Überraschungs-Tipp vor Marseille-Duell: TV-Experte Reo-Coker traut Besiktas viel zu – Drohte dem Gegner der Rückzug?
Zum Auftakt der Ligaphase in der UEFA Europa League steht für Besiktas das erste Heimspiel vor den eigenen Fans an. Vor der Begegnung am ersten Spieltag um 21:00 Uhr (MEZ) gegen den französischen Vertreter Olympique Marseille sorgt eine Experten-Einschätzung aus dem internationalen Fernsehen für Aufsehen. In einer Live-Sendung auf CBS Sports bezogen die Experten Stellung zum möglichen Ausgang des zweitwichtigsten europäischen Vereinswettbewerbs und diskutierten dabei den potenziellen Gewinner, den besten Torschützen sowie das Überraschungsteam der Saison.
Der ehemalige englische Profifußballer Nigel Reo-Coker sieht bei den Schwarz-Weißen unter der Regie ihres neuen Cheftrainers erhebliches Potenzial für eine Erfolgsstory auf europäischer Bühne. „Als Mannschaft, die für eine Überraschung sorgen könnte, möchte ich Besiktas unter Vincenzo Italiano nennen. Mit Fiorentina wurde er Sechster, mit Bologna Achter. Außerdem ist er wieder mit Vlahovic vereint. Auch Leandro Trossard darf man nicht vergessen. Besiktas wirkte zuletzt nicht ausgeglichen, aber sie könnten die Mannschaft sein, die für eine Überraschung sorgt“, verkündete der Ex-Profi im TV. Nach dem Auftakt gegen die Südfranzosen warten auf die Istanbuler in der Ligaphase noch die Begegnungen gegen die TSG 1899 Hoffenheim, Crystal Palace, Celtic Glasgow, Hapoel Beer Sheva, Bayer 04 Leverkusen, Royale Union Saint Gilloise und Omonia Nikosia.
Marseille drohten harte UEFA-Sanktionen wegen Financial Fair Play
Wenige Stunden vor dem Anpfiff der Partie drangen zudem brisante Details über den gegnerischen Klub an die Öffentlichkeit. Wie bekannt wurde, geriet Marseille ins Visier der UEFA-Finanzkontrollkammer für Klubs (CFCB), da der Verein gegen die Vorgaben zur finanziellen Nachhaltigkeit und zum Financial Fair Play verstoßen hat. Weil die Franzosen die zuvor zugesagten finanziellen Ziele sowie das vorgeschriebene Verhältnis der Fußballerträge aus einer Vergleichsvereinbarung mit dem europäischen Dachverband verfehlten, verhängte die Kammer eine Geldstrafe in Höhe von sechs Millionen Euro.
Zusätzlich überschritt der Klub die von der UEFA definierte Obergrenze für Kaderkosten deutlich. Diese Regelung schreibt vor, dass maximal 70 Prozent der Gesamteinnahmen eines Vereins für Gehälter des Spielers- und Trainerstabs, Transferabschreibungen sowie Beraterhonorare aufgewendet werden dürfen. Für diesen Regelverstoß belegte die Kontrollinstanz den Verein mit einer weiteren Geldstrafe von vier Millionen Euro. Darüber hinaus droht der Mannschaft eine bedingte einjährige Sperre für europäische Wettbewerbe, die greift, sollte der Klub die gesteckten Finanzkriterien in der Saison 2026/27 erneut verfehlen.
Rückzugs-Gedanken verworfen: Führungsriege entscheidet in letzter Minute
Infolge der harten finanziellen Strafen wurde im Vorstand des französischen Traditionsvereins intern intensiv über einen freiwilligen Rückzug aus der laufenden Europa League debattiert. Die Verantwortlichen wogen die sportlichen und wirtschaftlichen Vor- und Nachteile eines Verbleibs im Wettbewerb gegeneinander ab, ehe die Vereinsführung in letzter Minute entschied, die Teilnahme aufrechterhalten zu wollen. Hätte der Verein in dieser Spielzeit lediglich an der unterklassigen Conference League teilgenommen, wäre die Entscheidung für einen sofortigen Rückzug aus dem Europapokal wohl definitiv gefallen.

