Im Anschluss an das Testspiel von Galatasaray gegen den französischen Klub FC Stade Rennes (3:3) trat Vorstandsmitglied Abdullah Kavukcu im RAMS Park vor die Medienvertreter. In einem ausführlichen Statement nahm der Funktionär Stellung zur aktuellen Kaderplanung, den Vorwürfen verzögerter Verpflichtungen, den UEFA-Kriterien sowie den anhaltenden Gerüchten um Leistungsträger der Gelb-Roten.
Verständnis für die Fans und Bekenntnis zum Transferplan
Angesprochen auf die Unruhe im Umfeld der Anhängerschaft zeigte Kavukcu volles Verständnis, beruhigte jedoch gleichzeitig die Gemüter mit Blick auf das bisher Geleistete. „Ich akzeptiere die Reaktionen unserer Fans mit Respekt. Die Menschen sind besorgt. Vielleicht denken sie, dass wir im Vergleich zu anderen Vereinen zu spät dran sind. Andere Klubs haben Spieler, die sie abgeben möchten. Bis heute haben wir Icardi, Mertens, Sane und Osimhen verpflichtet. Diese Spieler haben wir dank der Stärke von Galatasaray geholt. Gemeinsam mit unserem Präsidenten planen wir alles sorgfältig“, betonte das Vorstandsmitglied von Galatasaray im Gespräch.
Der Funktionär stellte klar, dass der Verein keineswegs unüberlegt handle und das Ausländerkontingent streng im Blick behalte. Er erklärte, dass man nicht zwingend bis zum 2. September warten werde, in diesem Zeitraum jedoch sehr gute Transfers realisieren möchte. Wie in den vergangenen vier Jahren werde man auch in dieser Spielzeit die Meisterschaft gewinnen. Die Fans könnten dem Vorstand vertrauen, denn der Klub verfüge über mehr finanzielle Mittel als jeder andere Verein.
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Finanzielle Stärke, UEFA-Kriterien und der Druck der Öffentlichkeit
Trotz der ausgeprägten Finanzkraft mahnte Kavukcu zu wirtschaftlicher Vernunft und verwies auf internationale Vergleiche sowie Reglementierungen. „Galatasaray ist der stärkste Verein im türkischen Sport. Wir gehen sehr sorgfältig und planvoll vor. Arsenal verfügt über ein Budget von 850 Millionen Euro. Verpflichtet der Klub deshalb wahllos Spieler? Nein, denn das Budget ist eine andere Sache. Es gibt UEFA-Kriterien, die eingehalten werden müssen. Auch wir achten darauf. Wir handeln nicht nach dem Motto: ‚Hauptsache, wir verpflichten den Spieler, egal was morgen passiert.‘ Wir denken an die Zukunft von Galatasaray. Niemand sollte etwas anderes hineininterpretieren“, unterstrich der Funktionär eindringlich.
Zudem kritisierte der Verantwortliche die ständigen Spekulationen in den Medien, die Verhandlungspositionen erschweren würden. „Jeder Name, den Sie veröffentlichen, schadet uns. Sobald wir einem Spieler ein Angebot machen, erscheinen sofort Berichte darüber und es wird Druck aufgebaut. Denn man hat die Türkei inzwischen verstanden. Es hat sich die Wahrnehmung entwickelt: ‚Wenn die Fans Druck machen, müssen sie den Spieler verpflichten.‘ Von dieser Situation profitiert die Gegenseite“, zitierte NTV Spor Kavukcu. Er stellte erneut heraus, dass der Klub zwar über die größten finanziellen Handlungsspielräume verfüge, genau aus diesem Grund jedoch auf jeden einzelnen Cent geachtet werde.
Dementi zu Baris Alper Yilmaz und Treuebekenntnis von Singo
Zum Ende seiner Ausführungen räumte das Vorstandsmitglied mit den aktuellen Transfergerüchten auf und dementierte Berichte über eine vorliegende Multimillionen-Offerte für einen türkischen Nationalspieler. „Ihr habt geschrieben, dass es für Baris Alper ein Angebot über 35 Millionen Euro gibt. Nein, Freunde, ein solches Angebot gibt es nicht!“, stellte Kavukcu unmissverständlich klar.
Gleichzeitig verriet er Details zur Zukunft eines anderen Defensivakteurs im Kader, für den trotz konkreter Offerten ein Abgang aktuell nicht infrage komme. Über Singo berichtete der Funktionär: „Singo sagt: ‚Ich habe meine Schuld gegenüber Galatasaray noch nicht beglichen. Bevor ich das nicht getan habe, werde ich nicht gehen.‘ Für ihn liegen zwei Angebote vor.“


