Ozan Kabak formuliert historische WM-Mission: Auf den Spuren der Helden von 2002 zur Weltmeisterschaft 2026
Die unbändige Vorfreude auf das größte Fußballturnier der Welt ist im Lager der türkischen Nationalmannschaft mit Händen zu greifen. Im Rahmen der intensiven Vorbereitungen auf die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 bezog die Auswahl der Türkei Quartier in den hochmodernen TFF Hasan Dogan-Nationalmannschafts-Camp und Trainingseinrichtungen. Vor dem morgigen Testspiel in Istanbul (1. Juni) gegen Nordmazedonien trat Abwehrspieler Ozan Kabak vor die Mikrofone der Journalisten. In einer emotionalen Medienrunde zog der Innenverteidiger eine Bilanz seiner eigenen Karriereentwicklung im Ausland, sprach über die taktische Ausrichtung der kommenden Wochen und untermauerte die historische Dimension der Endrunde, die für eine ganze Generation von Profis ein Novum darstellt.
Das Ende einer 24-jährigen Leidenszeit und der perfekte Karriereplan in Europa
Für die Spieler des aktuellen Kaders markiert das anstehende Turnier den absoluten Zenit ihres bisherigen sportlichen Schaffens. Der Verteidiger machte keinen Hehl daraus, wie schwer die jahrzehntelange Abstinenz auf der Weltbühne wog und wie groß der Druck, aber auch die Begeisterung im Team nun ist. „Wir werden zum ersten Mal seit 24 Jahren an der Weltmeisterschaft teilnehmen. Die Aufregung darüber lässt sich nicht beschreiben. Wir werden versuchen, unser Land so gut wie möglich zu präsentieren. Ich hoffe, wir spielen ein gutes Turnier. Das ist die Nationalmannschaft. Die besten Spieler der Türkei sind hier. Auch ich werde mein Bestes geben. Jeder im Team wird das Beste für unser Land geben. Wir anderen werden die aktiven Spieler unterstützen. Wir sind so aufgeregt“, erklärte Kabak mit leuchtenden Augen.
Seine persönliche Rückkehr zu alter Stärke verdankt der Defensivspezialist einer enormen Willensleistung und Konstanz in den vergangenen Monaten. Er blickte auf eine erfolgreiche Vereinssaison zurück und verriet, dass er zuvor 1,5 Jahre gespart, also Kräfte gesammelt und hart an sich gearbeitet habe, um danach stark zurückzukommen. Für diese Entbehrungen habe er nun den verdienten Lohn erhalten. Bezüglich der Entwicklung im Nationaldress betonte er, dass die viel versprechende Europameisterschaft 2024 nun auch schon wieder zwei Jahre her sei und man eine Nationalmannschaft sehe, die sich seither ständig verbessere. Zunächst habe der Nationaltrainer eine sehr gute Umgebung und Atmosphäre im Team geschaffen, weshalb man sich mit jedem einzelnen Spiel weiterentwickle. Vor diesem Turnier laufe alles absolut nach Plan. Der Coach hatte der Mannschaft zuvor ein paar Tage frei gegeben, damit die Profis wertvolle Zeit mit ihren Familien verbringen konnten. Nun wolle das Team nach und nach richtig in die WM-Atmosphäre eintauchen, um das anstehende Turnier bestmöglich zu bestreiten. Auch seine eigene Vereinssituation im Ausland bewertet der Abwehrspieler als absoluten Volltreffer, da er mittlerweile im achten Jahr in Europa aktiv ist und dort bereits für vier, fünf Mannschaften gespielt hat. Er habe dort seinen Vertrag verlängert, spiele extrem gerne Fußball und vertrete sein Heimatland voller Stolz, was für ihn einen großartigen Karriereplan darstellt, den er aktuell erfolgreich in die Tat umsetzt.

Der Fokus auf das Australien-Spiel und das Treffen mit Rüstü Recber und Bülent Korkmaz
Trotz aller Träumereien verliert das Trainerteam die sportliche Realität nicht aus den Augen und setzt auf eine akribische Gegneranalyse im Vorfeld der Partien. Der Innenverteidiger ließ tief in die Arbeitsweise blicken und betonte, dass die Weltmeisterschaft sein absoluter Kindheitstraum sei und dieses Ereignis wohl das Größte ist, was einem Fußballer in seiner Laufbahn überhaupt passieren kann. Aus diesem Grund lasse man die Vereinsmannschaften nun komplett beiseite, da die volle Konzentration ausschließlich auf der Nationalmannschaft liege. Vor jedem Match werden die Offensivspieler des kommenden Gegners genauestens durchleuchtet. Obwohl man sich logischerweise intensiv mit dem morgigen Testspiel gegen Nordmazedonien auseinandersetze, liege der wahre Fokus bereits auf dem Ernstfall in einigen Wochen. Aktuell verbleiben noch exakt 15 Tage bis zum ersten echten WM-Spiel. Viel wichtiger als die Testspiele sei das wegweisende Duell gegen Australien. Das Team werde sich dieses Spiel ganz genau ansehen, da das primäre Ziel ganz klar das Überstehen der Gruppenphase und der Einzug in die K.-o.-Runde ist. Danach wolle man so weit gehen, wie es nur irgendwie möglich ist.
Als zusätzliche Motivationsspritze diente ein prominenter Besuch im Trainingslager der Auswahl. Die aktuellen Nationalspieler orientieren sich stark an der legendären Generation, die im Jahr 2002 die Bronzemedaille in Japan und Südkorea errang. Wie der Abwehrspieler verriet, gab es unlängst ein Treffen mit den damaligen Helden, das bleibenden Eindruck hinterließ. „Wir wollen unsere Spuren hinterlassen. Neulich kamen uns Rüstü Recber und Bülent Korkmaz besuchen und wir unterhielten uns. Was sie damals wirklich gezeigt haben, ist eine unglaubliche Leistung. Wir sehen sie auch heute noch überall. Ich hoffe, wir werden bei dieser Weltmeisterschaft unsere eigene Geschichte schreiben“, schloss der Profi seine Ausführungen ab, um die historische Mission des Teams zu unterstreichen.


