Besiktas

Roberto Hilbert: „Vielleicht werde ich eines Tages Besiktas coachen“


Es ist ein durchaus schweres Unterfangen bei Besiktas mit guten Leistungen die Herzen der Fans zu erobern. Roberto Hilbert ist das gelungen. Hilbert wechselte im Sommer 2010 vom VfB Stuttgart zu den „Schwarzen Adlern“, spielte sowohl auf dem rechten Flügel als auch auf der rechten Außenverteidigerposition hingebungsvoll und kämpfte drei Spielzeiten lang für die Istanbuler. Der Deutsche, der unter dem damaligen Chefcoach Bernd Schuster an den Bosporus wechselte, verließ das Team im Sommer 2013 und machte sich auf den Weg zu Bayer 04 Leverkusen. Seine Fußballerkarriere beendete der mittlerweile 37-Jährige 2019 bei seinem einstigen Ausbildungsverein Greuther Fürth, wo er heute als Co-Trainer der zweiten Mannschaft zu Gange ist. Im Gespräch mit dem türkischen TV-Sender „NTV Spor“ ist der gebürtige Forchheimer unter anderem der Meinung, dass sein Ex-Klub in dieser Saison Geduld braucht. Zudem freue es ihn sehr, dass seine ehemaligen Teamkollegen Necip Uysal und Oguzhan Özyakup noch immer das schwarz-weiße Trikot tragen.

NTV Spor: Sie hatten bei Besiktas nicht die Möglichkeit, weder als Spieler noch als Trainer mit Sergen Yalcin zu arbeiten. Was denken Sie über den Erfolg der letzten Saison? Wie würden Sie es von außen beschreiben?

Roberto Hilbert: „Sergen Yalcin hat in der vergangenen Saison mit einem geringen Budget großartige Arbeit geleistet. Jeder wusste, dass Besiktas mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte. Er erarbeitete Lösungen für viele Probleme im Zusammenhang mit dem Personal. Er war erfolgreich und holte den Titel. Alle warten wieder auf die Meisterschaft, aber jetzt wird eine neue Saison gespielt. Auch andere Teams haben sich auf diese Herausforderung vorbereitet. Die Fans und der Verein müssen noch etwas Geduld haben. Sie müssen dem Team und Sergen Yalcin mehr Anerkennung zollen und mehr Zeit geben. Ich habe volles Vertrauen, dass sie am Ende der Saison gut dastehen werden.“

Bei Besiktas waren Sie sowohl Rechtsaußen als auch Rechtsverteidiger. Im vergangenen Jahr haben Valentin Rosier und Rachid Ghezzal in Ihren Positionen mit ihren Auftritten überzeugt. Was denken Sie über das Duo?

„Beide Spieler sind von hoher Qualität. Sie schneiden in ihren jeweiligen Positionen sehr gut ab. Als wir bei Besiktas waren, haben wir zusammen mit Ricardo Quaresma auf dem rechten Flügel gespielt. Natürlich sind dies unterschiedliche Stile, unterschiedliche Qualitäten. Aber meiner Meinung nach war dieser rechte Flügel, den wir mit Ricardo bekleidet haben, einer der besten rechten Flügel in der Geschichte der Süper Lig.“

Seit der Eröffnung des Vodafone Parks hat Besiktas hier gegen Galatasaray nicht verloren. Was passiert dieses Mal?

„Ich hoffe, diese Serie geht nach diesem Spiel weiter. Ich hoffe, dass Besiktas im Vodafone Park gegen Galatasaray gewinnt, aber wie Sie wissen, sind Derbys immer anders. Sie müssen gut vorbereitet sein. Galatasaray ist eine sehr gute Mannschaft und Besiktas muss vorsichtig sein. Wir werden sehen, was passiert.“

Es ist acht Jahre her, dass Sie Besiktas verlassen haben. Trotz der vergangenen Jahre spielen Ihre ehemaligen Teamkollegen Necip Uysal und Oguzhan Özyakup immer noch für Besiktas. Was würden Sie zu ihnen sagen?

„Ich freue mich sehr, dass Ozzy und Necip immer noch für Besiktas spielen. Necip ist bereits eine Besiktas-Legende geworden. Ich hoffe, dass Oguzhan zu seiner besten Leistung zurückkehrt. Seine Karriere kann noch viel besser werden, weil er ein sehr talentierter Spieler ist. Bei Necip tut mir nur eines leid. Trotz seiner Qualität spielte er in der Nationalmannschaft nicht viel. Ohne Necip wäre Besiktas eine andere Mannschaft.“

Die türkische Nationalmannschaft hat unter der Leitung von Stefan Kuntz ein neues Kapitel aufgeschlagen. Er ist auch ein alter Besiktas-Spieler wie Sie. Was würden Sie über Kuntz sagen? Kann die Türkei damit den angestrebten Erfolg erzielen?

„Stefan Kuntz ist ein wirklich guter Trainer. Er hat viel Erfahrung im Fußball, sowohl als Spieler wie auch als Trainer. Viele Spieler, die für die Türkei spielen, haben ihre Entwicklung in Deutschland hingelegt. Ich denke, der Verband hat mit diesem Schritt die richtige Entscheidung getroffen und einen guten Weg eingeschlagen. Es wird ein Hauch von deutscher Disziplin für das Team geben. Die Menschen in der Türkei müssen aber Geduld aufbringen. Denn die Nationalmannschaft braucht viel Arbeit. Sie müssen ihnen Zeit geben. Es gibt viele talentierte türkische Fußballspieler in der Türkei und im Ausland. Vielleicht brauchen sie etwas Disziplin und siegreiche Spiele. Auf diese Weise wird die Türkei in Zukunft erfolgreich sein.“

Was halten Sie von Ömer Faruk Beyaz als jemand, der wichtige Eindrücke in Stuttgart hinterlassen hat?

„Ömer Faruk ist ein sehr bedeutendes junges Talent. Er kann sich verbessern, seinen eigenen Weg finden und ich hoffe, er findet in Deutschland den richtigen Weg für sich. Er beginnt eine gute Karriere in eines der Top-Ligen Europas. Ich denke, eine gute Disziplin ist notwendig, um sehr erfolgreich zu sein. Diese sollte dann von der harten Arbeit unterstützt werden. Ich denke, er wird eine wirklich gute Karriere hinlegen“

Was machen Sie gerade? Was sind Ihre Ziele im Fußball für die Zukunft?

„Aktuell bin ich Co-Trainer bei Fürth II. Ich arbeite mit sehr talentierten Spielern, auch mal in kleineren Gruppen oder im Einzeltraining. Wir bereiten sie auf den Übergang ins Profileben vor. Mein Ziel ist, in den Top-Ligen Europas als Trainer zu arbeiten. Das ist mein Plan, mein Ziel und mein Fokus. Ich liebe meinen Job, ich genieße meinen Job und versuche jeden Tag mein Bestes zu geben. Mein Job ist Fußball. Ich hoffe, ich erreiche meine Ziele. Vielleicht werde ich eines Tages auch Besiktas coachen. Wir werden sehen.“

Was möchten Sie den Besiktas-Fans zum Schluss noch vor dem Derby sagen?

„Wie auch Sie wissen, ist in allen Interviews in der Türkei diese Frage die letzte, und ich gebe immer die gleiche Antwort. Ich liebe und respektiere sie immer noch sehr. Sie respektierten mich, ich fühlte eine besondere Liebe zwischen ihnen und mir. Ich kann immer noch ihr Interesse in den sozialen Medien erkennen. Diesen Respekt erhalte ich auch noch von den Türken, wenn ich in Deutschland auf den Straßen unterwegs bin. Nicht nur von den Besiktas-Fans, sondern auch von den Anhängern von Galatasaray und Fenerbahce. Dafür bin ich wirklich dankbar. Als ich für Besiktas spielte, habe ich alles richtig gemacht. Ich bin stolz darauf und liebe es sehr, für Besiktas gespielt zu haben.“





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