Die türkische Frauen-Volleyballnationalmannschaft hat sich in einem mitreißenden Endspiel der FIVB Volleyball Nations League (VNL) 2026 zur besten Mannschaft des Turniers gekrönt. Im vollbesetzten East Asian Games Dome in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Macau bezwangen die „Sultaninnen des Netzes“ die Auswahl von Brasilien nach 126 Minuten packender Spielzeit mit 3:1. Für die Türkei ist es bei der seit 2018 ausgetragenen VNL der zweite Titelgewinn der Verbandsgeschichte nach dem Premierenerfolg 2023. Das türkische Nationalteam stand dabei zum achten Mal in Folge in der Finalrunde dieses Wettbewerbs und sicherte sich hochverdient das nächste Gold.
Dramatischer Spielverlauf: Comeback nach frühem Satzrückstand
Die Südamerikanerinnen erwischten vor den Augen der Unparteiischen Francisco Denny Cespedes Lassi aus der Dominikanischen Republik und Vladimir Simonovic aus der Schweiz den besseren Start und erarbeiteten sich rasch eine 4:1-Führung. Die Türkinnen kämpften sich jedoch mit erfolgreichen Angriffen sowie einer verbesserten Blockarbeit zurück und glichen zum 7:7 aus. Nach einem Punkt von Superstar Melissa Vargas ging die Mannschaft beim 11:10 erstmals in Führung. Wie das Sportportal TRT Sport berichtet, steigerte sich Brasilien anschließend und baute den Vorsprung auf 22:17 aus. Trotz einer späten Aufholjagd der Türkinnen ging der erste Satz mit 25:23 an die Konkurrentinnen.
Auch im zweiten Durchgang führte der Gegner rasch mit 6:3. Dank druckvoller Aufschläge von Zehra Günes sowie variablen Block- und Angriffspunkten von İlkin Aydın drehte die Türkei die Partie mit einer Vier-Punkte-Serie zur 7:6-Führung. Über die Zwischenstände von 15:11 und 20:17 glichen die Brasilianerinnen beim 21:21 erneut aus. In der entscheidenden Phase behielten die Spielerinnen um Hande Baladin, Sinead Jack Kisal und Elif Sahin jedoch die Nerven, holten drei Punkte in Serie und machten mit 25:23 den Satzausgleich zum 1:1 perfekt.

Nervenkitzel im dritten Durchgang und furioses Finale
Der dritte Abschnitt entwickelte sich nach einer anfänglichen 5:3-Führung der Türkinnen und einer anschließenden Serie der Südamerikanerinnen zum 8:5 zu einem echten Krimi. Nach dem Ausgleich zum 14:14 lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Beim Stand von 24:24 wehrte der Gegner zunächst ab, ehe die Türkinnen die letzten beiden Ballwechsel für sich entschieden und den Satz hauchdünn mit 26:24 zur 2:1-Satzführung eintüteten.
Im vierten Durchgang starte die Mannschaft furios und erarbeitete sich früh ein komfortables Polster von 8:2. Brasilien kämpfte sich angeführt von Ana Cristina noch einmal auf 13:15 heran und ging beim 19:18 kurzzeitig sogar in Führung. In der Crunchtime leistete sich das türkische Ensemble jedoch keine leichten Fehler mehr. Mit 25:21 machte das Team den Sack zu und sicherte sich den Triumph. Im Einsatz standen zudem Gizem Örge, Eylül Akarcesme Yatgın, Cansu Özbay, Saliha Sahin und Yaprak Erkek, während beim Gegner unter anderem Bergmann, Diana, Rosamaria, Luzia, Roberta, Marcelle, Macris, Kisy, Maiara, Helena und Natinha das Nachsehen hatten.

Melissa Vargas zur MVP gekürt – Santarelli sammelt weiter Titel
Herausragende Akteurin des Endspiels war einmal mehr Ausnahmespielerin Melissa Vargas. Die Angreiferin avancierte mit phänomenalen 33 Punkten zur überragenden Topscorerin des Finales und wurde im Anschluss an die Partie als wertvollste Spielerin (MVP) der gesamten Volleyball Nations League 2026 ausgezeichnet.
Zugleich setzte Cheftrainer Daniele Santarelli seine beeindruckende Erfolgsserie fort. Seit seiner Amtsübernahme im Jahr 2023 holte der italienische Erfolgscoach bereits seine dritte Goldmedaille mit der Nationalmannschaft. Neben den VNL-Titeln 2023 und 2026 führte er die Mannschaft 2023 zum Europameisterschaftstitel und sicherte zudem bei der Weltmeisterschaft 2025 die Silbermedaille. Damit schraubte er seine Bilanz auf insgesamt vier Medaillen als türkischer Auswahltrainer hoch.

Süße Revanche für Olympia-Niederlage von Paris
Mit dem Erfolg gelang der Mannschaft zugleich die späte Revanche für die schmerzhafte Niederlage bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Damals hatte die Türkei das Spiel um die Bronzemedaille gegen Brasilien knapp verloren. Zwei Jahre später trafen beide Volleyball-Schwergewichte erneut in einem entscheidenden Medaillenspiel aufeinander – dieses Mal mit dem besseren Ende für die „Sultaninnen des Netzes“, die sich mit dem Gewinn der Goldmedaille eindrucksvoll auf dem Thron zurückmeldeten.
Spielinformationen
Halle: East Asian Games Dome
Schiedsrichter: Francisco Denny Cespedes Lassi (Dominikanische Republik), Vladimir Simonovic (Schweiz)
Türkei: Zehra Günes, Melissa Vargas, Hande Baladin, Sinead Jack Kisal, Elif Sahin, Ilkin Aydon (Gizem Örge, Eylül Akarcesme Yatgin, Cansu Özbay, Saliha Sahin, Yaprak Erkek)
Brasilien: Bergmann, Diana, Rosamaria, Ana Cristina, Luzia, Roberta (Marcelle, Macris, Kisy, Maiara, Helena, Natinha)
Sätze: 23:25, 25:23, 26:24, 25:21
Spieldauer: 126 Minuten

