht beschwert …“, führte Xavier Bosch weiter aus.
Abschließend warnte der Experte davor, dass dieses Vorgehen mittelfristig zu erheblichen Unruhen im Verein führen könnte. Sollte Arda Güler trotz überzeugender Auftritte weiterhin regelmäßig ausgewechselt werden, erzeuge dies langfristig große Probleme für den Klub – ein Umstand, von dem vor allem der Erzrivale FC Barcelona profitieren könne.

