Besiktas fordert Lukaku-Unterlagen an und verabschiedet Ersin Destanoglu
Die Kaderplaner am Bosporus wirbeln die europäische Fußballbühne mit spektakulären Avancen im Angriffszentrum kräftig durcheinander. Während sich Besiktas im laufenden Trainingslager in der Slowakei intensiv auf die neue Spielzeit vorbereitet, läuft die Transferoffensive mit Volldampf weiter. Nachdem die Verpflichtungen von Kassoum Ouattara und Ilhan Fakili bereits offiziell verkündet wurden, am Vortag die Keeper Dogan Alemdar sowie Alexander Nübel in Istanbul eintrafen und die Ankunft von Salih Özcan in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag erfolgt, nimmt die Suche nach einem neuen Mittelstürmer nun eine spektakuläre Wendung. Da der serbische Wunschkandidat Dusan Vlahovic bislang weder zu- noch abgesagt hat, rückt eine namhafte Alternative in den Fokus. Wie die türkische Tageszeitung Sabah berichtet, hat Besiktas bereits konkreten Kontakt zur SSC Neapel aufgenommen und die medizinischen Unterlagen des belgischen Nationalstürmers Romelu Lukaku angefordert, um diese eingehend zu prüfen.

Verletzungssorgen in Italien und WM-Tore: Die sportliche Vita des belgischen Sturmtanks
Der physisch starke Angreifer blickt auf ein kompliziertes Jahr im Vereinsfußball zurück, bewies seine Klasse jedoch unlängst auf der ganz großen internationalen Bühne. Der mittlerweile 33-jährige Belgier erlebte in der abgelaufenen Spielzeit in Italien eine schwere Phase, da er aufgrund einer hartnäckigen Verletzung große Teile der Saison verpasste. Am Ende standen für ihn lediglich sieben Pflichtspiele und ein mageres Tor in der Statistik von Neapel. Dass der Torjägerinstinkt des bulligen Angreifers dennoch vollkommen intakt ist, bewies er eindrucksvoll bei der vergangenen FIFA-Weltmeisterschaft 2026. Dort gehörte der Routinier zum belgischen Aufgebot und überzeugte die Fachwelt mit drei Treffern in fünf Einsätzen. Ob der Angreifer tatsächlich an den Bosporus wechselt, hängt auch mit der verfahrenen Situation rund um den bisherigen Wunschstürmer zusammen.
Überraschende Wende in Turin: Juventus öffnet die Tür für Dusan Vlahovic wieder
Der vertragslose serbische Nationalspieler zögert mit einer Zusage in Istanbul, da sich in Norditalien plötzlich eine unerwartete Option auftut. Die Personalie Dusan Vlahovic, dessen Arbeitspapier bei Juventus Turin offiziell ausgelaufen ist und dem die Schwarz-Weißen bereits ein lukratives Angebot unterbreitet haben, bleibt hochgradig brisant. Inzwischen hat sich die Ausgangslage beim italienischen Rekordmeister jedoch komplett verändert. Juventus-Geschäftsführer Giovanni Carnevali äußerte sich bei einer Veranstaltung von Sky Sport Italia völlig überraschend zur Zukunft des Serben und erklärte im Interview: „Wir haben bisher nicht mit ihm gesprochen, aber die Türen stehen offen. Das gilt nicht nur für ihn oder Sörloth, sondern auch für andere Spieler.“

Diese Aussage gleicht einer Kehrtwende, denn noch Ende Juni hatte derselbe Funktionär unmissverständlich klargestellt: „Dusan Vlahovic ist ein wichtiger Spieler, gehört aber nicht zu unseren Zukunftsplänen.“ Laut einem Medienbericht der italienischen Sportzeitung Tuttosport steht der serbische Nationalspieler einem Wechsel in die Trendyol Süper Lig derzeit eher zurückhaltend gegenüber und hofft stattdessen auf eine neue Einigung in Turin, zumal er bislang kein finanziell attraktives Angebot eines anderen europäischen Spitzenklubs vorliegen hat. In der vergangenen Saison absolvierte er 23 Pflichtspiele für die „Alte Dame“, in denen er zehn Tore und zwei Vorlagen beisteuerte.
Nach 13 Jahren im Verein: Emotionaler Abschied von Ersin Destanoglu perfekt
Eine sportliche Ära am Dolmbahce-Palast geht endgültig zu Ende, nachdem der Vertrag des Eigengewächses zum Monatsende offiziell ausgelaufen ist. Parallel zu den namhaften Aktivitäten auf der Zugangsseite hat der Klub den offiziellen Abschied von Torhüter Ersin Destanoglu verkündet, dessen Kontrakt am 30. Juni endete. Der Verein verabschiedete den Schlussmann mit den schlichten Worten: „Danke für alles, Ersin.“ Der 25-jährige Keeper stammt aus der eigenen Nachwuchsakademie und trug insgesamt 13 Jahre lang ununterbrochen das Trikot der Schwarz-Weißen. Insgesamt absolvierte er einschließlich der Jugendteams 204 Spiele für den Klub, kassierte dabei 242 Gegentore und behielt 63-mal eine weiße Weste.

Seit seinem Wechsel im Jahr 2013 von Bayrampasa feierte er mit dem Verein eine türkische Meisterschaft sowie jeweils zwei Pokalsiege und zwei Supercup-Trophäen. Der Torwart richtete zum Abschied hochempathische Worte an sein Umfeld: „Wie soll ich mich von euch, von meinem Besiktas, von diesem Verein verabschieden, den ich besser kenne als mich selbst? Es fällt mir unendlich schwer. Noch schwerer ist der Gedanke, morgen nicht mehr bei euch zu sein. Mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich in diesem Verein verbracht. Bitte verzeiht mir, falls ich euch jemals enttäuscht habe. Wenn wir wieder in Richtung des blauen Horizonts aufbrechen, werde ich immer als Besiktasli Ersin glücklich sein. Passt auf euch auf. Ich liebe euch alle.“

