Bei der hochemotionalen Sitzung des Hohen Rats von Fenerbahce in den Faruk-Ilgaz-Anlagen hat Vereinspräsident Aziz Yildirim eine kampflustige Grundsatzrede gehalten. Vor den versammelten Mitgliedern stellte das Kluboberhaupt unmissverständlich klar, dass er mit allen Mitteln den Erfolg erzwingen wolle. „Ich werde Fenerbahce zum Meister machen. Dieser Weg ist zwar schwierig, aber wenn ihr uns unterstützt, werden wir es schaffen“, rief der Präsident den Anwesenden zu und schwor die gesamte Fangemeinde auf eine richtungsweisende Saison ein.
Frontalangriff auf Vorgänger Ali Koc und Abrechnung mit den Kassenbüchern
Im Verlauf seiner Rede übte der Klubchef scharfe Kritik an den früheren Vereinsführungen unter Ali Koc und Sadettin Saran. Er warf seinen Vorgängern vor, Gelder verbraucht zu haben, die eigentlich der Zukunft des Vereins gehörten. Laut seinen Ausführungen seien 142 Millionen Euro aus künftigen Einnahmen bereits vorab ausgegeben worden, darunter vorzeitig kassierte Gelder aus dem Chobani-Vertrag, den Trikotwerbedeals und der Adidas-Vereinbarung. Mit Blick auf die Einnahmen aus Immobilienprojekten wie Ataşehir und Kayışdağı stellte er klar: „Rühmt euch nicht des Geldes – diese Einnahmen stammen aus der Zeit von Aziz Yildirim. Schließt dieses Thema ab. Aber auch dieses Geld habt ihr ausgegeben.“

Wie aus den offiziellen Zahlen hervorgeht, die Mehmet Vodina als Vorsitzender des Kontrollrats auf der Versammlung vorlegte, belaufen sich die Gesamtverbindlichkeiten von Fenerbahce für den Zeitraum vom 1. Juni 2025 bis zum 31. Mai 2026 auf horrende 27 Milliarden 961 Millionen Türkische Lira (ca. 508,33 Mio. Euro). Diese Summe setzt sich aus 17 Milliarden 195 Millionen Lira an kurzfristigen und 10 Milliarden 766 Millionen Lira an langfristigen Verbindlichkeiten zusammen. Der Präsident verdeutlichte, dass man seit der eigenen Rückkehr mit Vereins- und Privatmitteln bereits 65 Millionen Euro investiert habe, da bis auf die Dauerkarten und Bandenwerbungen sämtliche Einnahmekanäle von den Vorgängern abgeerntet worden seien.
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Transferoffensive läuft: Mittelstürmer soll noch in dieser Woche unterschreiben
Trotz der finanziellen Belastungen kündigte die Klubführung weitere personelle Verstärkungen für den Kader an. Ein neuer Torjäger stehe unmittelbar vor der Ankunft in Istanbul. „Wir werden einen Mittelstürmer verpflichten. Das werden wir noch in dieser Woche abschließen. Falls es nötig wird und wir wegen der 10+4-Regel eine Ausnahme machen müssen, werden wir auch das tun. Denn wir werden Meister. Alle Transfers werden punktgenau erfolgen“, betonte der Präsident nachdrücklich. In diesem Zusammenhang gab er bekannt, dass für die Verpflichtungen von Topstars wie Mason Greenwood, Nathan Ake und Rückkehrer Vedat Muriqi bislang insgesamt 138 Millionen Euro aufgewendet wurden.
Zudem bezog der Verbandschef Stellung zur Debatte um den Mittelfeldspieler N’Golo Kante und kritisierte Vorstandsmitglieder wie Ertan Torunogullari, die Spieler öffentlich an den Pranger stellen würden. Man müsse den Profis Verträge mit Festschreibungen zugestehen oder vernünftige Lösungen finden, statt sie medial zu belasten. Ergänzend kündigte der Klubchef für Herbst eine große Konferenz mit allen türkischen Vereinen an, um die drängenden Probleme des heimischen Fußballs in einer Broschüre für den Staat zusammenzufassen. Parallel laufen Verhandlungen über das Basketball-Sponsoring mit Ülker sowie Ausbaupläne für die Anlagen in Dereagzi und Maltepe.

Persönliche Fehde mit Acun Ilicali und Ansage nach Angriffen auf die Familie
Neben den sportlichen und finanziellen Kernthemen sparte der Verbandschef nicht mit klaren Worten in Richtung des ehemaligen Funktionärs Acun Ilicali bezüglich der Stadionlogen. Gleichzeitig zeigte er sich tief betroffen über beleidigende Attacken auf seine Tochter Yaz Yildirim und sein Enkelkind in den sozialen Netzwerken. Der Funktionär stellte klar, dass man juristisch und notfalls auch persönlich gegen die Urheber vorgehen werde, um rote Linien aufzuzeigen.
In einer emotionalen Ansage machte das Kluboberhaupt seinem Ärger Luft: „Ich mache mir Sorgen um meine Tochter, mein Enkelkind und um die jungen Menschen. Für sie bin ich zurückgekehrt. Ich werde alles geben. Ihr könnt mich bedrohen – aber was wollt ihr von meiner Tochter? Ab morgen werden die Anwälte meines Unternehmens Strafanzeige gegen diese Personen stellen. Falls der Staat nichts unternimmt, werde ich selbst handeln. Diese Respektlosigkeiten in den sozialen Medien werde ich beenden. Notfalls gehe ich persönlich zu ihnen nach Hause. Denn wir haben Werte, und niemand soll diese angreifen. Das sind bezahlte Hunde. Eine Frau und zwei Männer – ich gehe notfalls zu ihnen nach Hause.“


