Im Gespräch mit deutschen Medien hat Ilkay Gündogan überraschende Einblicke in seine Zukunftsplanung gegeben. Der Mittelfeldstar von Galatasaray verriet dabei, dass Starcoach Pep Guardiola ihn vor dessen Abschied von Manchester City für eine ganz besondere Rolle vorgesehen hatte. Zudem sprach der 33-Jährige offen über seine verbleibende Karrieredauer, die Schattenseiten seiner enormen Popularität in der 16-Millionen-Metropole Istanbul sowie die Ambitionen des türkischen Meisters in der UEFA Champions League.
Zukunft als Trainer: Das überraschende Angebot von Pep Guardiola
Der Mittelfeldstratege, der im vergangenen Sommer vom FC Barcelona zu Galatasaray gewechselt war, erklärte, er wolle noch „ein paar Jahre“ weiterspielen. Dennoch fügte er einen bemerkenswerten Zusatz an: „Aber das kann sich – besonders in meinem Alter – über Nacht ändern.“ Seine Ambitionen für die Zeit nach der aktiven Laufbahn unterstrich er mit dem Hinweis, dass er bereits die B-Lizenz erworben habe und sich den Weg auf die Trainerbank sehr gut vorstellen könne.
Dass er dafür einen prominenten Fürsprecher hat, verriet der gebürtige Gelsenkirchener beiläufig. Auf die Frage nach einer Rolle im Stab der DFB-Auswahl antwortete er lachend: „Bis jetzt kam noch nichts, außer von Pep Guardiola. Das war letztes Jahr, so ein bisschen scherzhaft gemeint.“ Der Spanier habe ihm geraten, noch ein paar Jahre zu spielen und danach sein Co-Trainer zu werden. „Aber jetzt müssen wir erst mal schauen, er hat ja momentan auch noch keinen Job“, ergänzte der Kapitän mit einem Schmunzeln.
Der beste Live-Sport an einem Ort – nur auf DAZN
Europäische Ziele: Galatasaray muss auswärts geschlossener auftreten
Trotz der Zukunftsüberlegungen liegt der volle Fokus von Gündogan auf seinen Aufgaben beim aktuellen Arbeitgeber. In klaren Worten unterstrich er den Status der Gelb-Roten in der Heimat: „Es ist doch sehr eindeutig, dass wir im Moment der größte Klub der Türkei sind.“ Das Ziel sei jedoch, den Verein auch auf internationalem Parkett weiter nach vorne zu bringen. „Ich glaube, wir können noch einen Schritt weitergehen, was Europa und die Welt betrifft – vor allem in der Champions League und bei internationalen Vergleichen.“
Für den angestrebten Erfolg mahnte der Routinier allerdings deutliche Verbesserungen in den Auswärtsspielen an: „Zu Hause sind wir mit unseren Fans eine kleine Macht geworden. Aber auswärts waren wir oft viel zu schwach und harmlos.“ Das Rezept für die kommende Saison lieferte der Mittelfeldspieler direkt mit: „Wir müssen als Mannschaft disziplinierter und organisierter auftreten, um es dem Gegner richtig schwer zu machen.“
Leben im „fußballverrückten“ Istanbul: Zurückhaltung im Alltag
Neben den sportlichen Zielen sprach der frühere deutsche Nationalspieler über sein Privatleben in der türkischen Großstadt. Auf die Frage, wie sich der Alltag in einer fußballbegeisterten Metropole gestalte, gab er sich zurückhaltend. „Ehrlicherweise gehen wir kaum raus“, gestand der Mittelfeldstar. Spaziergänge oder ausgedehnte Streifzüge durch die Stadt vermeide die Familie bewusst: „Das wollen wir auch ein bisschen vermeiden, weil wir nicht genau wissen, was uns draußen erwartet.“
Die Wege beschränken sich meist auf die Fahrt vom Haus ins Restaurant oder in den Spielzeugladen. Dennoch betonte Gündogan die große Gastfreundschaft vor Ort: „Egal, wohin wir gehen, die Leute sind superfreundlich – völlig egal, ob sie Galatasaray-, Fenerbahçe- oder Besiktas-Fan sind. Das spielt wirklich keine Rolle.“
Blick auf die DFB-Elf: Demut unter Jürgen Klopp
Abschließend äußerte sich der Star-Spieler zum neuen Bundestrainer Jürgen Klopp, den er aus gemeinsamen Zeiten bestens kennt, und richtete den Blick auf die deutsche Nationalmannschaft. Er wünsche dem Coach alles Gute, mahnte nach den enttäuschenden Turnieren der Vergangenheit jedoch zur Geduld: „Deutschland gehört immer zu den Mannschaften, die um den Titel mitspielen müssen. Aber in den nächsten Monaten und Jahren werden wir wohl eine etwas demütigere Haltung brauchen.“


