Vor dem eminent wichtigen zweiten Gruppenspiel der türkischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA wächst der Erfolgsdruck auf die Akteure spürbar. Am Samstagmorgen um 05:00 Uhr MEZ fordert die Auswahl der Türkei im Bay Area Stadion in San Francisco die Nationalmannschaft aus Paraguay heraus (zum Vorbericht). Nach der schmerzhaften Auftaktniederlage gegen Australien, die in der Heimat für heftige Diskussionen sorgte, meldete sich nun der erfahrene Nationaltorhüter Mert Günok vor den versammelten Medienvertretern zu Wort. Der 37-jährige Keeper zeigte dabei großes Verständnis für den Unmut der Fans, blickte jedoch gleichzeitig kämpferisch und voller Zuversicht auf das Schlüsselspiel in der Gruppe D.
Der Vergleich mit der Europameisterschaft: „Nichts ist vorbei“
Der Routinier betonte zu Beginn seiner Ausführungen, dass die Moral und die Motivation innerhalb der Mannschaft trotz des Rückschlags absolut intakt seien. In einem großen Turnier könne ein misslungener Start vorkommen, zumal auch andere namhafte Favoriten bereits Federn lassen mussten. Laut dem Schlussmann, dessen Aussagen aus einem Medienbericht von Sabah stammen, entscheidet im modernen Fußball oft nur die nötige Effizienz im Abschluss über den Ausgang solcher Partien.

„Denn natürlich haben wir im ersten Spiel eine Niederlage erlitten, die wir nicht wollten. Wir wurden damals zu Recht heftig kritisiert. Unser Land hat große Erwartungen an uns und wir sind mit großen Hoffnungen hierher gekommen. Wir stellten jedoch fest, dass die Teams, die während des gesamten Turniers als Favoriten galten, auch Punkteverluste hinnehmen mussten. Wir können nicht sagen, dass wir das erste Spiel sehr schlecht gespielt haben. Wenn einer der Schüsse, die wir abgegeben haben, ein Tor gewesen wäre oder wenn wir eine der Positionen, die wir hatten, verwertet hätten, würden wir jetzt möglicherweise über andere Dinge sprechen“, bilanzierte der erfahrene Rückhalt die aktuelle Situation im Lager der Nationalmannschaft.
Als passendes Beispiel zog er den erfolgreichen Auftakt des vergangenen europäischen Turniers heran, bei dem wunderschöne Distanztreffer von Arda Güler und Mert Müldür gegen Georgien den Weg ebneten, obwohl man auch dort defensiv einige brenzlige Situationen überstehen musste. Da diese Effizienz beim WM-Auftakt fehlte, stuft der Torhüter das Duell mit den Südamerikanern bereits als eine Art Endspiel ein: „Das konnten wir hier nicht machen, aber natürlich ist nichts vorbei. Wir haben morgen ein sehr wichtiges Spiel. Jetzt ist es das letzte Spiel für uns. Wir haben uns gut vorbereitet. Heute werden wir unsere letzte Ausbildung machen. Wir kennen auch die Unterstützung unseres Landes. Millionen stehen immer hinter uns. Sie werden uns kritisieren, wenn wir keine gute Leistung zeigen, wenn wir nicht gut spielen, wenn wir keine Ergebnisse erzielen. Das ist normal. Diese Kritik ist auf dieser Ebene normal. Aber wir wollen es ihnen recht machen und unseren Teil dazu beitragen.“

Die Fehleranalyse: Höheres Spieltempo gegen Paraguays Abwehrriegel
Um gegen Paraguay die ersten drei Punkte einzufahren, muss das Team spielerisch zwingend zulegen. Die sportliche Leitung hat den kommenden Gegner intensiv studiert und weiß um dessen Gefährlichkeit. Dennoch haben die Südamerikaner in ihrem ersten Spiel immerhin vier Tore gegen die USA kassiert. Das soll allerdings nicht trügen. Es sei mit einer selbstbewussten und taktisch flexiblen Mannschaft zu rechnen, die sich defensiv durchaus am australischen Abwehrriegel orientieren könnte.
Für den Torwart liegt der Schlüssel zum Erfolg in der eigenen Geschwindigkeit im Offensivdrittel: „Wichtig ist, wie wir spielen. Wenn wir die Positionen finden, müssen wir die nutzen und das Spiel schneller mit höherem Tempo gestalten. Tatsächlich war das ein bisschen das, was im australischen Spiel fehlte. Wir mussten etwas schneller spielen. Wir haben unsere Mängel analysiert. Morgen werden wir das Spiel mit einem guten Ergebnis und einem guten Spiel beenden.“

Rückendeckung für den scharf kritisierten Ugurcan Cakir
Angesprochen auf die personellen Diskussionen und die harten Reaktionen der Öffentlichkeit zeigte sich der erfahrene Schlussmann gelassen. Die meisten Akteure im Kader stünden bei europäischen Spitzenklubs oder den großen Vereinen der Trendyol Süper Lig unter Vertrag und seien an medialen Gegenwind gewöhnt. Viel wichtiger sei es, den Fokus auf das große gemeinsame Ziel zu richten, bei diesem Turnier so weit wie möglich zu kommen, so wie es dieser eingeschworenen Generation bereits bei der Europameisterschaft und beim Aufstieg in die Liga A der Nations League gelungen ist.
Besonders am Herzen lag dem Routinier dabei die kollegiale Unterstützung für seinen Torwartkollegen Ugurcan Cakir, der nach dem ersten Gruppenspiel ebenfalls ins Kreuzfeuer der Kritik geraten war. Für ihn fand er lobende und deutliche Worte der Anerkennung:
„Ugurcan Cakir ist ein Torwart, der weiß, was zu tun ist. Wir reden alle miteinander und wir haben eine gute Freundschaft mit den Torhütern. Ugurcan ist bereits sehr erfahren und hatte dieses Jahr eine besonders erfolgreiche Saison. Er war für seine Mannschaft im Europapokal ein verlässlicher Rückhalt und zeigte gute Leistungen in der Liga und bestritt sehr gute Spiele in der Nationalmannschaft. Also brauche ich ihm nichts zu sagen. Auch im ersten Spiel wurde er etwas kritisiert, aber sowohl in dieser Saison als auch allgemein mit seiner Leistung hat er meiner Meinung nach die Erwartungen erfüllt und ist jemand, den wir hier als Torwart sehen, der es verdient, jetzt zu spielen. Er wird ebenfalls sein Bestes zeigen.“

