Bei Galatasaray stehen im und rund um den RAMS Park richtungsweisende Modernisierungen und Erweiterungen an. In einem ausführlichen Gespräch mit der türksichen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi gab Vorstandsmitglied Bora Bahcetepe detaillierte Einblicke in die Umbaumaßnahmen der Heimspielstätte, die Herausforderungen bei der Rasenpflege, die Ausbaupläne der Tribünen sowie das zukunftsweisende Großprojekt Aslantepe Vadisi.
Kontinuierliche Kapazitätserhöhung im RAMS Park und Prüfung von Stehplätzen
Auf die Frage nach einem Ausbau des Stadions erläuterte Bora Bahcetepe, dass das Vorhaben bereits seit geraumer Zeit intern gepflegt werde. „Unser Vorstandsmitglied Sedat Artukoglu hat dieses Thema bereits untersucht, als er 2024 erstmals sein Amt antrat. Er ließ die statische Struktur des Stadions analysieren. Es besteht die Möglichkeit, das Dach anzuheben und im oberen Bereich zusätzliche Tribünen zu errichten. Das wäre allerdings ein sehr großes Projekt und würde enorme Investitionen erfordern. Derzeit erhöhen wir die Kapazität innerhalb der von der UEFA erlaubten Grenzen. Das bedeutet, dass wir jedes Jahr etwa 300 bis 500 zusätzliche Sitzplätze schaffen“, führte das Vorstandsmitglied aus. Zudem plane Galatasaray, in ausgewählten Logen weitere Sitzplätze zu integrieren, um wertvolle Zusatzeinnahmen zu generieren.
Ein weiteres zentrales Anliegen der Anhängerschaft bleibt die Schaffung von Stehplätzen hinter den Toren. Hierzu erklärte der Funktionär, dass derzeit regulatorische Hürden bestehen: „Die UEFA erlaubt Stehplätze derzeit nur in einigen Ländern. In Deutschland gibt es beispielsweise die ‚Gelbe Wand‘ von Borussia Dortmund. Für unser Land wurde eine solche Genehmigung bislang nicht erteilt. Wir könnten ein Modell umsetzen, bei dem bei Champions-League-Spielen Sitzplätze und bei nationalen Spielen Stehplätze genutzt werden. Dafür benötigen wir jedoch die Genehmigung des Innenministeriums und des türkischen Fußballverbandes. Die Klubvereinigung hatte im vergangenen Jahr bereits einen entsprechenden Antrag gestellt, bislang aber keine Antwort erhalten. Sollte der Staat grünes Licht geben, würden sicher auch die beiden anderen großen Istanbuler Vereine investieren. Die drei großen Klubs könnten dann hinter den Toren Stehplätze schaffen. Dadurch würde sich unsere Kapazität um rund 8.000 Zuschauer erhöhen.“ Um den Zusammenhalt im Stehbereich kurzfristig zu stärken, werden die hintersten Sitzreihen hinter den Toren bereits baulich bis an die Wand erweitert.
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Klimatechnische Herausforderungen beim Rasen und Lob von Liverpool
Ein intensiv diskutiertes Thema in Istanbul bleibt der Zustand des Spielfelds, der insbesondere unter den hohen Sommertemperaturen leidet. Bora Bahcetepe schilderte die schwierigen Bedingungen der vergangenen Jahre anschaulich. „Rasen ist ein lebender Organismus, und die Witterungsbedingungen beeinflussen seine Gesundheit erheblich. Ich übe diese Aufgabe seit vier Jahren aus. Unsere Saison beginnt immer mit einem etwas geschwächten Rasen. Das größte Problem sind die heißen Sommer in Istanbul. Während auf den Tribünen Temperaturen von 30 Grad herrschen, können Boden und Rasen bis zu 40 Grad heiß werden. Im vergangenen Jahr mussten wir sogar 52 Grad messen. Diese extreme Hitze verbrennt aufgrund des Hybridrasens auch das umliegende Naturgras und den Dünger. Dadurch wird das Wachstum und die Wurzelbildung beeinträchtigt. Der Rasen gerät unter Stress und kann keine gesunden Wurzeln bilden. Eigentlich sollten die Wurzeln 17 bis 18 Zentimeter tief sein, bei extremer Hitze werden sie jedoch kürzer. Zum Glück war dieser Sommer nicht so heiß wie der vergangene. Die Durchschnittstemperaturen liegen niedriger und der Zustand des Rasens ist deutlich besser“, erörterte der Funktionär.
Ab Herbst verbessere sich die Qualität des Geläufs im RAMS Park jedoch traditionell drastisch, wie Rückmeldungen aus der „Königsklasse“ belegen. „Beim zweiten Spiel gegen Liverpool im vergangenen Jahr haben englische Verantwortliche unseren Rasen während des Trainings begutachtet. Sie sagten, dass er den Plätzen in England in nichts nachstehe und teilweise sogar besser sei. In England werden viele Fußballplätze zusätzlich für Rugby genutzt, was den Zustand beeinträchtigt. Unter normalen Bedingungen steht unser Rasen dem in England in nichts nach und befindet sich auf demselben Niveau. Sobald die Temperaturen sinken, verbessert sich unser Spielfeld weiter“, so Bahcetepe stolz.

Vermarktungserfolge und Modernisierung der Fan-Infrastruktur
Auch infrastrukturell und wirtschaftlich verzeichnet der Klub massive Fortfahrten. Neben neuen Videowänden wurden im Oberrang zwei umlaufende LED-Bänder installiert, die als zusätzliche Werbeflächen dienen. Bahcetepe betonte, dass durch die Vermarktung der oberen LED-Elemente Einnahmen in Hartwährung erwartet werden, die rund dreimal so hoch ausfallen wie noch vor zwei Jahren. Zudem wurden Beleuchtung und Soundsystem umfassend erneuert.
Um das Stadionerlebnis bereits vor den Toren der Arena aufzuwerten, plant der Vorstand eine Umgestaltung des Zugangswegs. „Außerdem gibt es zwischen der Metrostation und dem Stadion den Bereich, den wir ‚Aslanli Yol‘ nennen. Meiner Meinung nach sollte dieser modernisiert werden. Wir haben einen international ausgezeichneten Architekten mit einem Projekt dafuer beauftragt. Natuerlich spielt auch die Finanzierung eine Rolle, aber ich bin überzeugt, dass wir dieses Vorhaben umsetzen können. Unsere Fans sollen bereits auf dem Weg vom U-Bahnhof zum Stadion die besondere Atmosphäre der Arena spüren“, kündigte das Vorstandsmitglied an.

Vision Aslantepe Vadisi und die Gier nach der nächsten Meisterschaft
Das weitreichendste Zukunftsprojekt stellt jedoch das Konzept Aslantepe Vadisi dar, das die Arena in einen vollwertigen Sportkomplex verwandeln soll. „Unser Präsident sagt immer wieder, dass dies der Ali-Sami-Yen-Sportkomplex ist. Ein Sportkomplex sollte aus mehreren Einrichtungen bestehen – derzeit verfügen wir jedoch nur ueber eine. Mit dem Aslantepe-Tal-Projekt wird daraus ein echter Sportkomplex. Ein vergleichbares Projekt gibt es weltweit nicht. Es werden eine Basketballhalle, eine Volleyballhalle, ein Schwimmbad, eine Judohalle sowie ein neues Verwaltungsgebaeude entstehen. Schon allein der Umzug unserer Verwaltung dorthin wird dem Verein wirtschaftliche Vorteile bringen. In Istanbul besteht zudem ein großer Bedarf an Parkplätzen. Deshalb wird ein großes Parkhaus errichtet. Dadurch können die Hallen an 365 Tagen im Jahr genutzt werden – für Konferenzen, Konzerte und Theaterveranstaltungen. Das wird sowohl für Galatasaray als auch für Istanbul ein großer Gewinn sein“, erklärte Bahcetepe.
Abschließend richtete das Vorstandsmitglied den Blick auf die sportlichen Ambitionen der Mannschaft unter Cheftrainer Okan Buruk. Er stellte klar, dass der Verein nach den vier aufeinanderfolgenden Titeln keineswegs gesättigt sei und man mit unveränderter Leidenschaft den nächsten Meistertitel anstrebe. Die Neuzugänge würden in Kürze zur Mannschaft stoßen, um den Kader komplett aufzustellen und im Mai erneut den Titel nach Istanbul zu holen.



2 Kommentare
Ich wollte nur kurz anmerken, dass ICH den Begriff „MEGA“ hier auf GF in irgendwelchen Zusammenhängen mit einem Stadionausbau hautsächlich geprägt, benutzt und gefördert habe, als ich meine ganzen Kommentare zum FB Megastadion geschrieben habe und jetzt kommt der Verfasser dieses Artikels daher und benutzt das im Zusammenhang mit GS, sowas nennt man Plagiat, also das geht ja gar nicht….wollte ich nur mal so erwähnen…. 🙂
Blasphemie!