Modernisierung in Kadiköy: Fenerbahce schliesst Bauprojekt für 64.000 Zuschauer ab
Der türkische Traditionsklub Fenerbahce hat das umfangreiche Erweiterungsprojekt für sein Chobani-Stadion im Sükrü Saracoglu-Sportkomplex offiziell abgeschlossen. Die Platzkapazität der Arena im Herzen von Kadiköy soll damit auf insgesamt 64.000 Zuschauer ausgebaut werden. Wie die Vereinsführung mitteilte, handelt es sich um ein Vorhaben, das Klubpräsident Aziz Yildirim bereits während des Wahlkampfs präsentiert hatte. Nach einem Treffen von Aziz Yildirim und den Vorstandsmitgliedern mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan in Dolmabahce wurden sämtliche Projektdetails erläutert, woraufhin die erforderlichen behördlichen Schritte eingeleitet werden konnten. Die Baumaßnahmen stehen im Einklang mit der Vision des Vereins, die Sanierung am bestehenden Standort unter Bewahrung des städtischen Gedächtnisses voranzutreiben, und beinhalten grundlegende architektonische Veränderungen.

Dachanhebung um sechs Meter und neue Logen geplant
Die Umsetzung soll unmittelbar nach dem Abschluss des laufenden Genehmigungsverfahrens mit den grundlegenden Tief- und Rohbauarbeiten beginnen. Der Bauplan sieht vor, dass die erforderlichen Stahlkonstruktionen in Auftrag gegeben und nach Fertigstellung der Stahlbetonarbeiten aufgestellt werden. Zu den spektakulärsten Phasen des Vorhabens zählt die geplante Anhebung des Stadiondachs. Das bestehende Dach soll mithilfe von Spezialhebezeugen um etwa sechs Meter angehoben werden, um den Raum für neue Zänge zu schaffen. Im Anschluss daran ist der Neubau von Tribünenrängen hinter den Toren sowie die Einrichtung von 52 zusätzlichen Logen in diesen Bereichen vorgesehen. Zudem werden die traditionellen Tribünenbereiche Maraton und Fenerium erweitert. Den finalen Abschluss der Arbeiten bildet die Erneuerung der Außenfassade, um im Innenraum für eine optimierte Akustik zu sorgen.

Nihat Özbagi: „Baukosten von 50 Millionen Euro aus eigener Kraft gestemmt“
Vorstandsmitglied Nihat Özbagi nahm Stellung zum Ablauf des Vorhabens und unterstrich die finanzielle Unabhängigkeit des Vereins. „Wir haben die Projekte zur Kapazitätserweiterung abgeschlossen. Wir haben unser Projekt dem Herrn Staatspräsidenten vorgelegt. Der Herr Staatspräsident hat es für angemessen befunden und damit die gesamte Fenerbahce-Gemeinschaft erfreut. Dafür möchten wir ihm unseren Dank aussprechen“, erklärte das Vorstandsmitglied. Die Gesamtkosten für das Großprojekt belaufen sich laut Vereinsangaben auf rund 50 Millionen Euro. Ein wesentlicher Punkt ist dabei die Finanzierung: „So wie wir beim Bau unseres Stadions voller Stolz sagen konnten: ‚Wir haben es aus eigener Kraft gebaut‘, werden wir auch die Erweiterung der Kapazität und die Modernisierung selbst realisieren – mit Unterstützung unserer Sponsoren und ohne das bestehende Budget unseres Klubs zusätzlich zu belasten“, betonte Özbagi.

Zwölf Monate Bauzeit und erhoffte Mehreinnahmen von 25 Millionen Euro
Hinsichtlich des Spielbetriebs währen der Umbauphase gab die Klubführung Entwarnung, kündigte jedoch zeitweise Ausweichspiele an. „Während der Bauarbeiten können unsere Spiele in unserem Stadion ausgetragen werden. Während der Anhebung des Dachs müssen wir jedoch voraussichtlich einige Spiele in einem anderen Stadion bestreiten. Die Bauzeit beträgt gemäß unserem Zeitplan zwölf Monate. Bis zum Saisonende wollen wir einen bestimmten Stand erreicht haben“, führte Özbagi aus. Neben der rein kapazitären Vergrößerung verspricht sich die Vereinsführung durch die Maßnahme einen deutlichen wirtschaftlichen Schub für die Zukunft. Nach dem vollständigen Abschluss aller Umbaumaßnahmen wird mit einer Erhöhung der jährlichen Klubeinnahmen um schätzungsweise rund 25 Millionen Euro zusätzlich zu den bestehenden Erträgen gerechnet.

