Finanzielle Offenlegung und Zukunftsprojekt: Konyaspor-Praesident Ömer Atiker beziffert Nettoverschuldung auf 2,7 Milliarden TL
Bei einer Informationsveranstaltung zum richtungsweisenden Projekt Yesil Beyaz Sanayi Sitesi hat TÜMOSAN Konyaspor-Präsident Ömer Atiker detaillierte Einblicke in die wirtschaftliche Lage und die Sanierungsmaßnahmen des Klubs gewährt. Der Vereinschef stellte klar, mit welchen Altlasten die neue Führung konfrontiert war und wie hoch die Verbindlichkeiten aktuell ausfallen. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung zum neuen Gewerbepark-Projekt bezog der Klubchef vor Mitgliedern und Investoren Stellung zu den drängendsten Finanzfragen.
„An dem Tag, an dem wir unser Amt antraten, haben wir den Klub mit Schulden übernommen, die auf dem Papier mit 1,5 Milliarden TL angegeben wurden. Die 1,5 Milliarden TL, die wir damals übernommen haben, waren auf dem Papier korrekt. Die Auswirkungen von Umstrukturierungen, Zinsen und Wechselkursdifferenzen infolge von Ratenzahlungen waren darin jedoch nicht enthalten. Wenn wir diese Beträge einrechnen, haben wir den Klub mit Schulden von ungefähr 2 Milliarden TL übernommen“, erläuterte Oemer Atiker die anfängliche Bilanz. Nach der Übernahme habe man umgehend gehandelt, um den Spielbetrieb und die Handlungsfähigkeit zu sichern: „Nachdem wir die Vereinsführung übernommen hatten, haben wir sämtliche offenen Vorgänge sowie Verbindlichkeiten gegenüber der SGK, Steuerschulden und laufende Verbindlichkeiten vollständig beglichen beziehungsweise neu strukturiert. Wenn wir uns die Situation mit Stand heute ansehen, beträgt die Nettoverschuldung unseres Konyaspor einschließlich sämtlicher Verbindlichkeiten 2,7 Milliarden TL (ca 48,2 Mio. Euro).“

Kritik an früheren Funktionären wegen Vollstreckungsverfahren
Deutliche Worte fand der Vereinspräsident für das Verhalten ehemaliger Offizieller, die juristische Schritte gegen den Klub eingeleitet hatten. Ömer Atiker betonte zwar ausdrücklich, dass niemand auf berechtigte Ansprüche verzichten müsse und man sich der Verantwortung keineswegs entziehe. Allerdings übte er scharfe Kritik am Vorgehen der Betroffenen.
„Wir bestreiten die Schulden nicht. Wir entziehen uns nicht unserer Verantwortung. Aber wir halten es nicht für richtig, einerseits als Funktionär dieses Klubs tätig gewesen zu sein, andererseits seine Forderungen bis auf den letzten Kuruş einzufordern und anschließend gegen Konyaspor ein Vollstreckungsverfahren einzuleiten und damit das Ansehen des Klubs zur Diskussion zu stellen“, so der Präsident unmissverständlich.
Großprojekt Gewerbepark soll die wirtschaftliche Zukunft sichern
Um den Verein nachhaltig auf gesunde Beine zu stellen, setzt die Klubführung auf das Infrastrukturprojekt Yesil Beyaz Sanayi Sitesi. Das von der vereinseigenen Genossenschaft erworbene Grundstück umfasst 295.824 Quadratmeter mit einer geplanten Gesamtbaufläche von 264.540 Quadratmetern. Dort sollen insgesamt 1.510 Gewerbeeinheiten in Größen zwischen 50 und 270 Quadratmetern entstehen, die maßgeschneidert für verschiedene Branchen konzipiert sind.
Zur Finanzierung präsentierte der Vereinschef ein klares Modell: „An dieser Stelle möchte ich insbesondere unser Zahlungsmodell hervorheben. Der Verkauf unserer Gewerbeeinheiten wird über einen Zeitraum von fünf Jahren mit festen Ratenbeträgen erfolgen, damit unsere Mitglieder und Investoren Planungssicherheit haben. Nach der festgelegten Anzahlung werden die monatlichen Raten abhängig von der Größe der Gewerbeeinheit zwischen 60.000 TL und 300.000 TL liegen.“ Es handle sich dabei nicht bloß um ein Bauprojekt, sondern um das fundamentale Fundament für die kommenden Jahre: „Wir schaffen hier also nicht nur ein groß angelegtes Gewerbegebiet, sondern ein zugängliches und planbares Investitionsmodell, das unterschiedliche Budgets berücksichtigt. Für uns ist jedoch wichtiger als die Zahlen, welchen Wert dieses Projekt für die Zukunft von Konyaspor schaffen wird. Denn es geht nicht nur um eine Genossenschaft oder ein Gewerbegebiet. Worum es wirklich geht, ist die wirtschaftliche Zukunft von Konyaspor.“

