Erfolgreicher Europa-League-Auftakt: Vincenzo Italiano lobt Fans, Schiedsrichter und Team-Identitaet nach 4:1-Kantersieg
Nach dem eindrucksvollen 4:1-Heimerfolg von Besiktas am ersten Spieltag der UEFA Europa League gegen den französischen Spitzenklub Olympique Marseille zeigte sich Cheftrainer Vincenzo Italiano auf der anschließenden Pressekonferenz hochzufrieden. Der italienische Übungsleiter lobte die Leistung seiner Mannschaft, ordnete den Erfolg sachlich ein und bedankte sich bei den Anhängern im Stadion. Zudem zollte der Coach dem Unparteiischen Respekt für seine Spielleitung in einer intensiv geführten Partie.
„Der Schiedsrichter war heute gut. Denn ich denke, dass es nicht einfach ist, solche Spiele zu leiten. Es ist nicht einfach, weil es ein Spiel mit einem sehr hohen Rhythmus und Tempo ist, in dem sehr viel gelaufen wird. Gleichzeitig gibt es aber auch neu geänderte Regeln. Diese helfen Mannschaften wie uns, weil das Spiel dadurch schneller wird und weniger unterbrochen wird. Das macht die Arbeit des Schiedsrichters etwas schwieriger. Schiedsrichter Colombo ist ein bedeutender Schiedsrichter in Italien und ich möchte ihm zu seiner Leistung gratulieren“, würdigte Italiano die Spielleitung von Refereee Andrea Colombo.
Drei Punkte als Basis für den Einzug in die K.-o.-Phase
Trotz der deutlichen Tordifferenz mahnte der Trainer zur Wachsamkeit. In der ersten Halbzeit habe das Team zehn Minuten lang gekämpft, zu viele Fehlpässe produziert und dem Gegner Umschaltsituationen gestattet. Der zweite Durchgang habe ihn dagegen auf allen Ebenen überzeugt. „Ich denke, dass wir hervorragend in die zweite Halbzeit gestartet sind und sie auch sehr gut beendet haben. Jeder hat auf einem sehr hohen Niveau gespielt. Alle haben hervorragende Leistungen gezeigt. Am Ende haben wir die drei Punkte geholt, aber drei Punkte reichen nicht. Wir müssen mehr Punkte holen. Wenn wir die Gruppenphase überstehen und weiterkommen wollen, müssen wir mehr Punkte holen. Unsere Fans waren heute großartig. Diesen Sieg schenken wir ihnen“, betonte der Cheftrainer. Gleichzeitig hob der 48-jährige Trainer das Entwicklungspotenzial des Kaders hervor: „Ich denke, dass wir uns noch weiterentwickeln können. In schwierigen Momenten, wenn es nicht gut läuft, können wir den Ball länger in unseren Reihen halten. Wir können weniger Risiken eingehen. Ich mag wirklich alle meine Spieler sehr. Denn egal, was wir auf dem Platz oder im Training machen, sie hören mir sehr gut zu, setzen es um und übertragen es auch auf die Spiele.“

Kritik an Ballverlusten und Entwarnung bei Vaclav Cerny
In der Analyse sprach der Übungsleiter auch kritische Momente der Begegnung offen an. Die Mannschaft habe sich das Spiel phasensweise selbst schwer gemacht, indem einfache Optionen ignoriert wurden. „Nur in diesen zehn bis 15 Minuten müssen wir aufmerksamer sein. Denn wir haben den Ball unnötig verloren. In einigen Situationen haben wir das Spiel unnötig kompliziert gemacht. Obwohl es einfachere Optionen gab, haben wir es kompliziert gemacht, und im Gegenzug hat uns der Gegner mit Kontern unter Druck gesetzt. Wir mussten mehr laufen und größere Räume abdecken, und das hat uns Kraft gekostet“, analysierte der Trainer. Bezugnehmend auf die Verletzungsauswechslung von Vaclav Cerny gab der Coach vorsichtige Entwarnung: „Ich denke, es waren Krämpfe und Erschöpfung. Denn er ist wirklich sehr viel gelaufen. Ich glaube nicht, dass er ein größeres Problem hat. Wenn einem Menschen der Sprit ausgeht, muss er ausgewechselt werden. Dann muss jemand Frischeres, jemand Neues für ihn ins Spiel kommen.“
Identitätsaufbau in Istanbul und Dankbarkeit an den Kader
Der Wechsel von Italien in die Türkei sei eine bewusste Entscheidung gewesen, um dem Klub eine klare Handschrift zu verleihen. Die Resonanz im Stadion zeige, dass der gewählte Kurs Früchte trage. „Als mich der Klub zum ersten Mal kontaktierte, wurde von mir verlangt, hier das zu zeigen, was ich bereits zuvor geleistet hatte. Ich sollte es auch hier umsetzen. Ich habe das angenommen. Es war eine neue Herausforderung, und ich habe sie angenommen. Ich habe mein Land verlassen. Natürlich ist das für mich schwierig. Ich habe Italien verlassen und bin an einen Ort gegangen, dessen Sprache ich nicht kenne. Aber ich habe an dieses Angebot und an das geglaubt, was man mir gesagt hat. Ich denke, dass die Art von Fußball, die wir derzeit spielen, im Stadion die Anerkennung erhält, die sie verdient, und ich glaube, dass dies so weitergehen wird“, unterstrich der Cheftrainer.

Orkun Kökcü und Ernest Poku strotzen vor Selbstbewusstsein
Auch die Torgeber und Schlüsselspieler der Partie kamen nach dem Schlusspfiff zu Wort. Spielmacher und Kapitän Orkun Kökcü betonte die Bedeutung des Auftaktsieges in einer anspruchsvollen Europa-League-Gruppe. „Wir sind sehr gut gestartet. Dieses Spiel war für uns sehr wichtig. Wir mussten zu Hause gegen einen starken Gegner stark beginnen. Denn unsere Gruppe ist ziemlich schwierig. Deshalb ist jedes Spiel für uns wichtig. Weil wir zu Hause gespielt haben, hatte diese Partie eine noch größere Bedeutung“, erklärte der 25-jährige Mittelfeldspieler. Angesprochen auf seine körperliche Verfassung vor dem Anpfiff stellte er klar: „Im Moment fühle ich mich gut. Es ist im vergangenen Spiel passiert. Dort habe ich nicht viel davon gespürt, aber am nächsten Tag hatte ich ein wenig Schmerzen. Unser medizinisches Team hat alles getan, was es konnte. Auch ich fühlte mich für dieses Spiel bereit. Für mich stellte es kein Hindernis dar.“ Zu kritischen Stimmen bezüglich seiner Verhaltensweisen auf dem Platz fand er deutliche Worte: „Es liegt in meinem Charakter, ich kann Ungerechtigkeiten nicht besonders gut hinnehmen. Deshalb kommt es zu Reaktionen. Darüber wurde wieder viel gesprochen, deshalb haben Sie mich danach gefragt. Aber ehrlich gesagt ist mir das egal. Ich möchte auf dem Platz die Rechte meiner Mannschaft verteidigen. Es ist mir egal, was außerhalb des Platzes irgendjemand sagt.“

Auch Flügelstürmer Ernest Poku, der den Treffer zum 4:1-Endstand markierte, zeigte sich hochzufrieden mit seiner Joker-Rolle und schilderte die Anweisungen des Trainerteams vor seiner Einwechslung beim Stand von 3:1. „Unser Trainer wollte von mir, dass ich ich selbst bin. Er wollte, dass ich so spiele, wie ich bin. Wie Sie wissen, wurde ich heute beim Stand von 3:1 eingewechselt. In einer solchen Situation besteht die Priorität natürlich darin, das Ergebnis zu halten und, wenn sich die Gelegenheit bietet, das vierte Tor zu erzielen. Ich bin in solchen Kontersituationen ein Spieler mit viel Qualität. Bei Kontern gehe ich immer mit nach vorne. Das habe ich auch heute gemacht und mich in die Offensive eingeschaltet. Am Ende habe ich das Tor erzielt und bin deshalb sehr glücklich“, berichtete der Niederländer. Hinsichtlich seiner körperlichen Verfassung ergänzte der Offensivakteur: „Ich bin zu 100 Prozent bereit. Ich bin auch bereit, Spiele von Beginn an zu bestreiten. Wenn unser Trainer es vorzieht, mich von der Bank ins Spiel zu bringen, bin ich auch dafür bereit. Sie können sicher sein, dass ich immer 100 Prozent geben werde.“

