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Home»Trabzonspor»Tekke rührt Trabzonspor nach Derby-Sieg zu Tränen: Besondere Worte über Orhan Kaynak, Ziele und den schweren Weg bis zum Ende
Trabzonspor 15. März 2026

Tekke rührt Trabzonspor nach Derby-Sieg zu Tränen: Besondere Worte über Orhan Kaynak, Ziele und den schweren Weg bis zum Ende

Von Gazetefutbol08 Minuten Lesezeit
Andre Onana Christ Inao Oulai Fatih Tekke Paul Onuachu Trabzonspor
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Foto: IHA

 

Trabzonspor hat das Heimspiel gegen Caykur Rizespor mit 1:0 gewonnen und damit einen sportlich wichtigen, emotional aber noch viel schwerer wiegenden Abend erlebt. Der knappe Derby-Sieg brachte den Bordeauxrot-Blauen nicht nur 57 Punkte und damit Gleichstand mit Fenerbahce, sondern wurde von Mannschaft und Trainerstab vor allem einem Menschen gewidmet: dem verstorbenen Assistenztrainer Orhan Kaynak (GazeteFutbol berichtete).

Nach der Partie war deshalb schnell spürbar, dass es an diesem Abend nicht nur um Tabelle, Formkurve und den nächsten Schritt im Rennen um Europa ging. Es ging auch um Trauer, Zusammenhalt und die Frage, wie eine Mannschaft in einer emotional extrem belastenden Woche auftritt. Fatih Tekke fand dafür auf der Pressekonferenz ebenso klare wie bewegende Worte, während auch mehrere Spieler in ihren Aussagen genau diesen Gedanken aufgriffen.

Fatih Tekke widmet den Sieg Orhan Kaynak und dessen Familie

Der Trainer von Trabzonspor machte direkt nach dem Spiel deutlich, wem dieser Erfolg gehört. „Ich widme diesen Sieg meinem Bruder Orhan (Kaynak) und seiner Familie. Dieser Sieg war sehr wertvoll für uns“, sagte Tekke. Es war ein Satz, der den ganzen Abend auf einen Kern zurückführte: Die Mannschaft spielte nicht nur für drei Punkte, sondern auch im Gedenken an einen Menschen, der für den Klub wichtig war.

Zugleich unterstrich Tekke, dass der Sieg auch sportlich hart erarbeitet werden musste. „Der Sieg schien uns näher zu sein, aber auch Caykur Rizespor hatte recht gute Momente. Trotz aller Schmerzen haben meine Spieler den Wunsch und den Ehrgeiz zu gewinnen gezeigt. Das ist für mich sehr wertvoll. Ich gratuliere ihnen allen“, erklärte er. Genau in dieser Passage wird sichtbar, warum dieser Abend für Trabzonspor besonders war: Emotionale Belastung und sportische Disziplin mussten gleichzeitig getragen werden.

„An meinen Zielen hat sich nichts geändert“

Trotz des Erfolgs und trotz der verbesserten tabellarischen Lage wollte Tekke nach dem Spiel keine neue Zieldebatte eröffnen. Er blieb bei der Linie, die er schon zuvor formuliert hatte. „An meiner Rede und meinen Zielen hat sich nichts geändert. Wir sind auf einem guten Weg und wir müssen diesen Weg bis zum Ende fortsetzen“, sagte der Trabzonspor-Coach.

Besonders deutlich wurde er, als er später noch einmal auf die Saisonziele angesprochen wurde. „Wir kämpfen diesen Kampf seit einem Jahr. Dies ist keine neue Situation. Von nun an habe ich keine Motivation mehr, mir ein weiteres Ziel zu setzen. Ich habe am Tag meines Starts gesagt, dass ich mir ein Ziel zwischen Platz eins und vier gesetzt habe“, erklärte Tekke. Damit setzte er bewusst auf Stabilität statt auf neue Schlagzeilen.

Sein Gedanke dahinter war klar: Nicht jede positive Woche braucht ein neues Narrativ. Trabzonspor soll Schritt für Schritt weitergehen, ohne sich von emotionalen Ausschlägen treiben zu lassen. Gerade in einer Saison, in der zwischen Hoffnung, Druck und Verlust viel zusammenkommt, wirkt diese Haltung wie ein bewusst gesetzter Gegenpol.

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Der Kader kämpft, doch die Probleme bleiben sichtbar

Tekke sprach auch offen darüber, dass der Sieg nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, wie kompliziert die personelle Lage weiterhin ist. Vier Spieler standen an der Grenze zur Gelbsperre, dazu kommt der Ausfall von Arseniy Batagov, der laut Tekke die taktische Arbeit am Spielbrett erschweren werde. „Glücklicherweise gab es keine neue Verletzung, aber die Abwesenheit von Batagov wird uns auf ein anderes Spielbrett zwingen“, sagte er.

Hinzu komme, dass nicht alle Spieler bei voller körperlicher Verfassung seien. Einige seien zwar einsatzfähig, aber noch nicht bei hundert Prozent. Genau deshalb ordnete Tekke die Leistung gegen Rizespor auch als Ausdruck von Wille und Haltung ein. In einer solchen Situation zählt für einen Trainer nicht nur die spielerische Qualität, sondern vor allem die Frage, ob die Mannschaft bereit ist, mit ihren aktuellen Grenzen trotzdem Ergebnisse zu erzwingen.

Eyüpspor wartet, und Tekke warnt vor leichten Gedanken

Schon kurz nach dem Derby richtete Tekke den Blick auf die nächste Aufgabe. Ikas Eyüpspor wartet bereits am Mittwoch, und aus seiner Sicht wird auch diese Partie alles andere als einfach. „Wir werden am Mittwoch mit Eyüpspor spielen. Sie sind ein Team, das alle zwingt. Diese Art von Spielen ist immer schwierig“, sagte er.

Danach formulierte er die Grundidee, mit der Trabzonspor derzeit lebt. Man könne das eigene Umfeld, die Belastung und die emotionalen Themen nicht ausblenden, müsse aber trotzdem weiterarbeiten. „Wir versuchen, unser Bestes zu geben. Wenn wir das Spiel am Mittwoch gewinnen können, wird es gut für uns sein. Danach gibt es auf dem Papier eine sehr schwierige Phase. Wir müssen zum Spiel gehen und uns darauf vorbereiten, was wir tun können, um jedes Spiel zu gewinnen“, erklärte Tekke.

Gerade dieser Satz zeigt, wie der Trainer seine Mannschaft führt: nicht mit großen Versprechen, sondern mit nüchterner Konzentration auf das jeweils nächste Spiel.

Onuachu, Onana und Folcarelli sprechen über einen Sieg mit besonderer Bedeutung

Auch die Stimmen aus der Mannschaft zeichneten ein sehr klares Bild. Im Gespräch mit beIN SPORTS betonte Tim Jabol-Folcarelli, wie wichtig das Ergebnis für die Mannschaft gewesen sei. „Wir mussten dieses Spiel gewinnen, es war ein Muss. Rizespor kam hierher, um gut zu spielen. Heute haben wir für unseren Trainer gespielt, es waren sehr wichtige drei Punkte“, sagte er. Seine Worte verbanden sportische Pflicht und emotionale Motivation direkt miteinander.

Paul Onuachu, der mit seinem Treffer das Spiel entschied, begann seine Aussage ebenfalls mit einem Verweis auf den verstorbenen Assistenztrainer. „Ich möchte meine Worte damit beginnen, der Familie unseres Trainer mein Beileid auszusprechen, dass wir ihn verloren haben. Diesen Sieg widmen wir ihm und seiner Familie. Es war nicht einfach, zu diesem Spiel zu gehen. Wir durchleben im Namen unserer Stadt und unseres Vereins eine schwierige Zeit“, erklärte der Stürmer.

Zugleich erinnerte Onuachu daran, dass es in dieser Liga keine einfachen Aufgaben gibt. „Es gibt keine einfachen Spiele in der Liga. Wir werden weiter kämpfen. Jeder Gegner kämpft gut. Wir wollen mit der Hilfe unseres Coaches und unseres Trainereams weiter gewinnen“, sagte er. Genau das macht seine Aussage so wichtig: Der Torschütze des Abends sprach nicht nur über Trauer, sondern auch über Widerstandskraft.

Andre Onana nennt den Abend „in jeder Hinsicht besonders“

Torhüter Andre Onana wählte ähnlich klare Worte. „Dieser Sieg war für Orhan Kaynak. Es war in jeder Hinsicht ein besonderes Spiel für uns“, sagte er. Danach wurde seine Aussage noch persönlicher. „Wir haben unseren Assistenztrainer verloren. Nach dieser bitteren Nachricht war es nicht einfach, zu diesem Spiel zu kommen. Ich möchte seiner Familie sagen, dass wir immer bei ihnen sind. Wir werden immer bei der Familie unseres Trainers sein“, erklärte Onana.

Gerade aus Sicht eines Torhüters, der in solch einer Partie Ruhe ausstrahlen muss, sind diese Sätze besonders aussagekräftig. Sie zeigen, wie stark die emotionalen Umstände auf die Mannschaft eingewirkt haben. Umso größer ist aus interner Sicht offenbar die Bedeutung dieses 1:0-Sieges.

Oulai spricht von einer Woche voller Emotionen

Auch Christ Inao Oulai beschrieb die Tage vor dem Derby als außergewöhnlich belastend. „Ich kann ehrlich sagen, dass dies ein verdienter Sieg war, denn wir haben wirklich gut gearbeitet, weil unser Trainer uns eine gute Taktik gegeben hat. Wir haben im Gegenzug sehr gut gearbeitet“, sagte der Mittelfeldspieler zunächst mit Blick auf die sportliche Leistung.

Dann führte auch er die emotionale Ebene wieder in den Mittelpunkt. „Ich möchte diesen Sieg unserem verstorbenen Trainer Orhan Kaynak widmen. Von hier aus möchte ich seiner Familie mein Beileid aussprechen. Der Vorbereitungsprozess war für uns eine schwierige Woche. Es war eine Woche voller Emotionen und alle waren sehr traurig. Wir wussten, dass wir unser Bestes geben mussten. Diesen Sieg wollten wir ihm geben“, erklärte Oulai.

Diese Aussage bringt die Stimmung innerhalb der Mannschaft besonders treffend auf den Punkt. Trabzonspor spielte nicht losgelöst von den Ereignissen, sondern mitten in ihnen. Und genau deshalb bekam der Sieg eine Bedeutung, die weit über das Ergebnis hinausreicht.

Trabzonspor bleibt sportlich fokussiert und emotional geschlossen

Der Derby-Sieg gegen Caykur Rizespor war für Trabzonspor tabellarisch wertvoll, doch seine eigentliche Größe liegt in dem Zusammenhang, in dem er zustande kam. Die Mannschaft gewann in einer schweren Woche, ehrte einen verstorbenen Weggefährten mit einem Erfolg und hielt gleichzeitig an ihrer sportischen Linie fest.

Fatih Tekke brachte dabei zwei Dinge klar zusammen: die emotionale Würde des Abends und die nüchterne Fortsetzung der Saisonmission. Er will keine neuen Schlagworte, keine überhöhten Kurswechsel und keine spontane Zielverschiebung. Stattdessen bleibt er bei seinem Rahmen von Platz eins bis vier und fordert, dass Trabzonspor diesen Weg bis zum Ende geht.

Nach diesem 1:0 wirkt der Klub deshalb auf besondere Weise stabil. Nicht, weil alle Probleme gelöst wären, sondern weil Trainer und Spieler in einem belastenden Moment dieselbe Sprache sprechen. Sie reden über Trauer, Verantwortung, Kampf und Disziplin. Und genau das macht diesen Sieg gegen Rizespor für Trabzonspor so wertvoll.

 

 

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