Spektakel in La Liga: Real Madrid zittert sich zum Sieg gegen Elche – Jose Mourinho rechtfertigt Arda Güler-Auswechslung
Am sechsten Spieltag der spanischen La Liga hat Real Madrid einen spektakulären 3:2-Auswärtssieg beim FC Elche eingefahren, musste dabei im Estadio Manuel Martinez Valero aber bis in die Nachspielzeit zittern. Die Königlichen, bei denen der türkische Nationalspieler Arda Güler erneut zu den prägenden Figuren gehörte, gingen durch ein unglückliches Eigentor von Schlussmann Dituro nach einem sehenswerten Freistoß des Youngsters in der 26. Minute in Führung. Nur sieben Zeigerumdrehungen später erhöhte Kylian Mbappe in der 33. Minute auf 2:0 und brachte die Madrilenen scheinbar komfortabel auf Kurs.
Nach dem Seitenwechsel entglitt den Gästen jedoch zunehmend die Spielkontrolle, was Cheftrainer Jose Mourinho zu personellen Anpassungen veranlasste. Die Auswechslung des stark aufspielenden Arda Güler löste in den Medien und unter den Fans erhebliche Reaktionen aus, da der Außenseiter aus Elche die Partie durch Treffer von Osorio in der 71. Minute und Nino in der 83. Minute dramatisch zum 2:2 ausglich. Erst in der Nachspielzeit sicherte der eingewechselte Carlos Espi mit seinem Last-Minute-Treffer in der 90.+1 Minute den hart erkämpften Dreier. Damit schraubten die Königlichen ihr Punktekonto auf 15 Zähler hoch, während der Underdog weiterhin bei zwei Punkten verharrt.
Mourinho im O-Ton über Taktik, Ermüdung und Gülers Rolle
In den späten Nachtstunden stellte sich der portugiesische Starcoach den kritischen Nachfragen der Presse und bezog ausführlich Stellung zu seiner viel diskutierten Entscheidung. Auf die direkt formulierte Frage, ob Arda Güler mittlerweile unersetzlich für das Gefüge der Mannschaft sei, antwortete der Trainer gewohnt gewillt. „Nein, er ist nicht unverzichtbar. Im Fußball ist niemand unverzichtbar. Die ersten beiden Wechsel, bei denen ich Jude Bellingham und Brahim Diaz ins Spiel gebracht habe, nahm ich genau deshalb vor, weil wir begannen, die Kontrolle über das Spiel zu verlieren. Das war genau der Moment, in dem uns die vollständige Kontrolle entglitt“, stellte Jose Mourinho klar.
Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen analysierte der Übungsleiter den physischen Zustand seiner Schlüsselspieler und betonte das abfallende Intensitätsniveau in der zweiten Halbzeit. „Vinicius Junior hat in der Defensivordnung großartige Arbeit geleistet und sich immer sehr gut positioniert, aber danach wurde er müde und war völlig erschöpfst. Auch bei Arda Gueler, der heute in einer Rolle gespielt hat, die man als Zehnerposition bezeichnen könnte – wobei seine Position eigentlich das gesamte Spielfeld war –, begannen Tempo und Energie nachzulassen“, erklärte der Coach unumwunden. Trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs verteidigte er den gewählten Weg: „Als wir mit 2:0 führten, brachte ich mit Jude Bellingham und Brahim Diaz zwei frische Kräfte auf den Platz, weil ich bereits in diesem Moment gespürt hatte, dass uns die Kontrolle entglitt. Tatsächlich stand es anschließend 2:2. Danach haben wir alle unsere Trümpfe ausgespielt und es geschafft, die Partie für uns zu entscheiden.“ Trotz der heftigen Debatten betonte Jose Mourinho im Nachgang, wie wichtig der junge Mittelfeldregisseur für den Gesamterfolg des Teams ist.

