Nach dem Erreichen der Ligaphase in der UEFA Europa League zeigt sich Besiktas-Cheftrainer Vincenzo Italiano trotz der 0:1-Niederlage im Rückspiel bei FK Kauno Zalgiris unbeeindruckt. Mit Blick auf den souveränen 3:0-Erfolg aus dem Hinspiel betonte der italienische Übungsleiter, dass das primäre Ziel des Vereins ohne Wenn und Aber erreicht wurde. In den offiziellen Statements nach der Partie ordnete der Coach die Auswärtspleite realistisch ein und richtete den Blick umgehend auf die kommenden Aufgaben in der Süper Lig sowie auf der internationalen Bühne.
„Auf dieses Spiel braucht man nicht zu schauen“
Im Interview nach dem Abpfiff zeigte sich der Cheftrainer erleichtert über das Weiterkommen, sparte jedoch nicht mit Kritik an der gezeigten Spieldynamik. „Wir haben unser Ziel erreicht, wir waren sehr gewillt. Auf dieses Spiel braucht man nicht zu schauen. Dank des 3:0 sind wir weitergekommen. Wir haben die erste echte Pflichtaufgabe der Saison erfüllt, deshalb sind wir glücklich. Wir stehen jetzt in den Gruppen“, betonte Vincenzo Italiano.
Der Coach analysierte das Absinken der Intensität aufgrund der komfortablen Ausgangslage und stellte klar: „Wir hätten eine bessere Leistung zeigen müssen. Das Tempo ist stark abgefallen. Wir haben ein Gegentor kassiert und das tut mir leid. Dieses Gegentor hätten wir nicht kassieren müssen, wir hätten es besser machen können. Heute war es anders. Mental war die Mannschaft wegen des ersten Spiels nicht zu 100 Prozent bereit und nicht voll konzentriert. Dieses Spiel muss man nicht einmal analysieren. Heute bin ich glücklich. Wir sind in Europa, wir sind in den Gruppen und müssen auf das nächste Spiel schauen.“
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Rotationsprinzip und Zuversicht für die Süper Lig
Der Besiktas-Trainer nutzte die Begegnung in Litauen bewusst, um Akteuren mit wenig Spielpraxis wichtige Einsatzminuten zu verschaffen. Spieler wie Kartal Yilmaz, der erstmals seit Langer Zeit wieder 80 Minuten auf dem Platz stand, sowie die Neuzugänge Dusan Vlahovic, Leandro Trossard und Kassoum Ouattara erhielten wertvolle Wettkampfpraxis. „Niemand hat gedrückte Stimmung. Wir haben eines der größten Ziele dieser Saison erreicht. Europa war ein Ziel des Klubs und mein persönliches Ziel. Es gibt keine Enttäuschung“, stellte der Coach klar und ergänzte bezüglich des Ligabetriebs: „Jeder hat gesehen, dass Tempo und Rhythmus sehr niedrig waren. Wir müssen den heutigen Tag für alle abhaken. In der Liga werden wir eine ganz andere Leistung sehen. Auch das Konzentrationsniveau wird ein völlig anderes sein. Am Montag wollen wir vor unseren Fans ein gutes Spiel zeigen.“
Lob für Neuzugänge Miretti und Poku sowie klare Europa-Ziele
Zudem äußerte sich Vincenzo Italiano hocherfreut über die Verpflichtungen von Fabio Miretti und Kwadwo Poku, die den Kader in der Breite und Qualität entscheidend verstärken sollen. „Zwei junge, qualitativ hochwertige Spieler haben sich uns angeschlossen. Einer für den rechten Flügel, einer für das Mittelfeld. Besonders im Mittelfeld können wir von einem erfahreneren Spieler sprechen, der in einer Liga wie Italien viele Spiele absolviert hat. Wir werden in drei Wettbewerben spielen und brauchen jeden von ihnen“, erklärte der Übungsleiter.
Hinsichtlich der Ambitionen in der Europa League steckt der Cheftrainer die Messlatte hoch und peilt das Überstehen der Ligaphase an: „Die Europa League ist ein sehr schwerer Wettbewerb. Alle Mannschaften sind auf hohem Niveau, ich sehe keinen großen Unterschied zur Champions League. Unser erstes Ziel war die Teilnahme, das haben wir geschafft. Das nächste Ziel ist das Überstehen der Ligaphase. Die ersten acht Teams kommen direkt weiter, die Plätze 9 bis 24 spielen Playoffs. Wir wollen unter den ersten 24 sein. Dafür müssen wir gut arbeiten, wir haben das Potenzial und müssen weiter wachsen, um Besiktas bestmöglich zu vertreten.“


