Die sportlichen Erwartungen an die Rückkehrer am Bosporus sind traditionell hoch, doch ein junger Angreifer brennt nach seiner Auslandserfahrung mehr denn je auf den großen Durchbruch im schwarz-weißen Trikot. Nach seiner einjährigen Leihe zum italienischen Erstligisten Cagliari Calcio ist Offensivakteur Semih Kilicsoy zu Besiktas zurückgekehrt. Der 20-jährige Offensivspieler blickte nun ausführlich auf seine intensive Zeit in der Serie A zurück, sprach über seine persönliche Entwicklung, seine ambitionierten Ziele für die neue Saison und erklärte emotional, warum er den Wert seines Heimatvereins heute mehr denn je zu schätzen weiß. Im Gespräch mit der türkischen Tageszeitung Sabah gewährte das Sturmtalent tiefgehende Einblicke in sein Seelenleben und sparte dabei nicht mit deutlichen Worten an seine Kritiker.
Kampf gegen Vorurteile: Kilicsoy will sportliche Antworten auf dem Platz liefern
In der neuen Spielzeit möchte der Angreifer vor allem sportlich überzeugen und die öffentliche Wahrnehmung um seine Person nachhaltig verändern. „Es gibt einige Vorurteile und bestimmte Wahrnehmungen über mich. Diese möchte ich mit meinen Leistungen auf dem Platz widerlegen. Ich will den Menschen zeigen, dass ich mich weiterentwickelt habe. Natürlich hoffe ich außerdem, mit Besiktas Meister zu werden und Titel zu gewinnen“, erklärte Kilicsoy entschlossen. Rückblickend ordnete er die Phase vor seinem Wechsel nach Italien realistisch ein. „Vor meinem Wechsel hatte ich statistisch keine schlechte Saison gespielt. Die Erwartungen waren jedoch enorm und der Druck auf mich entsprechend groß“, so der Youngster.
Die temporäre Flucht aus dem unruhigen Istanbuler Umfeld bewertet er trotz aller Sehnsucht positiv. „Ich dachte, dass mir eine kurze Trennung guttun und mich als Fußballer weiterbringen würde – und genau so ist es gekommen. Trotzdem habe ich Besiktas sehr vermisst. Erst in dieser Zeit habe ich den wahren Wert des Vereins richtig erkannt. Ich glaube, dass ich trotz meines Alters bereits sehr viele Erfahrungen gesammelt habe. Manchmal vergessen die Menschen, dass ich erst 20 Jahre alt bin. Ich habe Fehler gemacht, aber das Wichtigste ist, daraus zu lernen“, reflektierte der Stürmer selbstkritisch.
Trotz WM-Enttäuschung voll fokussiert: „Ich werde meine Fesseln sprengen“
Der bittere Verzicht der sportlichen Leitung des Nationalteams bei der Nominierung für das Großturnier dient dem Angreifer nun als zusätzliche Triebfeder. Semih Kilicsoy wurde nicht in den 26-köpfigen Kader der türkischen Nationalmannschaft für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 berufen, was ihn jedoch nur noch mehr anspornt. Der Angreifer betonte, dass die Weltmeisterschaft für das Land nicht so verlaufen sei, wie man es sich erhofft hatte. Natürlich hätte er gerne das Nationaltrikot bei diesem Turnier getragen, doch dies bedeute für ihn im Umkehrschluss, dass er noch mehr leisten müsse, um künftig ein fester Bestandteil zu sein – dessen sei er sich absolut bewusst. „Noch nie war ich so ehrgeizig wie in diesem Jahr. Ich wollte unbedingt zu Besiktas zurückkehren. Ich habe mir selbst ein Ziel gesetzt: Ich werde meine Fesseln sprengen“, kündigte das Offensivjuwel lautstark an.
Rätselhafte Wochen auf Sardinien und klare Worte zum Ramadan
Sein Engagement in der Serie A verlief nach einer vielversprechenden Phase zum Ende hin nicht mehr nach den Vorstellungen des Spielers. Bezüglich der sportlichen Achterbahnfahrt bei Cagliari Calcio verzichtete er bewusst auf eine Schlammschlacht mit den damaligen Verantwortlichen. Die ersten drei Monate in Italien seien eine reine Eingewöhnungsphase gewesen, danach habe er regelmäßig gespielt und wichtige Tore erzielt. „Warum ich in den letzten Wochen nur noch auf der Ersatzbank saß, weiß ich selbst nicht. Wenn ich dazu etwas sage, würde es wie eine Ausrede klingen. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass immer nur andere schuld sind“, stellte er klar. Gleichzeitig räumte er mit dem Vorwurf auf, seine Fitness habe im Frühjahr gelitten. Er habe während des Ramadan mehrere Spiele bestritten und gute Leistungen gezeigt. Die Fans von Cagliari hätten ihn gemocht, und gerade in den großen Partien habe er der Mannschaft auch ohne eigenen Torerfolg enorm geholfen. Für Spekulationen über den nächsten Karriereschritt sei es zudem zu früh. Er mache sich keine großen Gedanken über die Zukunft und lebe gerne im Moment. Sein Fokus liege komplett auf dem Hier und Jetzt, um der Mannschaft mit Toren und Vorlagen zu helfen.
Begeisterung über den neuen Chefcoach: Taktischer Angriff unter Vincenzo Italiano
Die Spielphilosophie des neuen Übungsleiters am Dolmabahce-Palast kommt den Qualitäten des agilen Offensivspielers dabei sehr entgegen. Abschließend äußerte sich der Rückkehrer überaus positiv über den neuen Trainer von Besiktas, Vincenzo Italiano, dessen Handschrift bereits deutlich zu erkennen sei. „Unser Trainer Vincenzo Italiano verlangt von uns aggressives Pressing, permanentes Anlaufen und offensiven Fußball. Kaum haben wir einen Angriff abgeschlossen, sollen wir sofort den nächsten starten. Das ist eine große Chance für uns“, schwärmte der 20-Jährige von den taktischen Vorgaben. Der enorme Antrieb des italienischen Taktikers stecke das gesamte Team an. Wenn der Coach mit so viel Leidenschaft an der Seitenlinie arbeite, könne man auf dem Platz gar nicht anders, als ebenfalls alles für den gemeinsamen Erfolg in die Waagschale zu werfen, so der Angreifer abschließend.


2 Kommentare
Die haben noch ein Abo bei Möve und Tschibo, da sie das Handtuch nach 3 Monaten schon werfen. ^^
Ja ja Titelangriff 😂