Beim knappen 2:1-Auswärtssieg von Real Madrid bei Espanyol Barcelona am zweiten Spieltag der La Liga entwickelte sich eine Trainerentscheidung zum zentralen Diskussionsthema in den spanischen Sportmedien. Während der türkische Nationalspieler Arda Güler in der Startformation mit einer überragenden Spielübersicht glänzte und bereits in der 9. Minute die Führung durch Jude Bellingham vorbereitete, beendete Cheftrainer Jose Mourinho dessen Arbeitstag bereits nach gut einer Stunde. In der 64. Minute nahm der portugiesische Starcoach den Mittelfeldakteur vom Feld und ersetzte ihn durch Neuzugang Yan Diomande. Ein Wechsel im RCDE Stadium, der bei Journalisten und Experten im Land auf deutliche Kritik stieß.
Marca schlägt Alarm: „Egal, was Mourinho macht, Arda Güler muss spielen“
Die spanische Sportzeitung Marca übte deutliche Kritik an der Auswechslung des 21-jährigen Mittelfeldmotors und forderte eine Führungsrolle für den Youngster. „Arda Güler muss definitiv spielen. Darüber gibt es keine Diskussion. Egal, was Mourinho macht, der türkische Spieler muss auf dem Platz stehen“, urteilte die Zeitung flüssig und ergänzte: „Er ist nicht mehr der Spieler, der brillante Momente hat, Fehler macht und nach außergewöhnlichen Aktionen über längere Zeit unkonzentriert bleibt. Nein. Arda ist mittlerweile ein Spieler, dem man die Zügel von Real Madrid anvertrauen kann und der mit dem, was er besitzt und leistet, Vertrauen ausstrahlt.“ Das Blatt forderte den Trainer auf, das Spielsystem auf dem Ausnahmetalent aufzubauen: „Eine Mannschaft um sein Talent herum aufzubauen, wäre eine solide Strategie. Alles andere deutet auf einen Fehler hin. Er war der erste Spieler, der ausgewechselt wurde. Manche Dinge scheinen sich niemals zu ändern. Real Madrid gewann zwar, zeigte ohne den türkischen Spieler aber eine deutlich glanzlosere Leistung.“
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Traum-Zusammenspiel mit Bellingham begeistert spanische Medien
Das Zusammenspiel der beiden Edeltechniker in der Startelf überzeugte auf Anhieb. Wie OK Diario hervorhob, löste der Coach das Aufstellungspuzzle geschickt, indem er beide Stars von Beginn an auflaufen ließ. „Die größte Frage rund um die Startelf von Real Madrid lautete: Sollte Jude Bellingham angesichts seiner beeindruckenden Leistungen in der Vorbereitung am Samstag anstelle von Arda Güler im offensiven Mittelfeld beginnen? Jose Mourinho löste dieses Problem, indem er beide in die Startelf stellte, und es wirkte, als wollten sie sagen: ‚Warum sollten wir nicht gemeinsam spielen?‘ Der linke Fuß des türkischen Spielers und der Kopf des englischen Spielers sorgten bereits in der neunten Minute des ersten LaLiga-Spiels für das erste Tor der zweiten Amtszeit des portugiesischen Trainers bei Real Madrid“, analysierte das Portal. Auch der Radiosender Cadena SER lobte die Flexibilität der Offensive: „Mourinho stellte Bellingham und Güler angesichts der Saisonvorbereitung etwas überraschend gemeinsam in die Startelf, denn der türkische Spieler war im offensiven Mittelfeld die wichtigste Figur gewesen, während der Engländer als Letzter ins Mannschaftstraining eingestiegen war. Arda spielte auf dem rechten Flügel, Jude im Zentrum, wobei sich beide sehr beweglich präsentierten.“
Kritik an Einwechslung von Yan Diomande und Plädoyer für zentrale Rolle
Die Tageszeitung Sport hob hervor, dass Arda Güler auf dem rechten Flügel Narrenfreiheit genoss, um immer wieder gefährliche Szenen einzuleiten. So bediente der Spielmacher unter anderem Denzel Dumfries mit einem maßgeschneiderten Steilpass frei vor Torhüter Marko Dmitrovic. Auch das Zusammenspiel mit Superstar Kylian Mbappe harmonierte glänzend. Dass sein Einfluss mit fortschreidender Spieldauer etwas abnahm, diente dem Trainer als Grund für die Hereinnahme von Yan Diomande. Bei Defensa Central zeigte sich Journalist David Jorquera enttäuscht über das Händchen des Coaches: „Mir hat die Auswechslung von Arda Güler nicht gefallen. Meiner Meinung nach hätte Vinicius ausgewechselt werden müssen, aber Mourinho hat sich für den einfacheren Weg entschieden.“
Abschließend plädierte die Sportzeitung AS für eine noch zentralere Ausrichtung des Türken im System der Königlichen. „Mourinho sagt, dass er ihn noch nicht als geeigneten Spieler für eine Position in einer Doppelsechs sieht, doch die Umstände könnten ihn letztendlich dazu bringen, seine Meinung zu ändern. Der türkische Spieler scheint derzeit die beste Option für Real Madrid auf dieser Position zu sein“, urteilte die Zeitung und bilanzierte: „In dieser Partie spielte er auf dem rechten Flügel, zog aber häufig ins Zentrum. Eine zentralere Rolle würde ihm noch mehr zugutekommen. Er schlug eine perfekte Hereingabe, nach der Bellingham das Führungstor erzielte. Darüber hinaus harmonierte er mehrfach gut mit Mbappe. Angesichts der Spielweise von Real Madrid war seine Auswechslung gegen Diomande in der 64. Minute nur schwer nachvollziehbar.“


