Im Rahmen einer ausführlichen Stellungnahme zu den aktuellen Geschehnissen rund um den bordeauxrot-blauen Traditionsklub bezog Trabzonspor-Präsident Ertugrul Dogan erstmals detailliert Position zum überraschenden Abgang von Cheftrainer Fatih Tekke. Der Klubchef machte aus seiner Enttäuschung über die Art und Weise des Abschieds keinen Hehl und ordnete die Verhältnisse rückblickend ein.
„Um ehrlich zu sein, war der Rücktritt von Herrn Fatih Tekke auch für uns nichts, womit wir gerechnet hatten. Wir hatten von einer Planung über vier bis fünf Jahre gesprochen. Meiner Meinung nach war auch die vergangene Saison erfolgreich. Für Trabzonspor bedeutet Erfolg natürlich die Meisterschaft, das ist ein anderes Thema, aber Herr Fatih Tekke hatte im vergangenen Jahr eine erfolgreiche Saison und gewann einen Pokal. Er hat zur Entwicklung junger Spieler beigetragen“, betonte der Vereinspräsident. Wie aus den Äußerungen hervorging, erlebte der Verein unter der Regie des Übungsleiters eine Phase, in der der Klub sowohl finanziell als auch ideell profitierte und den Fans einen Pokal schenken konnte. „Ich habe ihm immer gedankt. Das war eine andere Situation. Ich wünschte, es wäre nicht so gekommen, aber es war die Entscheidung unseres Trainers. Daran lässt sich nichts ändern“, ergänzte der Klubchef wehmütig.
Kommunikation per App verstimmt die Klubfuehrung
Besonders die Begleitumstände des Rücktritts stießen bei der Vereinsspitze auf Unverständnis. Ertugrul Dogan stellte klar, dass man eigentlich eine langfristige Zusammenarbeit angestrebt und den Trainer nach Kräften unterstützt habe. Dennoch übte er deutliche Kritik an der Art der Kontaktaufnahme beim Abschied: „Wir wollten viele Jahre mit ihm weitermachen. Wir haben ihn so gut unterstützt, wie wir konnten. Ich habe ihm überall die Anerkennung entgegengebracht, die er verdient hat. Dafür danke ich ihm, aber als Präsident von Trabzonspor hätte ich von dieser Situation nicht durch die Benachrichtigung einer App erfahren dürfen. Darüber bin ich enttäuscht von ihm, und das habe ich ihm auch mitgeteilt.“
Seit diesem Vorfall sei der Kontakt zwischen den beiden Parteien komplett abgerissen. Der Präsident berichtete, dass nach der Demission überhaupt keine Gespräche mehr stattfanden und ein eigener Anrufversuch ohne Rückmeldung blieb, weshalb es bei diesem einen Versuch belassen wurde. „Ich wünschte, all das wäre nicht passiert. Er ist ein echter Trabzonspor-Mann und hat dem Klub wichtige Dienste geleistet. Ich danke ihm für seine Verdienste. Der Rücktritt war eine einseitige Entscheidung. Es wäre nicht richtig, viel dazu zu sagen“, schloss der Präsident seine Ausführungen ab.

