Türkischer Fußball

Umut Meras: „Frankreich hat keine Maßnahmen wie die Türkei ergriffen“

Der türkische Nationalspieler Umut Meras spielt für den französischen Zweitligisten AC Le Havre. Der sechsmalige Auswahlspieler der Türkei teilte in einer Reportage für die Tageszeitung “Hürriyet” seine Erfahrungen mit dem Coronavirus in Frankreich mit: „Bevor ich in die Türkei zurückgekehrt bin, setzten die Menschen in Frankreich ihr Leben normal fort. Die Straßen waren überfüllt und niemand trug eine Maske oder Handschuhe. Sie haben keine Maßnahmen wie in der Türkei ergriffen und nun zeichnet sich dort ein schlimmes Bild wie in Italien ab. Zudem sagen sie, dass sich die Zustände verschlechtern“, so der 24-Jährige.

„Türkei mit weitreichenderen Maßnahmen“

Seine eigenen Vorsichtsmaßnahmen beschrieb de gebürtig aus Istanbul stammende Linksverteidiger wie folgt: „Nach meiner Rückkehr in die Türkei begab ich mich in eine 14-tägige Quarantäne. Seitdem ich hier bin, habe ich nicht einmal den Supermarkt besucht. Ich versuche vorsichtig zu sein.“ Die Unterschiede bei den Schutzmaßnahmen in Frankreich und der Türkei schilderte Meras folgendermaßen: „Meiner Meinung nach sind die Vorsichtsmaßnahmen in der Türkei um en Vielfaches höher als in Frankreich. In Frankreich wird kein Ort desinfiziert. Ich denke, in unserem Land handelt man mit mehr Bedacht. Die Menschen versuchen das Social Distancing beizubehalten. Unser Gesundheitsminister Fahrettin Koca und unser Innenminister Süleyman Soylu informieren uns permanent über die Entwicklungen. Wir müssen die Warnungen und Maßnahmen als Nation beachten.“

„Werden eine lange Zeit ohne Fußball sein“

Auf die Frage, was er persönlich denke, wie der europäische Fußball von der Corona-Krise betroffen sein werde, entgegnete der Abwehrspieler Folgendes: „Können die Ligen in Europa in dieser Saison noch einem starten? Ich glaube, wir werden für eine längere Zeit ohne Fußball sein. Es sieht so aus, als würde es sicherlich noch zwei, drei Monate dauern. Wir als Fußballer trainieren natürlich täglich, doch ohne die Möglichkeiten eines regulären Trainings, können wir unsere Form weder halten noch unser Trainingstempo entsprechend erhöhen. So kommt es natürlich unfreiwillig zu Formabfällen. Wir stehen alle unter einem Risiko und müssen sehr vorsichtig sein. Ich trainiere mit meinem Personaltrainer. Aber selbst dabei halten wir immer einen Abstand von 2,5 – 3,0 Meter ein.“

Nur einen Klick entfernt: Folgt GazeteFutbol auch auf Twitter!

Angebote aus Istanbul

Im weiteren Verlauf der Reportage bestätigte Meras zudem, dass es vor seinem Wechsel in die Ligue 2 mehrfach Interesse von Galatasaray und Besiktas gab: „Vor zwei Jahren scheiterte der Transfer zu Galatasaray aufgrund der finanziellen Aspekte. Ein Jahr später hatte ich mich mit Besiktas geeinigt. Aber zu dieser Zeit kam es zu einem Präsidentenwechsel bei Bursaspor. Der scheidende Klubchef hatte sich mit Besiktas geeinigt. Doch der neue Präsident konnte bei den finanziellen Angelegenheiten keine Übereinkunft mit Besiktas erzielen und so begann meine Karriere in Europa. Ansonsten war ich mit Besiktas einig.“

Galatasaray-Offerte im Januar

Im Januar habe es zudem einen neuen Vorstoß von Galatasaray gegeben, verriet Meras: „Im Januar erhielt ich ein Angebot von Galatasaray. Die Vereine führten Gespräche, doch Le Havre wollt sehr viel Geld für mich. Da sie vorhersahen, dass sich mein Marktwert bei der Europameisterschaft verdoppeln oder verdreifachen kann, kam es nicht zu einem Wechsel zu Galatasaray.“ Dennoch sei ein Transfer in ein anderes Land in naher Zukunft durchaus möglich: „Es war sehr schön für mich nach Frankreich zu kommen. Ich habe hier einen guten Markt für mich erschlossen. Eines meiner Ziele ist es, in der englischen Premier League zu spielen.“

EM-Verlegung Glücksfall für die Türkei

Die EURO 2020 wurde um ein Jahr verschoben, dies sehe Meras als Glücksfall für die Türkei an: „Das ist sehr gut. Natürlich ist dies die Nationalelf und jeder ist wichtig. Doch Merih (Demiral), Ozan Kabak und Cenk (Tosun), die in der Qualifikation so wichtig für uns waren, wären nicht dabei gewesen. Die Atmosphäre und Teamchemie hätte darunter leiden können. Hoffentlich können wir bei der EURO sehr weit kommen.“

Werde GF-Patron und bestimme mit …

Warum Patron werden? Hier erfahrt Ihr es!

Nur einen Klick entfernt: Folgt GazeteFutbol auch auf Instagram!

Vorheriger Beitrag

Besiktas-Star sorgt für gute Laune: Champions League bei den Boatengs!

Nächster Beitrag

Coronavirus: Galatasaray-Trainer Fatih Terim aus Krankenhaus entlassen

Anil P. Polat

Anil P. Polat

Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

2 Kommentare

  1. Avatar
    31. März 2020 um 10:34

    Zum Vergleich:
    Die Türken haben bisher 50.000 Tests durchgeführt. Damals als es bekannt wurde quasi bis Heute.
    Soviel Tests werden in DE täglich gemacht.

    Ich will es nicht sagen aber die Türkei wird Italien 2.0

  2. Avatar
    31. März 2020 um 4:35

    Ein Hirn so groß wie ne Erbse!
    Als die Türkei umzingelt war vom Coronavirus hatte es angeblich “das heilige Land” Türkei nicht. Warum? – Weil die Türken keine Tests durchgeführt haben und aktuell wenige Testen. Wahrscheinlich gibt es mehr infizierte als man testet und auch wahr haben will.

    Als alle Ligen ihre Spiele abgesagt hatten war die Türkei eines der wenigen Länder die gespielt haben. Sage nur die berechtigte Aufregung bei Muslera und Fatih Terim.

    Umut Meras soll bitte seine Fresse halten!