Die türkische Herren-Basketballnationalmannschaft eilt auf dem Weg zur globalen Endrunde von Erfolg zu Erfolg und untermauert ihre aktuelle Vormachtstellung auf dem Kontinent. Die 12 Dev Adam haben die erste Runde der europäischen Qualifikation für die FIBA-Basketball-Weltmeisterschaft 2027 ohne einen einzigen Punktverlust beendet. Im finalen Gruppenspiel fertigten die Rot-Weißen die Auswahl aus der Schweiz mit 95:72 ab und schlossen die erste Phase mit einer makellosen Bilanz von sechs Siegen aus sechs Spielen ab. Während sich die Türkei den vorzeitigen Einzug in die nächste Runde bereits nach dem vierten Spieltag und den Gruppensieg nach dem fünften Erfolg gesichert hatte, verabschiedeten sich die Eidgenossen nach sechs Niederlagen als abgeschlagener Tabellenletzter der Gruppe C.

Furioser 16:0-Lauf nach der Pause: NBA-Stars Sengün und Yurtseven drehen auf
In der ersten Halbzeit leisteten die Gäste noch spürbaren Widerstand, doch nach dem Seitenwechsel spielten die Hausherren ihre immense Klasse unter den Körben gnadenlos aus. Die Begegnung gestaltete sich anfangs ausgeglichen, wobei die Gastgeber im ersten Viertel durch die offensive Tiefe von sechs verschiedenen Schützen überzeugten. Gegen die Schweizer, die vor allem durch ihren Hauptdarsteller Schumacher gefährlich blieben, nutzte das Team die körperliche Überlegenheit in der Zone und holte den ersten Abschnitt mit 22:19. Im zweiten Viertel fanden die Center-Riesen Alperen Sengün und Ömer Faruk Yurtseven endgültig ihren offensiven Rhythmus. Ein Distanzwurf von Yurtseven bescherte in der 14. Minute die erste zweistellige Führung zum 33:22, ehe es mit einem 47:41 in die Kabinen ging. Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Schützlinge von der Genfer Grenze endgültig das Diktat auf dem Parkett. Angeführt von den starken Auftritten von Flynn und Adem Bona zog die Auswahl unaufhaltsam davon. Als die Eidgenossen den Rückstand zwischenzeitlich auf 58:50 verkürzten, antwortete der Favorit mit einem vorentscheidenden 16:0-Lauf und schraubte den Vorsprung kurz vor Viertelende auf 74:50 hoch. Im finalen Durchgang ließen die Hausherren keinerlei Zweifel mehr aufkommen und tüteten den souveränen 95:72-Heimsieg ein.

Der Fahrplan für die Gruppe J: Sechs Partien gegen drei europäische Schwergewichte
Durch die makellose Punkteausbeute verschafft sich das Nationalteam eine glänzende Ausgangsposition für die anstehenden Aufgaben in der Hauptrunde. In der zweiten Qualifikationsphase tritt das Team in der neu formierten Gruppe J an. Dort treffen die drei besten Mannschaften der Vorrundengruppen C und D aufeinander. Das Klassement besteht aus der Türkei, Island, Serbien, Litauen, Bosnien und Herzegowina sowie Italien. Da sämtliche Ergebnisse aus der ersten Runde vollständig übernommen werden, starten die Rot-Weißen als Spitzenreiter in die nächste Phase. Die Mannschaft bestreitet insgesamt sechs Partien gegen Italien, Litauen und Island. Die Qualifikationsfenster sind für die Zeiträume vom 24. August bis 1. September 2026, vom 23. November bis 1. Dezember 2026 sowie vom 22. Februar bis 2. März 2027 terminiert. Die drei am besten platzierten Verbände der Gruppe lösen das Ticket für die FIBA-Basketball-Weltmeisterschaft 2027.

Ergin Ataman adelt sein Team: „Wir sind aktuell die beste Mannschaft in ganz Europa“
Nach der Schlusssirene zeigte sich der Erfolgscoach auf der Pressekonferenz hocherfreut über die Entwicklung und feierte gleichzeitig ein ganz besonderes persönliches Dienstjubiläum. Der legendäre Headcoach leitete gegen die Eidgenossen sein exakt 100. Länderspiel als Nationaltrainer. In einer gemeinsamen Medienrunde mit seinen Schützlingen Furkan Korkmaz und Kenan Sipahi erklärte Ergin Ataman selbstbewusst: „Wir sind sehr glücklich, die erste Runde mit sechs Siegen aus sechs Spielen abgeschlossen zu haben. Die türkische Nationalmannschaft ist derzeit die beste Mannschaft Europas. Das sage nicht ich, sondern die FIBA bewertet uns aktuell als stärkstes Team Europas. Wir haben das auf dem Spielfeld bestätigt.“

Mit Blick auf die nächste Phase fügte der Coach hinzu: „In der nächsten Runde treffen wir auf Italien, Island und Litauen und starten dort als Tabellenführer. Unser Ziel bleibt groß. Bereits drei weitere Siege würden uns zur Weltmeisterschaft bringen. Ich gratuliere meinen Spielern. Alle kommen mit großer Motivation zur Nationalmannschaft. Das haben wir als Familie erreicht. Die Unterstützung der türkischen Fans hat nach vielen Jahren wieder ihren Höhepunkt erreicht. Dieser Verantwortung wollen wir gerecht werden und unser Land bestmöglich vertreten.“ Angesprochen auf sein Jubiläum betonte er, dass er sehr stolz darauf sei. Entscheidend sei jedoch nicht die Anzahl der Spiele, sondern das Land erfolgreich zu repräsentieren. Nach der knapp verpassten Europameisterschaft und der ersten Silbermedaille nach 25 Jahren im Vorjahr wolle man bei der Weltmeisterschaft eine offene Rechnung begleichen, so der Trainer.

Nachwuchs-Boom und Medaillenträume: Korkmaz visiert das WM-Podest an
Der Aufschwung des Sports im Land spiegelt sich nicht nur in den nackten Resultaten der Herrenauswahl, sondern auch in der exzellenten Jugendarbeit wider. Der Nationaltrainer fand im Zuge der Pressekonferenz auch lobende Worte für die türkische U17-Auswahl, die bei der Heim-Weltmeisterschaft in Istanbul den vierten Platz belegte. Der Basketball im Land befinde sich auf einem herausragenden Weg, was sich auch daran zeige, dass an einem Wochentag um 19:00 Uhr (Ortszeit) sage und schreibe 18.000 Zuschauer die Sinan Erdem Arena bis auf den letzten Platz füllten. Ataman kündigte an, zeitnah zwei Talente aus der U17 fest für die A-Nationalmannschaft zu nominieren.
Die Euphorie im Kader ist spürbar groß. „Es macht mich stolz, Teil dieser Nationalmannschaft zu sein“, betonte NBA-Profi Furkan Korkmaz nach dem Match und ergänzte zielstrebig: „In der ersten Halbzeit hatten wir zwar Schwierigkeiten, aber nach der Pause haben wir gezeigt, wie stark wir als Team sind. Unser Ziel ist es, uns für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren und dort eine Medaille zu gewinnen.“ Auch Aufbauspieler Kenan Sipahi unterstrich die Bedeutung des ungeschlagenen Durchmarschs: „Ich gratuliere der gesamten Mannschaft. Sechs Siege aus sechs Spielen sind ein hervorragendes Ergebnis. Einige Teams aus der anderen Gruppe haben überraschende Niederlagen kassiert. Deshalb war dieser Erfolg für uns besonders wichtig. Wir haben den Gegner mit großem Respekt behandelt und unser Spiel konsequent durchgezogen.“

