Im Rahmen des Trainingslagers in Österreich hat Trabzonspor sein erstes Vorbereitungsspiel auf die neue Saison absolviert. Die Bordeauxrot-Blauen mussten sich in Salzburg dem deutschen Bundesligisten Eintracht Frankfurt mit 0:3 geschlagen geben. Nachdem das Team vom Schwarzen Meer am 6. Juli auf dem eigenen Trainingsgelände in die Saisonvorbereitung gestartet war, bedeutete die Partie den Auftakt zu einer Serie von insgesamt drei Testspielen. Bereits am 30. Juli steht gegen Al-Sadd der nächste Vergleich auf dem Programm. Bei den Türken kamen zahlreiche Neuzugänge zum Einsatz, darunter Samet Akaydin, Cenk Özkacar, Ruslan Malinovskyi, Melih, Metehan, Thierry Karadeniz, Cabral, Saviolo und Aral Şimşir. Personell musste die Mannschaft auf die verletzten Batagov, Okay Yokuslu und Tim Folcarelli verzichten, der im Training einen Schlag abbekommen hatte.
Frühe Gegentore und kuriose Szenen am Spielfeldrand
Die Treffer für die Hessen erzielten Hugo Larsson bereits in der 9. Minute, Jonathan Burkardt per Elfmeter in der 38. Minute sowie Chibuike Nwaiwu durch ein unglückliches Eigentor in der 57. Minute. Bei Eintracht Frankfurt stand der türkische Nationalspieler Can Uzun in der Startelf. Der Youngster zeigte eine engagierte Leistung, war an den Toren beteiligt und tauschte in der Halbzeitpause sein Trikot mit Samet Akaydin.
Kuriose Szenen spielten sich abseits des Rasens ab: Obwohl der Klub im Vorfeld angekündigt hatte, dass die Partie aufgrund allgemeiner Sicherheitsmaßnahmen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden werde, umgingen einige Anhänger das Verbot. Mehrere Fans verfolgten das Geschehen von gut einsehbaren Stellen am Spielfeldrand aus. Die kommenden zwei Begegnungen des Klubs sollen jedoch wieder offiziell vor Zuschauern ausgetragen werden.

Fatih Tekke zeigt sich trotz Niederlage zufrieden
Trotz des deutlichen Endergebnisses zeigte sich Cheftrainer Fatih Tekke nach der Partie keineswegs beunruhigt und ordnete die Leistung pragmatisch ein. Wie die türkische Sportpresse berichtet, stehe die reine Ergebnisverwaltung in dieser Phase der Vorbereitung an zweiter Stelle. „Ich bin heute mit allen Spielern, die zum Einsatz gekommen sind, sehr zufrieden. Insgesamt war es gut, denn abgesehen vom Elfmeter haben wir zwei unglückliche Gegentore kassiert“, analysierte Fatih Tekke nach dem Abpfiff. Der Übungsleiter betonte den speziellen Fokus dieser ersten Begegnung: „Wie Sie wissen, haben wir einige Neuzugänge. Heute ist erst der dritte Tag unserer zweiten Vorbereitungsphase. Eigentlich hatten wir geplant, bereits in Trabzon ein weiteres Spiel auszutragen, aber dazu kam es nicht. Von jetzt an haben wir noch drei weitere Spiele.“
Bewusste Taktik: Defensive Belastungsprobe im Vordergrund
Der Coach stellte klar, dass das physische Aufbauspiel und das taktische Verhalten in der Defensive im Vordergrund standen und Angriffe in bestimmten Abschnitten bewusst ausgeblendet wurden. „Heute habe ich meine Spieler insbesondere in einer Phase der zweiten Halbzeit sogar darauf hingewiesen, dass wir momentan kein Angriffspressing wollen, selbst wenn sie dadurch den Ball gewinnen können. Der körperliche Zustand der Spieler, die Vermeidung von Verletzungen, das Verständnis unseres Spiels, die Eingewöhnung der Neuzugänge und ihre Anpassung an unsere Vorstellungen sind wichtig. Für dieses Spiel war es völlig unerheblich, gegen wen wir spielen. Das Ergebnis ist vollkommen zweitrangig. In der vergangenen Saison war meine Einschätzung, dass meine Mannschaft Probleme bei der geordneten Defensivarbeit hatte. In dieser Saison werden wir aber in drei Wettbewerben antreten. Besonders deshalb müssen wir gut verteidigen können. Dafür war dieses Spiel meiner Meinung nach eine gute Gelegenheit“, erläuterte der Cheftrainer ausführlich.
Der Trainer führte aus, dass das einzige Ziel für diese Begegnung darin bestand, den Gegner angreifen zu lassen und selbst kompakt zu verteidigen. „Das hat mit meiner grundsätzlichen Spielphilosophie eigentlich nichts zu tun, aber es ist ein Bestandteil des Spiels und etwas, das wir dringend benötigen. Es geht außerdem darum, bei den Spielern das Gefühl zu entwickeln, sich nicht nur gegenseitig zu unterstützen, wenn wir den Ball haben, sondern auch bei der Defensivarbeit. Das entsteht nicht durch ein einziges Spiel. Aber beide unterschiedlichen Mannschaften, die in den beiden Halbzeiten gespielt haben, haben das heute insgesamt sehr gut umgesetzt“, so Fatih Tekke weiter. Er ergänzte, dass in der ersten Hälfte noch etwas Mut beim Überspielen des gegnerischen Pressings gefehlt habe, die zweite Halbzeit jedoch eine deutliche Steigerung zeigte.

Schrittweise Entwicklung für drei Wettbewerbe geplant
Der Übungsleiter blickt optimistisch auf die verbleibende Vorbereitungszeit und kündigte eine kontinuierliche Steigerung an, um das Team für die Dreifachbelastung aus Liga, Pokal und europäischem Wettbewerb zu wappnen. „Wenn wir momentan 30 Prozent unseres gesamten Spielkonzepts auf den Platz bringen können, werden wir beim nächsten Spiel weitere 20 Prozent hinzufügen. Vielleicht werden wir etwas mehr Angriffspressing spielen, vielleicht werden wir stärkere Rotation nutzen. Ich kann nicht sagen, dass wir bis zum Spiel gegen Göztepe bereits vollständig den gewünschten Rhythmus erreicht haben werden, denn das ist kein einfacher Prozess“, verdeutlichte der Coach. Er fügte hinzu: „Diese Spiele heißen nicht umsonst Vorbereitungsspiele. Wir haben so gespielt, wie wir es für unsere Vorbereitung vorgesehen hatten, und verloren. Das ist überhaupt nicht wichtig. Natürlich möchte niemand verlieren und niemand akzeptiert Niederlagen – ich ebenfalls nicht. Aber der Sinn von Vorbereitungsspielen besteht darin, dafür zu sorgen, dass man später unter realen Wettbewerbsbedingungen nicht verliert.“
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Großer Personalumbruch erfordert Geduld
Abschließend sprach der Trainer den enormen Wandel innerhalb des Kaders an, der eine Anpassungsphase unausweichlich macht. „Wenn ich mich nicht irre, sind seit meinem ersten Tag nur noch vier oder fünf Spieler aus dem damaligen gesamten Kader dabei. Mehr als 25 Spieler sind gegangen und anschließend kamen wieder neue Spieler hinzu. Gleichzeitig hatten wir zwei oder drei sehr bedeutende Verkäufe, durch die wir auch Einnahmen erzielen konnten“, gab Fatih Tekke zu bedenken. In der abgelaufenen Spielzeit habe man oft nur mit zwölf oder 13 voll belastbaren Profis arbeiten können. Nun stehe jedoch ein breiterer Kader zur Verfügung: „In dieser Saison sind wir in dieser Hinsicht etwas besser aufgestellt. Unser Spiel erreicht nicht von einem Moment auf den anderen das gewünschte Niveau. Mit jedem neuen Spieler kann sich die Funktionsweise unseres Systems verändern. Deshalb müssen wir alle einzelnen Teile zu einer harmonischen Einheit zusammenfügen.“


