Am ersten Spieltag der Trendyol Süper Lig unterlag Fenerbahce auswärts bei Genclerbirligi überraschend mit 1:2. Auf der Pressekonferenz nach der Partie bezog Cheftrainer Ismail Kartal gewohnt offen Stellung zum enttäuschenden Saisonauftakt seines Teams. Wie aus den Aussagen des Übungsleiters hervorgeht, schmerzt der Fehlstart die Gelb-Marineblauen tief, da der Klub trotz eigener Führung das Match durch gravierende Unkonzentriertheiten aus der Hand gab: „Wir waren hierhergekommen, um zu gewinnen und die drei Punkte mitzunehmen. Wir sind auch gut in die Partie gestartet und haben das Tor erzielt. Danach haben wir durch einen eigenen Fehler den Ausgleich kassiert, wodurch unser Gegner zusätzlichen Auftrieb bekam. So hätten wir im ersten Ligaspiel nicht auftreten dürfen. Egal unter welchen Umständen, wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen. Wir entschuldigen uns bei unseren Fans.“
Fehlende Elfmeter und Torhüter-Sorgen beschäftigen Ismail Kartal
Neben den eigenen Ballverlusten im Aufbauspiel haderte der Übungsleiter auch mit Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns. Nach Ansicht des Trainerstabs wurden der Mannschaft klares Elfmeterglück und die nötige Konsequenz vor dem gegnerischen Gehäuse verwehrt. „Bis zum Ende des Spiels hatten auch wir sehr große Chancen. Zwei Elfmeter, die uns hätten zugesprochen werden müssen, wurden nicht gegeben. Wir haben uns diese Szenen drinnen sehr genau angesehen. Die Schiedsrichter haben sie nicht gesehen. Unser Verein wird sich dazu vermutlich noch äußern“, betonte Kartal.
Zudem bezog der Coach Stellung zur Personalnot auf der Torhüterposition und nahm den eingesetzten Ersatzschlussmann ausdrücklich in Schutz: „Edersons Sperre aus der vergangenen Saison läuft noch, weshalb wir ihn nicht in den Kader berufen konnten. Mert Günok war zudem verletzt, weshalb wir auch bei ihm kein Risiko eingehen wollten. Tarik ist ebenfalls ein guter Torhüter von uns. Tarik konnte bei diesen Gegentoren nichts machen. Das ist offensichtlich. Wir hatten mindestens sieben oder acht Chancen. Zwei unserer Abschlüsse landeten am Aluminium. Außerdem wurden uns zwei Elfmeter nicht gegeben.“
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Milan Skriniar rechnet ab: „Beschämend – Immer dieselbe Geschichte“
Deutlich schärfere Töne schlug Innenverteidiger Milan Skriniar nach dem Abpfiff an. Der Abwehrstar sparte nicht mit Selbstkritik und bezeichnete den Auftritt der Mannschaft ohne Umschweife als Debakel, da genau die Fehler aufgetreten seien, vor denen vor dem Anpfiff eindringlich gewarnt worden war. Der Abwehrchef fand deutliche Worte für die kollektive Unkonzentriertheit und die aufkeimende Hektik im zweiten Durchgang: „Beschämend! Wir haben das Spiel selbst verloren. Wir haben aufgrund unserer eigenen Fehler verloren. Vor dem Spiel haben wir klar darüber gesprochen, dass der Gegner abwarten, auf unsere Fehler lauern und versuchen würde, diese auszunutzen. Genau das ist passiert. Es fällt mir im Moment schwer, darüber zu sprechen. Wir haben aufgrund unserer eigenen Fehler Gegentore kassiert. Immer dieselbe Geschichte. Das ist alles, was ich dazu sagen kann. Nach dem zweiten Gegentor wurden wir hektisch. In den ersten zwei, drei Minuten entstand eine leichte Panik.“
Blick nach vorne: Absicherung im Umschaltspiel zwingend erforderlich
Abschließend mahnte der Abwehrrecke eine schnelle Besserung in den grundlegenden Abläufen an, um nicht auch in den kommenden Wochen wertvolle Zähler liegenzulassen. Skriniar forderte von der gesamten Mannschaft mehr Disziplin und Zusammenhalt ein: „In dieser Saison wird es viele solcher Spiele geben. In solchen Situationen ist es sehr wichtig, die Absicherung nach hinten gut zu organisieren. Beide Gegentore entstanden nach unseren Ballverlusten durch Konter. Wir müssen als Mannschaft besser sein. Wir müssen es besser machen. Und ich denke, dass wir das auch schaffen werden.“


