Die EURO 2032 soll gemeinsam in der Türkei und in Italien stattfinden. Doch plötzlich steht die Rolle Italiens unter massivem Druck. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat die Stadionlage im Land ungewöhnlich deutlich kritisiert und dabei ein Szenario angedeutet, das in der Fußballwelt sofort Aufmerksamkeit erzeugt: Sollte sich die Infrastruktur nicht entscheidend verbessern, könnten in Italien am Ende gar keine Spiele des Turniers stattfinden.
Ceferin macht Italien eine unmissverständliche Ansage
In einem Interview mit Gazzetta dello Sport, über das auch Sky Sport Deutschland berichtete, formulierte Aleksander Ceferin seinen Standpunkt ohne diplomatische Schleifen. „Das Turnier ist geplant und wird stattfinden.“ Doch direkt danach folgte der entscheidende Nachsatz: „Ich hoffe, dass die Infrastruktur bereit sein wird. Andernfalls wird das Turnier nicht in Italien ausgetragen.“
Mit diesen zwei Sätzen erhöhte der UEFA-Chef den Druck schlagartig. Denn damit steht nicht nur eine Verzögerung oder Teilanpassung im Raum, sondern im Extremfall der vollständige Verlust des italienischen Turnieranteils. Für die Türkei öffnet das zumindest theoretisch die Frage, ob sie am Ende noch stärker oder sogar alleiniger Gastgeber werden könnte.
Der UEFA-Präsident geht direkt auf die Politik los
Noch schärfer fiel Ceferins Kritik aus, als er die Verantwortung für die aktuelle Lage benannte. „Vielleicht sollten sich die italienischen Politiker fragen, warum Italien eine der schlechtesten Fußball-Infrastrukturen Europas hat.“ Diese Aussage ist deshalb so brisant, weil sie die Debatte klar aus dem sportlichen Bereich in die politische Verantwortung verschiebt.
Indirekt macht der UEFA-Präsident damit deutlich, dass aus seiner Sicht nicht mehr bloß einzelne Stadien oder Projektpläne diskutiert werden. Vielmehr geht es um eine strukturelle Schwäche, die ein großes internationales Turnier gefährden könnte. Genau deshalb bekommen seine Worte weit über Italien hinaus Gewicht.
Bis Oktober muss Italien fünf Stadien benennen
Der Zeitdruck ist dabei konkret. Im Oktober muss Italien jene fünf Stadien benennen, in denen Spiele der EURO 2032 ausgetragen werden sollen. Die Liste der Bewerberstädte ist lang: Rom, Florenz, Bologna, Mailand, Genua, Bari, Neapel, Turin, Cagliari und Palermo wollen Teil des Turniers werden.
Doch genau hier beginnt das Problem. Denn nach den vorliegenden Angaben erfüllt aktuell nur das Allianz-Stadion von Juventus Turin bereits alle Anforderungen. Alle anderen Projekte hängen entweder an Modernisierungen, an Umbauten oder an Neubauten, die rechtzeitig und im erwarteten Standard realisiert werden müssten.
Rückblick: TFF stolz und mit viel Tatendrang
Im Statement des türkischen Fußballverbandes nach der Vergabe der EM an die Türkei und Italien hieß es damals wie folgt: „Wir möchten der UEFA unseren Dank dafür aussprechen, dass sie die Ehre hat, die EURO 2032 in zwei Ländern auszurichten, die die mediterrane Kultur teilen. Der italienische Fußballverband (FIGC) und der türkische Fußballverband (TFF) haben sich zusammengetan, um die beste jemals organisierte Europameisterschaft auszurichten, neue Brücken der Freundschaft zu bauen und einen bleibenden Beitrag zum Fußballerbe zu hinterlassen. In den kommenden Jahren werden Italien und die Türkei mit großer Leidenschaft und großem Engagement zusammenarbeiten, um den Fans bis 2032 das ultimative EM-Erlebnis zu bieten, ganz im Sinne unseres Mottos ‚Play as One‘.“ Damit ist die Türkei nach zuvor mehreren gescheiterten Anläufen und Bewerbungen erstmals (Mit-)Ausrichter einer Fußball-Europameisterschaft.
Die entscheidende Frist liegt schon im März 2027
Besonders kritisch ist eine weitere Vorgabe der UEFA. Stadion-Neubauten oder Arenen, die umfassend saniert werden müssen, dürfen nur dann vorgeschlagen werden, wenn die Arbeiten spätestens bis März 2027 beginnen. Genau diese Frist könnte nun zum Kern der gesamten EURO-2032-Frage werden.
Damit ist die Lage klar umrissen: Italien hat noch Zeit, aber nicht unbegrenzt. Wird bis dahin nicht sichtbar geliefert, könnte der Co-Gastgeber in eine Situation geraten, in der der Turnierstatus ernsthaft wackelt. Aus einem organisatorischen Warnsignal würde dann ein sportpolitisches Problem auf höchster Ebene.
Für die Türkei öffnet sich plötzlich ein neues Szenario
Auch wenn Ceferin ausdrücklich sagte, dass das Turnier geplant sei und stattfinden werde, verändert seine Wortwahl die Perspektive erheblich. Denn wenn er sagt, „andernfalls wird das Turnier nicht in Italien ausgetragen„, dann steht automatisch die Frage im Raum, wie die UEFA in einem solchen Fall reagieren würde.
Genau darin liegt die Brisanz aus türkischer Sicht. Die Türkei ist offiziell Co-Gastgeber, könnte aber bei anhaltenden italienischen Problemen in eine deutlich stärkere Position rücken. Ob daraus wirklich ein Szenario mit mehr Spielorten oder sogar einer alleinigen Austragung entstehen könnte, ist offen. Doch schon die Tatsache, dass diese Frage plötzlich überhaupt gestellt wird, zeigt, wie hart Ceferins Warnung eingeschlagen hat.
Italien steht nach dem WM-Debakel schon wieder unter Druck
Hinzu kommt der ungünstige Zeitpunkt für Italien. Während die Aufarbeitung des jüngsten sportlichen Rückschlags noch läuft, baut sich mit der Infrastrukturdebatte bereits der nächste große Druckblock auf. Der Fußballverband, die Politik und die Städte stehen nun gemeinsam in der Pflicht, schnell belastbare Lösungen vorzulegen.
So ist aus einer turnierorganisatorischen Frage innerhalb kürzester Zeit ein europäisches Topthema geworden. Die EURO 2032 bleibt offiziell ein gemeinsames Projekt von Italien und der Türkei. Doch nach Ceferins ungewöhnlich harter Warnung steht fest: Wenn Italien bei den Stadien nicht liefert, könnte sich die gesamte Gastgeberstatik dieses Turniers noch einmal grundlegend verändern.
EURO 2032: Co-Ausrichter Türkei muss Stadienzahl von zehn auf fünf reduzieren – Die Auswahl



1 Kommentar
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die sternelose TFF die nicht mal das richtige Gründungsjahr (1922) auf sein Logo schreiben kann in der Lage ist alleine eine EM auszurichten, das wird niemals passieren….
Haa, dass eine große Fussballnation wie Italien nicht bei der WM dabei ist ist natürlich ein großer Verlust für alle Fussballfreunde rund um den Globus, aber Elfmeterschießen war schon immer die Achillesverse von Italien, das wissen wir nicht erst seit dem Finale 1994 dogrumu söylüyorum Arkadaslar?