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Türkei & Legionäre 5. Juni 2026

Historisches Legenden-Treffen in Bursa: Warum Ilhan Mansiz für das entscheidende Tor weder Arda Güler noch Kenan Yildiz wählen würde und Ümit Davalas Frisuren-Geheimnis von 2002

Von Gazetefutbol08 Minuten Lesezeit
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Foto: IHA

Historisches Legenden-Treffen in Bursa: Warum Ilhan Mansiz für das entscheidende Tor weder Arda Güler noch Kenan Yildiz wählen würde und Ümit Davalas Frisuren-Geheimnis von 2002

Im Rahmen des von Trendyol, dem offiziellen Sponsor der türkischen Nationalmannschaften, organisierten Treffens „Legenden unter dem Halbmond und Stern“ erlebten die Sportfans in Bursa einen hochemotionalen Abend. Die drei absoluten Ikonen der historischen FIFA-Weltmeisterschaft 2002, Ilhan Mansiz, Rüstü Recber und Ümit Davala, kamen zusammen, um über ihre unvergesslichen Momente auf dem Platz, die tiefen Spuren in ihren Lebensläufen und die Hoffnungen für die anstehende Reise zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 zu sprechen.

Das letzte Golden Goal der Fußballgeschichte und ein taktisches Gedankenspiel

Als erster Redner des Abends ergriff der einstige Stürmerstar Ilhan Mansiz das Wort und blickte sogleich auf den absoluten Höhepunkt seiner Karriere zurück. Natürlich gebe es viele schöne Momente und Erinnerungen, die man damals gemeinsam erlebt habe. Aber für ihn persönlich habe besonders das Golden Goal, das er im dramatischen Viertelfinale gegen Senegal geschossen hat, einen ganz besonderen Stellenwert, da es das letzte Golden Goal in der Weltgeschichte war. Mit leuchtenden Augen erklärte der Torjäger den emotionalen Wert dieses Treffers: „Dieses Tor war ein Spiel, das uns nicht nur ins Halbfinale brachte, sondern mir auch zeigte, dass ich nun gewissermaßen bei der Weltmeisterschaft spielen musste und dass ich dort meinen Platz hatte.“

Foto: IHA

Spannend wurde es, als Ilhan Mansiz ein taktisches Szenario in Bezug auf die aktuelle Generation der Nationalmannschaft aufgemacht wurde. Auf die Frage, wer im damaligen Spiel gegen Senegal die entscheidende Vorlage für sein Tor gegeben hätte, wenn er mit den heutigen Stars auf dem Platz stünde, überraschte der Ex-Profi mit einer klaren Absage an die Offensivjuwelen Arda Güler und Kenan Yildiz.

Da sei der offensive Außenverteidiger Ferdi Kadioglu, der von den Flügeln kommt. Technisch sei er natürlich absolut in der Lage, diesen Pass präzise zu spielen. Ilhan Mansiz begründete seine Wahl sehr tiefgehend mit den taktischen Anforderungen des modernen Fußballs: „Da wir im modernen Fußball Flügelspieler mit dem schwächeren Fuß bevorzugen, gibt es einen großen Unterschied zwischen einem Linksfuß, der von der rechten Seite nach innen zieht, und einem Rechtsfuß, der nach außen zieht. Hätten also Arda von dort oder Kenan von der anderen Seite den Pass gespielt, hätte ich den Ball vielleicht ins Leere geschossen. Ich denke, Ferdi könnte das wohl schaffen.“

Ümit Davala über das Risiko der Kult-Frisur und das Lob für Baris Alper Yilmaz

Auch Ümit Davala blickt mit großer Demut und Stolz auf das Turnier in Südkorea und Japan zurück. Besonders die japanischen Fans haben sich nachhaltig in sein Gedächtnis eingebrannt. Dies liege nicht nur an dem wichtigen Tor, das er selbst im Achtelfinale gegen Japan geschossen habe, sondern vor allem daran, wie respektvoll die japanischen Anhänger trotz der Niederlage ihres eigenen Teams waren. Man habe gesehen, wie sie mit der türkischen Mannschaft feierten. Hand in Hand und Arm in Arm mit den Spielern habe man die Tribünen begrüßt und enorm viel Respekt erfahren. Sogar nach dem Ausscheiden der eigenen Auswahl hätten die japanischen Fans die Türkei in den weiteren Partien tatkräftig unterstützt.

Ein weiteres großes Thema war natürlich seine damalige Irokesen-Frisur, die weltweit für Schlagzeilen sorgte. Ümit Davala gab offen zu, dass er sich des sportlichen Risikos dieser optischen Auffälligkeit absolut bewusst war. Natürlich habe man Tore geschossen, Vorlagen gegeben und Erfolge erzielt. Aber manchmal denke er sich eben auch, was wohl passiert wäre, wenn man die Gruppenphase nicht überstanden hätte und was alle Leute dann dazu gesagt hätten. Mit einem Schmunzeln gestand er: „Hätten sie vielleicht gesagt: ‚Statt dir die Haare zu machen, hättest du lieber Fußball spielen sollen‘? Aber diese Frisur hat mir einen Platz in der Startelf verschafft.“

Bezüglich der perfekten Vorlage zu dem geschichtsträchtigen Golden Goal von Ilhan Mansiz betonte Ümit Davala, wie komplex der Abschluss technisch war. Es sei schon schwer genug gewesen, den Ball überhaupt zu Ilhan Mansiz weiterzugeben. Das sei wirklich kein einfacher Schuss und extrem kompliziert, da einen vor einem aufsprungenden Ball sauber zu treffen, nicht jedermanns Sache sei. Deshalb habe der Stürmer die Chance optimal genutzt. Der Vorlagengeber fügte scherzhaft hinzu: „Aber ich hätte es zum Beispiel gerne von einem Ronaldo sehen wollen.“

Für die aktuelle Nationalmannschaft hob Ümit Davala besonders Baris Alper Yilmaz als das ultimative Beispiel für unbändigen Kampfgeist hervor. Dieser besitze wirklich eine unglaubliche Kraft. Selbst wenn zwei oder drei Gegenspieler ihn von hinten festhalten, kämpfe er unentwegt weiter und renne unaufhaltsam. Er mische überall mit und scheue absolut keinen Zweikampf. Davala geriet regelrecht ins Schwärmen: „Ich kann wirklich sagen, dass er sich als Vorbild im Team etabliert hat. Die anderen werden natürlich genauso kämpfen. Niemand hat dort den Luxus, sich verstecken zu können.“

Für die taktische Ausrichtung unter Nationaltrainer Vincenzo Montella bei der kommenden Weltmeisterschaft hat der Ex-Bundesliga-Profi eine klare Vision. Wenn man eine Mannschaft mit so enorm viel Offensivkraft etwas weiter vorne agieren lasse, defensiv weniger abwarte und das Spiel konsequent auf das gegnerische Tor ausrichte, könne man einen großen Erfolg erzielen. Er wolle eine Türkei sehen, die eher offensiv denkt als defensiv spielt. Es sei elementar, immer fest an den Erfolg zu glauben. Es werde nicht einfach, da man alle drei bis vier Tage wichtige Spiele bestreite, viele Orte wechsle und von Stadt zu Stadt fliege. Körperlich und mental müsse man bei diesem Turnier schlichtweg immer bereit sein.

Foto: IHA

Rüstü Recber adelt die aktuelle Generation: „Jeder Spieler ist ein Auserwählter“

Torwart-Legende Rüstü Recber legte den Fokus in seiner Ansprache auf den besonderen, unbezähmbaren Teamgeist, der die Mannschaft im Jahr 2002 auszeichnete. Wenn man heute nur an die langen Haare oder das markante Augen-Make-up zurückdenke, dann komme dahinter eine absolut kämpferische Mannschaft mit einem ganz besonderen Geist zum Vorschein. Wenn man sich Ilhan Mansiz, Ümit Davala, ihn selbst und damals den Abwehrchef Bülent Korkmaz ansehe, so hatten alle völlig unterschiedliche Frisuren und Typen. Man habe versucht zu demonstrieren, dass man eine Truppe ist, die bis zum bitteren Ende kämpft, egal wie die Umstände sind – und genau darin sei man erfolgreich gewesen.

Mit Blick auf die Zukunft formulierte Rüstü Recber eine emotionale Botschaft an die heutigen Nationalspieler: „Hoffentlich können unsere jungen Brüder in Amerika, auch wenn sie keinen besonderen Stil haben, diesen Kampfgeist, diese Hartnäckigkeit und diese Unbeugsamkeit zeigen – dann werden sie in unseren Augen ohnehin als Legenden gelten, ganz ohne auf ihre Frisuren zu achten.“

Gleichzeitig schwärmte die Torwart-Ikone von den individuellen Glanzleistungen seines damaligen Kollegen im Spiel gegen Brasilien. Die beiden Aktionen von Ilhan Mansiz bei dieser Weltmeisterschaft werde man im Leben nie wieder sehen – damit meinte er das erzielte Tor und die sensationellen Dribblings. Man könne sich den Schuss für dieses Tor von morgens bis abends anschauen und es sei dennoch unmöglich, exakt denselben Schuss noch einmal zu reproduzieren, da dafür einfach alles perfekt zusammenkommen müsse. Und dann sei da noch dieses unvergessliche Dribbling gegen den Weltstar Roberto Carlos gewesen. Recber zog ehrfürchtig den Hut: „Es sieht für uns wirklich sehr einfach aus, glaubt mir. Wo bist du? Du bist bei der Weltmeisterschaft. Gegen wen spielst du? Brasilien. Wer ist da? Roberto Carlos, und so eine Aktion mit dieser Gelassenheit, dieser Ruhe auszuführen. Also diese beiden Aktionen. Jetzt verstehen wir eigentlich den Wert einiger Dinge. Deshalb gratuliere ich noch einmal.“


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Abschließend bewertete Rüstü Recber den aktuellen Torhüterpool der Nationalmannschaft und stellte den Schlussmännern ein glänzendes Zeugnis aus. Mit Ugurcan Cakir, Altay Bayindir und Mert Günok verfüge man über extrem wichtige und qualitätvolle Namen. Zwar gebe es noch weitere talentierte Torhüter, aber natürlich werde Ugurcan Cakir in dieser entscheidenden Phase die größte Verantwortung auf seinen Schultern tragen. Wenn man auf dessen Entwicklung seit seiner Zeit bei Trabzonspor zurückblicke, sehe man einen sehr wichtigen Spieler und verlässlichen Rückhalt, der für die Nationalmannschaft von unschätzbarem Wert ist. Was er im Nationaldress bereits geleistet habe, sei offensichtlich. Natürlich müsse er sich bei einem solchen Großturnier nun maximal hervorheben, um seine Leistungen endgültig zu krönen. Hoffentlich werde diese Weltmeisterschaft für ihn und seine persönliche Karriere ein Meilenstein. Recber schloss mit den motivierenden Worten: „Ich sage immer: Jeder unserer Fußballbrüder, der dorthin fährt, ist ein Auserwählter. Sie sollten sich der Bedeutung und Wichtigkeit bewusst sein, dort zu sein, und many Erinnerungen sammeln. Das ist wichtig. Das sind Dinge, über die sie ihr ganzes Leben lang sprechen und erzählen werden.“

Zum Ende der rundum gelungenen Veranstaltung, die durch ein interaktives Quiz zur WM 2002 abgerundet wurde, bedankten sich die drei Fußballlegenden ausdrücklich beim Hauptsponsor. In der Türkei eine solche Rolle einzunehmen sei nicht einfach, da man dafür wirtschaftlich enorm stark sein und ein sehr breites Spektrum abdecken müsse. Trendyol leiste seit 2021 eine großartige Unterstützung für den Fußball und investiere als Marke über soziale und kulturelle Projekte spürbar in die Entwicklung und die Zukunft des türkischen Fußballs. Dieser Antrieb helfe dem gesamten System, dauerhaft nach oben zu kommen.

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