Führungswechsel beim Türkischen Schachverband: Enes Efendioglu zum neuen Präsidenten gewählt
Der Türkische Schachverband (TSF) hat einen neuen Führungskopf. Im Rahmen der 11. Ordentlichen Finanz- und Außerordentlichen Wahl-Generalversammlung, die nach der Absetzung des bisherigen Verbandspräsidenten Fethi Apaydin einberufen wurde, stieg die richtungsweisende Abstimmung in einem Hotel in der Hauptstadt Ankara. An der Versammlung nahmen 192 Delegierte teil. Das Event begann feierlich mit einer Schweigeminute sowie dem Anstimmen der Nationalhymne. Nach der erfolgreichen Formierung des Versammlungspräsidiums sowie der Verlesung der Tätigkeitsberichte des Vorstands und der Kontrollausschüsse erteilten die Anwesenden dem Gremium die Entlastung. Bei der anschließenden Wahl, bei der er als einziger Kandidat antrat, sicherte sich Enes Efendioglu mit 131 von 145 abgegebenen Stimmen das Vertrauen der Delegierten. Lediglich 14 Stimmen wurden für ungültig erklärt.
Ambitionierte Ziele für 1,8 Millionen lizenzierte Schachspieler
Direkt im Anschluss an seinen Wahlerfolg bedankte sich der frischgeküre TSF-Präsident bei den Anwesenden und unterstrich das gewaltige Potenzial der Disziplin im Land. Wie aus den Worten des Funktionärs hervorgeht, wolle man in der anstehenden Amtszeit klare Akzente setzen: „Zunächst möchte ich allen Delegierten danken, die hierhergekommen sind und teilgenommen haben. Hoffentlich werden die kommenden zwei Jahre eine gute Zeit für den Schachsport. Dank der Unterstützung, die sowohl unser Präsident als auch unser Minister für Jugend und Sport dem Schachsport in unserem Land entgegengebracht haben, wurden bis heute bereits große Fortschritte erzielt. Derzeit gibt es in unserem Land 1,8 Millionen lizenzierte Schachspieler. Wir verfügen also über eine sehr breite Basis im Schachsport.“ Um dieses Potenzial optimal zu nutzen, setze man auf strukturierte Neuerungen. „Unser Ziel ist es, diese Basis mit speziellen Programmen so weiterzuentwickeln, dass daraus Spitzensportler hervorgehen, besondere Fördermaßnahmen für unsere Nationalmannschaften umzusetzen und gezielte Projekte zu verwirklichen, damit sich Schach an unseren Schulen und Jugendzentren noch stärker verbreitet und professionelle Schachspieler ausgebildet werden“, führte Enes Efendioglu weiter aus. Ein maßgeschneiderter zweijähriger Aktionsplan sei den Delegierten bereits vorgestellt worden und gehe umgehend in die praktische Umsetzung.
Voller Fokus auf die Schacholympiade in Usbekistan und Rundum-Sorglos-Pakete
Ein zentraler Pfeiler des neuen Führungskurses betrifft die Vorbereitung der Spitzenkräfte auf die anstehenden internationalen Wettkämpfe. Insbesondere die bevorstehende Schacholympiade in Usbekistan stehe im Fokus, wofür die Kader bereits stehen und die Abreise in fünf Tagen ansteht. Enes Efendioglu stellte klar, dass den Top-Athleten künftig der Rücken komplett freigehalten werden müsse: „Für uns ist dies eine sehr wichtige Phase. Die Nationalmannschaften bilden auch einen der zentralen Punkte unseres Aktionsplans. Wir sagen: Unsere Nationalspieler sollen sich ausschließlich mit Schach beschäftigen und sich nicht mit Sponsoring oder anderen finanziellen Sorgen befassen oder darüber Gedanken machen müssen. Dafür arbeiten wir an speziellen Förderpaketen.“ Diese Rundumbetreuung decke weit mehr als nur den rein sportlichen Aspekt ab. „Mit diesen Förderpaketen, die wir umsetzen werden, wollen wir unsere Sportler sowohl bei ihrer schulischen und akademischen Ausbildung als auch in finanziellen Fragen sowie bei ihrer schachlichen Arbeit und ihren Trainingsprozessen unterstützen. In diesem Sinne werden wir unsere Arbeit fortsetzen“, kündigte der Verbandschef zum Abschluss an.

