Nach der deutlichen 0:3-Niederlage der türkischen Nationalmannschaft im dritten Gruppenspiel der UEFA Nations League A gegen Belgien hat sich Nationaltrainer Vincenzo Montella auf der anschließenden Pressekonferenz den Fragen der Journalisten gestellt. Der 52-jährige Übungsleiter ordnete das Ergebnis nach der Begegnung nüchtern ein und hebt vor allem den Lerneffekt auf dem allerhöchsten internationalen Niveau hervor. „Wenn man das Spiel insgesamt betrachtet, war es statistisch gesehen eine ausgeglichene Partie. Auf diesem Niveau darf man sich im Fußball leider keine Fehler erlauben. Wenn man Fehler macht, verzeihen die Gegner diese nicht so leicht. Was unsere Einstellung betrifft, denke ich, dass wir bislang lediglich in der ersten Halbzeit des Italien-Spiels Fehler gemacht haben. Unsere Spieler haben auch in diesem Spiel eine Reaktion gezeigt und einen großen Kampf geliefert. Sie waren von der ersten bis zur letzten Minute im Spiel. Alle drei Tage messen wir uns auf diesem Niveau. In der Liga A zu sein, ist eigentlich ein Privileg, kein Verbrechen. Deshalb müssen wir versuchen, uns weiterzuentwickeln und unser Bestes zu geben. Wir sollten unsere Spieler hier in keiner Weise beschuldigen. Denn im Fußball gibt es unterschiedliche Niveaus, und die Liga A ist ein solches Niveau“, analysierte Montella das Geschehen auf dem Platz.
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Schmerzhafte Ausfälle von Schlüsselspielern schmälern die Durchschlagskraft
Ein wesentlicher Faktor für den erschwerten Stand der Rot-Weißen liege in der angespannten Personallage. Der italienische Cheftrainer verwies ausdrücklich darauf, dass der verletzungsbedingte Ausfall zahlreicher Leistungsträger nicht ohne Konsequenzen bleibe. „Unsere Mannschaft ist vollkommen geschlossen und vereint. Natürlich fehlen uns Spieler, und zwar sehr wichtige Spieler. Ihr Fehlen macht sich deutlich bemerkbar. Hakan, Kerem und Orkun fehlen, wie Sie wissen. Auch das Fehlen von Mert Müldür ist für uns von großer Bedeutung. Er gehört vielleicht zu den Spielern, die am häufigsten in der Startelf standen. Ich möchte den aktuellen Kritiken im Moment nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken. Denn ich weiß, dass wir mit diesen Spielern nach 24 Jahren zur Weltmeisterschaft gefahren sind. Mit diesen Spielern sind wir in die Liga A aufgestiegen und mit diesen Spielern haben wir auch gemeinsam die Europameisterschaft bestritten. Deshalb befinden wir uns derzeit lediglich in einer Phase, in der wir uns alle drei Tage messen, unser eigenes Niveau sehen und natürlich sämtliche Details erkennen, in denen wir uns verbessern müssen. All das ist zugleich eine Vorbereitung auf die Arbeit, die wir in Zukunft leisten müssen“, betonte der Nationaltrainer mit Blick auf die längerfristige Entwicklung.
Fehlende Konsequenz im gegnerischen Strafraum gibt den Ausschlag
Trotz des klaren Resultats zeigte sich Montella mit dem herausgespielten Ballbesitz und den Offensivaktionen durchaus zufrieden, bemängelte jedoch die mangelnde Verwertung der Tormöglichkeiten. Statistische Werte belegen, dass die Türken im gegnerischen Sechzehner durchaus präsent waren. „Ich bin davon überzeugt, dass unsere Mannschaft bis zum Schluss alles versucht und gekämpft hat. Tatsächlich haben wir viele Möglichkeiten herausgespielt. Wir haben gegen unseren Gegner eine ebenbürtige Partie gespielt. Wir hatten sogar 40 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum, unser Gegner dagegen 26. Wenn man im Fußball leider keine Tore erzielt und die Aktionen nicht zu Ende bringt, während der Gegner seine Chancen nutzt, fällt das Ergebnis nicht so aus, wie man es sich wünscht. Unsere Spieler bilden eine Einheit, die ihre Spielzüge aufbaut, bis zum Ende kämpft und den Kampf gegen den Gegner von der ersten bis zur letzten Minute aufrechterhält. Wenn wir das sehen und erkennen, was sie zu tun versuchen, können wir natürlich nur stolz auf sie sein. Denn sie haben bis zum Ende gekämpft. Aber manchmal kann die gegnerische Mannschaft in bestimmten Details überlegen sein. Wenn wir lediglich bei unseren letzten Entscheidungen klarer gewesen wären, hätten wir mit einem ganz anderen Ergebnis zurückkehren können. Aber leider ist es heute so gekommen. Unser Gegner war uns in dieser Hinsicht einen kleinen Schritt voraus“, schilderte der Coach ausführlich.

Volle Motivation trotz wachsender Kritik und gesperrte Leistungsträger vor Italien-Spiel
Hinsichtlich der gestiegenen Erwartungshaltung im Umfeld zeigte der Cheftrainer Verständnis für das unzufriedene Fanlager, kündigte jedoch gleichzeitig eine intensive Arbeitsphase an. „Mit unseren Leistungen in den vergangenen drei Jahren haben wir die Erwartungen sehr hochgeschraubt. Natürlich ist es völlig normal, dass unsere Fans derzeit nicht zufrieden sind. Sie können ihre Gedanken selbstverständlich mit uns teilen. Aber ich kann eines ganz klar sagen: Ich bin hoch motiviert und bereit, noch mehr, mehr als je zuvor, zu arbeiten. Denn ich kenne den Fußball sehr gut. Wir werden uns bestmöglich vorbereiten. Unsere gesamte Konzentration gilt allen Spielen, die wir bestreiten werden. An etwas anderes denke ich nicht“, unterstrich der 52-Jährige.

Zusätzlich erschwert wird die Aufgabe für das anstehende Duell gegen Italien durch zwei gelbbedingte Sperren von Schlüsselakteuren: Sowohl Offensivstar Arda Güler als auch Flügelstürmer Baris Alper Yilmaz werden nach ihren Verwarnungen im Belgien-Spiel gesperrt fehlen. Vincenzo Montella richtete den Blick Dennoch nach vorne: „Natürlich sind wir sehr traurig darüber, dass sie nicht dabei sein werden. Die Qualitäten beider Spieler sind für unsere Mannschaft sehr wichtig. Aber wir werden mit allen anderen Spielern weitermachen und uns vorbereiten. Viele von ihnen spielen vielleicht zum ersten Mal auf diesem Niveau. Deshalb kommt Aufgeben nicht infrage. Wir wissen, dass wir unser Land mit voller Verantwortung vertreten. Wir werden uns bestmöglich vorbereiten und versuchen, in den verbleibenden Spielen die bestmögliche Leistung zu zeigen. Unsere Motivation ist immer hoch. Wenn man ein solch ausgeglichenes Spiel bestreitet und das Ergebnis nicht auf der eigenen Seite ist, können unsere Spieler manchmal traurig sein. Aber sie müssen den Kopf oben behalten. Denn sie haben bis zum Ende gekämpft. Sie werden sich nicht demoralisieren lassen, sondern sich vollständig auf unsere Arbeit konzentrieren.“




3 Kommentare
Unsere völlig arroganten Spieler kriegen in dieser Nations League völlig zurecht auf die Fresse.
Weil ihr zur WM gefahren seid, habt ihr euch für die Größten gehalten. Dabei seid ihr nur zur WM, weil das Teilnehmerfeld vergrößert wurde!
Kevin Bruyne
2 Ballkontakte, 2 Tore
Lionel Ballon
2.000 Ballkontakte ohne irgendeine Relevanz
#götükalkmışballon
#sıradanfutbolcu
Gegen diese drei Gegner zu verlieren, ist nicht der eigentliche Kritikpunkt. Entscheidend ist vielmehr die Art und Weise, wie Fußball gespielt wird. Eine klare Handschrift ist derzeit nicht zu erkennen, und auf offensichtlich nicht funktionierende Strategien wird offenbar nicht konsequent reagiert.
Barış im Sturm ist nun bereits mehrfach gescheitert. Gleichzeitig werden Spieler nominiert, die weder in der Nationalmannschaft überzeugt haben noch in ihren Vereinen regelmäßig in der Startelf stehen. Dass Niederlagen gegen diese drei Nationen grundsätzlich möglich oder sogar wahrscheinlich waren, war absehbar. Hinsichtlich der individuellen Qualität ist jeder einzelne Spieler dieser Mannschaften unserem Kader deutlich überlegen.
Gegen Frankreich haben wir allerdings keine schlechte Leistung gezeigt. Vielleicht ist es sogar hilfreich, deutlich auf die Schnauze zu kriegen, um wieder auf dem Boden der Tatsachen anzukommen. Hoffentlich führt das dazu, dass die Verantwortlichen die richtigen Schlüsse ziehen und tatsächlich etwas verändern.