Die Millionen-Offerte aus London: Warum die Klubführung den ungarischen Leistungsträger nicht unter Wert ziehen lässt
Die Vorbereitungen auf die neue Spielzeit laufen beim amtierenden türkischen Meister auf Hochtouren, doch abseits des grünen Rasens sorgt das beginnende Wechselkarussell für erhebliche Bewegung in der Chefetage. Während der anstehenden Sommertransferperiode kann es in Galatasaray zu einer überraschenden Trennung kommen, da finanzstarke Klubs aus dem Ausland ihre Fühler nach den Leistungsträgern ausgestreckt haben. Ein etabliertes Premier-League-Team bewarb sich offiziell um den unverzichtbaren Stern der gelben Roten. Der ungarische Nationalspieler Roland Sallai, der einst als potenzieller Ersatz für Kerem Aktürkoglu zu Galatasaray wechselte, aber letztlich die besten Phasen seiner Karriere mit dem taktischen Rechtsverteidigerzug von Trainer Okan Buruk verbrachte, geriet durch seine konstant starken Leistungen auf den Radar der englischen Eliteklasse.
Die erste konkrete Offerte aus der britischen Hauptstadt entsprach jedoch keineswegs den wirtschaftlichen Erwartungen des Istanbuler Traditionsklubs. Wie TRT Spor berichtet, bot der englische Erstligist FC Fulham dem türkischen Spitzenverein eine feste Ablösesumme von zehn Millionen Euro für den ungarischen Nationalspieler an. Die Gelb-Roten lehnten das Angebot jedoch dem Vernehmen nach umgehend ab. Die Vereinsführung beharre auf einer deutlich höheren Summe, da sie von Roland Sallai eine adäquate Rendite erwarten, nachdem dieser zuvor für eine Ablösesumme von sechs Millionen Euro transferiert worden war; die Schmerzgrenze für einen vorzeitigen Abgang liege bei stolzen 15 Millionen Euro. Der Vorstand sei während der kommenden Sommertransferperiode zwar grundsätzlich offen für lukrative Angebote, beabsichtigt jedoch unter keinen Umständen, den Spieler zwischen den nationalen und internationalen Wettbewerben zu verkaufen. Ein wesentlicher Grund für dieses vorsichtige Agieren liegt in den strengen Verbandsvorgaben des türkischen Fußballs. Aufgrund der neu geltenden 10+4-Ausländerregelung, die dieser Transferidee zugrunde liegt, muss die Gesamtzahl der ausländischen Akteure im Kader ohnehin drastisch reduziert werden, weshalb sportliche Säulen nicht voreilig abgegeben werden sollen. Der Ungar unterstrich seinen sportlichen Wert in der abgelaufenen Kampagne eindrucksvoll, denn Sallai hat in dieser Saison in 47 Pflichtspielen ein Tor und vier Assist verzeichnet.
Die Reaktivierung einer alten Liebe: Ein senegalesisches Duo rückt ins Zentrum der Istanbuler Transferaktivitäten
Gleichzeitig treiben die Verantwortlichen die Planungen für die eigene Kaderauffrischung voran und richten den Fokus dabei auf altbekannte Wunschkandidaten, die bereits in der Vergangenheit kurz vor einem Wechsel an den Bosporus standen. Galatasaray, der seine Transferarbeit für die neue Saison intensiv fortsetzte, kehrte zu einem früheren Objekt der Begierde zurück. Die gelben Roten ließen das Werben um den defensiven Mittelfeldakteur Pape Gueye neu entflammen, den man bereits in der vergangenen Wintertransferphase nach Istanbul holen wollte. Die sportliche Leitung hat beschlossen, das defensive Mittelfeld als absolute Problemzone zu deklarieren und gezielt zu verstärken, weshalb nun zwei senegalesische Fußballer ganz oben auf die Agenda der gelb-roten Mannschaft gesetzt wurden. Neben dem defensiven Strategen Pape Gueye ist auch das junge Talent Habib Diarra auf die Transferliste gerückt.
Die Verhandlungen gestalten sich aufgrund der enormen Marktwerte der beiden Wunschspieler im europäischen Spitzenfußball allerdings als äußerst komplizierte finanzielle Mission. Der 27-jährige Mittelfeldakteur Pape Gueye, der aktuell in der spanischen La Liga für den FC Villarreal aufläuft, war bereits während der vergangenen Winter-Transferphase ein heißer Kandidat und signalisierte auch diesmal einen durchaus herzlichen Blick auf einen potenziellen Transfer zu Galatasaray. Allerdings liegt die finanzielle Erwartung der spanischen Mannschaft für den erfolgreichen Mittelfeldspieler bei utopischen 40 Millionen Euro. Die zweite Option auf der Liste ist der 22-jährige Senegalese Habib Diarra, der in England für den FC Sunderland aufläuft, dort jedoch in der verbleibenden Saison nicht die gewünschte Einsatzzeit fand, die er sich erhofft hatte. Der englische Verein hatte den hochtalentierten Profi Anfang der letzten Saison noch für eine stolze Summe von 31,5 Millionen Euro verpflichtet, weshalb die aktuelle Ablösesumme für Diarra in Branchenkreisen auf rund 30 Millionen Euro geschätzt wird. Ungeachtet dieser extremen Preisschilder steht die strategische Ausrichtung der Istanbuler fest. In der Führungsetage wurde vereinbart, dass der gelb-rote Vorstand den absoluten Großteil des gesamten Transferbudgets für die qualitative Verstärkung des Mittelfelds bereitstellen wird.



1 Kommentar
Für 10 Mio. kriegst du kurzfristig keinen gescheiten Ersatz.
Man müsste sich schon seit mindestens der Winterzeit um einen potenziellen Ersatz gekümmert haben – z. B. einen RV aus der französischen Liga à la Boey. Alles andere wäre vom Zeitfenster her sehr sportlich. England: Evtl. hat man Glück und greift bei Aaron Wan-Bissaka oder Kyle Walker Peters zu. Als Absteiger ist Westham in der schlechteren Verhandlungsposition. Allerdings haben beide noch lange Vertrag.. wie gesagt, alles sehr sportlich ohne Scouting.