Im Turkcell Basketball-Entwicklungszentrum in Istanbul steht am morgigen Freitag um 20:00 Uhr (MEZ) ein richtungsweisendes Pflichtspiel auf dem Programm. In der Gruppe J der zweiten Runde der Qualifikation für die FIBA Basketball-Weltmeisterschaft 2027 empfängt die türkische Basketball-Nationalmannschaft die Auswahl aus Litauen. Nach einer makellosen ersten Runde mit sechs Siegen aus sechs Spielen startet die Mannschaft als Tabellenführer in die neue Sechsergruppe mit Litauen, Island, Italien, Serbien und Bosnien-Herzegowina. Um die Qualifikation für das Endturnier in Katar vorzeitig abzusichern, richtet Cheftrainer Ergin Ataman den klaren Blick auf die kommenden Aufgaben.
Ataman stellt klar: „Wir brauchen mindestens zwei oder drei Siege“
Auf der offiziellen Medienrunde vor dem Auftaktspiel analysierte Nationaltrainer Ergin Ataman die Ausgangslage schonungslos und stellte den Wert des bisherigen Abschneidens in den richtigen Kontext. „Dass wir die erste Gruppenphase ungeschlagen mit sechs Siegen aus sechs Spielen abgeschlossen haben, ist natürlich ein Vorteil für uns. Hat das Einfluss auf die Spiele, die wir jetzt bestreiten werden? Nein. Wir werden gegen drei völlig andere Mannschaften spielen. Vor uns liegen sechs Spiele, und insbesondere die ersten beiden davon sind von enormer Bedeutung“, stellte der erfahrene Uebungsleiter klar.
Der Coach ordnete die klare Zielsetzung für die anstehende Phase ein: „Wir sind derzeit Tabellenführer unserer Gruppe und noch ungeschlagen. Das ist ein Vorteil für uns, aber wir müssen in den anstehenden Spielen mindestens zwei oder drei Siege holen, um unsere Teilnahme an der Weltmeisterschaft sicherzustellen. Deshalb werden diese beiden Spiele von enormer Bedeutung sein.“

Fehlende Leistungsträger und die defensive Pflichtaufgabe
Trotz der personellen Ausfaelle von NBA-Star Alperen Sengun sowie Shane Larkin und Tarik Biberovic vertraut der Nationaltrainer der Breite seines 17-koepfigen Kaders um Akteure wie Adem Bona, Omer Faruk Yurtseven, Ercan Osmani und Neuzugang Malachi Flynn. Dennoch hebt der Trainer den Fokus klar auf die Abwehrarbeit gegen die litauischen EuroLeague-Profis wie Tadas Sedekerskis oder Donatas Motiejunas.
„Uns fehlen Spieler. Und zwar wichtige Spieler. Das Fehlen von Alperen Sengun und Shane Larkin ist für eine Mannschaft ein erheblicher Verlust. Aber abgesehen davon verfügen wir weiterhin über einen sehr starken Kader“, betonte der Cheftrainer vor den Journalisten. Mit Blick auf die Marschroute auf dem Feld ergaenzte er: „Deshalb denke ich, dass wir offensiv sehr gut spielen werden. Aber wie gesagt: Wir müssen die schnellen Angriffe der litauischen Mannschaft stoppen und unbedingt eine gute, harte Verteidigung spielen.“
Logistischer Vorteil für das schwierige Auswärtsspiel in Island
Direkt im Anschluss an das Heimspiel reist die Vertretung der „12 Dev Adam“ am Montag zum schweren Auswaertsspiel nach Reykjavik gegen Island, wo der Verband ein Privatflugzeug organisiert hat, um Reisespuren zu minimieren. Ergin Ataman erinnerte warnend an verlassene Duelle: „Island ist zu Hause eine sehr starke Mannschaft. Wenn Sie sich erinnern, hat unsere A-Nationalmannschaft ihre letzte Niederlage in einem Pflichtspiel ebenfalls in Island kassiert.“

Cedi Osman und Verbandsführung appellieren an die Fans
Auch Kapitän Cedi Osman unterstrich auf der Pressekonferenz die Bedeutung des Auftakts vor heimischer Kulisse. „Unsere Vorbereitungen laufen derzeit sehr gut. Die erste Phase haben wir mit sechs Siegen abgeschlossen. Aber natürlich dürfen wir uns davon nicht täuschen lassen. Schließlich werden wir in der zweiten Gruppe gegen schwierigere Gegner antreten“, erklärte der Spielführer. Er schickte eine Kampfansage hinterher: „Unser erstes Spiel bestreiten wir zu Hause gegen Litauen. Vor unseren eigenen Fans wollen wir dieses sehr wichtige Spiel gewinnen und unsere Siegesserie fortsetzen.“
Der Vizepräsident des Türkischen Basketballverbandes, Harun Erdenay, verwies zudem auf die Kontinuität der Entwicklung und lobte die Einbindung junger Talente wie Omer Kutluay und Darius Karutasu, die beim jüngsten Test-Supercup in Deutschland wertvolle Spielzeit sammelten. Nationalmannschaftsdirektor Alper Yilmaz rief die Anhänger abschließend dazu auf, die Halle trotz paralleler Sportveranstaltungen in der Stadt komplett zu füllen und das Team zum naechsten Schritt Richtung WM 2027 zu tragen.

