Nach dem hart erkämpften 1:0-Erfolg von Frankreich im Auftaktspiel der Gruppe 1 der UEFA Nations League A zollte Cheftrainer Zinedine Zidane dem Gegner großen Respekt. Der französische Übungsleiter sparte auf der Pressekonferenz im Kocaeli-Stadion nicht mit Lob für die Gastgeber, musste jedoch gleichzeitig eine bittere Hiobsbotschaft verkünden. Der Siegtorschütze Kylian Mbappe wird der Mannschaft in den kommenden Tagen nicht mehr zur Verfügung stehen. „Wir haben gewonnen. Es war ein ziemlich schwieriges Spiel. Auch der Platz war nicht einfach zu bespielen. Was Mbappe betrifft, habe ich schlechte Nachrichten. Er hat sich verletzt. Er hat Schmerzen im Knie und musste das Trainingslager verlassen“, erklärte der Nationaltrainer gewohnt offen.
GazeteFutbol gibt es jetzt auch als APP – Jetzt herunterladen!
Trotz der schwierigen Bedingungen auf dem Rasen überwog bei Zinedine Zidane die Zufriedenheit über das Resultat, wenngleich er klare Verbesserungspotenziale im Spiel ohne Ball ausmachte. „Was den Sieg betrifft, war das Spiel gut. Meine einzelnen Spieler sind technisch sehr stark. Wenn wir viel Ballbesitz haben, bauen wir unser Spiel besser auf. Ohne Ball haben wir Schwierigkeiten. Daran müssen wir noch etwas mehr arbeiten. Die türkische Mannschaft hat heute Abend sehr gut gespielt. Vor uns liegt das Spiel gegen Belgien. Jetzt ist es Zeit, sich auszuruhen, damit wir dort ein besseres Spiel zeigen können“, betonte der Coach mit Blick auf die nächste Aufgabe.
Protokoll-Patzer beim Debüt und Sonderlob für Manu Koné
Für Verwirrung sorgte zu Beginn der Partie der Umstand, dass der Übungsleiter nicht von der ersten Minute an der Seitenlinie stand. Auf Nachfrage klärte Zidane die ungewöhnliche Szene schmunzelnd auf. „Es war mein erstes Spiel. Bei Länderspielen gab es ein Protokoll, an das ich nicht gewöhnt war. Irgendwie bin ich zu spät gekommen. Eines kann ich garantieren: Ich werde auf die eine oder andere Weise nah am Spielfeld sein und stehen“, versicherte der Weltmeister von 1998.

Ein Extralob verteilte der französische Nationaltrainer im Anschluss an Mittelfeldakteur Manu Kone, der im Zentrum wichtige Akzente setzte und sämtliche Freiheiten im Spielaufbau nutzte. „Kone war sehr gut. Er hat viele Bälle erobert. Er ist ein intelligenter Spieler. Ich habe keinerlei Bedenken. Alle Spieler, die zum Einsatz kamen, haben sehr gut gespielt, und wir haben den Sieg verdient“, stellte der Cheftrainer klar.
Lob für türkische Auswahl und Taktik-Analyse
Auch über die Stimmung im Lager der Bleus nach dem intensiven Spieltag in Kocaeli fand der Coach warme Worte. Er hob hervor, dass der geschlossene Zusammenhalt der entscheidende Faktor für den Erfolg war. „Unser Tag war sehr lang. Wir haben auf dieses Spiel gewartet. Als die Partie begann, hatten wir sehr viel Freude. In unserer Mannschaft herrscht ein glücklicher Teamgeist. Natürlich haben wir individuelle Spieler, aber der Teamgeist, den sie sich gegenseitig vermitteln, hat uns auf die eine oder andere Weise dieses Ergebnis beschert. Natürlich macht ein Sieg glücklich. Aber wir haben erst vier Trainingseinheiten absolviert. Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Nach dem Sieg haben wir es als Mannschaft genossen. Jetzt ist es Zeit, sich auszuruhen“, bilanzierte der Trainer das gelungene Debüt.

Taktisch sah sich das französische Trainerteam auf die Ausrichtung der türkischen Nationalmannschaft bestens vorbereitet, hob aber erneut die Klasse der Gastgeber hervor. „Bei unserer Analyse gab es zwei Möglichkeiten. Die türkische Nationalmannschaft hat sich für die zweite Option entschieden. Natürlich hatten wir auch darauf hingearbeitet. Gegen die Dreierabwehr wollten wir vorankommen, indem wir die Bälle auf die Flügel spielten. Daran haben wir gearbeitet. Die Türkei ist eine sehr gute Mannschaft. Wir wollten sie ebenfalls in Bedrängnis bringen. Aber wir haben unsere Spielordnung zu keinem Zeitpunkt verändert“, analysierte der französische Cheftrainer abschließend.



