Die 18-jährige Leidenszeit hat ein Ende: Fenerbahce hat in der Playoff-Runde der UEFA Champions League den französischen Traditionsklub Olympique Lyon ausgeschaltet und zieht nach einem dramatischen Auswärtserfolg in die Königsklasse ein. Nach dem 1:1-Unentschieden im Hinspiel behielten die Gelb-Dunkelblauen im Rückspiel in Frankreich mit 2:1 die Oberhand. Damit feiert der Klub seine Premiere in der zur Saison 2024/25 neu eingeführten „Ligaphase“ und nimmt erstmals seit der Spielzeit 2008/09 wieder am höchsten europäischen Vereinswettbewerb teil.
Frühe Doppelschlag-Gala im ersten Durchgang legt den Grundstein
Die Begegnung begann vor geladener Kulisse hochintensiv. Malick Fofana prüfte bereits in der 8. Minute Fenerbahce-Schlussmann Ederson mit einem strammen Distanzschuss, den der Keeper glänzend zur Ecke parierte. Nach einem ersten Warnschuss von Archie Brown (19.) und einem Aluminiumtreffer nach einer Ecke von Oguz Aydin (20.) belohnten sich die Gäste im Anschluss für ihren mutigen Beginn.
In der 24. Minute flankte Oguz Aydin präzise von der linken Seite in den Strafraum. Der wuchtige Kopfball von Vedat Muriqi konnte vom Lyoner Torhüter Dominik Greif zunächst noch pariert werden, doch den Abpraller staubte der kosovarische Nationalstürmer eiskalt zur 1:0-Führung ab. Nur vier Minuten später legte das Team von Ismail Kartal nach: Eine Maßflanke von Mason Greenwood von der rechten Seite verwertete Archie Brown am langen Pfosten per Aufsetzer-Kopfball unhaltbar zum 2:0 (28.). Kurz vor dem Pausenpfiff verhinderte Ederson mit einer Parade gegen einen Wuchtschuss von Tyler Morton (41.) den Anschlusstreffer und sicherte die verdiente Halbzeitführung.

Zittern in der zweiten Hälfte: Fofana-Anschluss bringt Spannung
Auch nach dem Seitenwechsel erarbeiteten sich die Istanbuler hochkarätige Tormöglichkeiten. In der 56. Minute servierte Matteo Guendouzi von rechts ideal für Oguz Aydin, der den Ball jedoch freistehend über die Latte jagte. Kurz darauf scheiterte Matteo Guendouzi mit einem Flachschuss am aufmerksamen Greif (58.). Mitten in diese Drangphase schlug die Heimelf zurück: Eine Hereingabe von Ainsley Maitland-Niles nahm Fofana halblinks im Strafraum direkt und verkürzte in der 61. Minute auf 1:2.
In der Schlussphase verteidigte die Hintermannschaft der Gelb-Dunkelblauen aufopferungsvoll. Ein Schuss des eingewechselten Kail Boudache nach Vorarbeit von Corentin Tolisso flog in der 90. Minute knapp am Gehäuse vorbei, ehe der erlösende Schlusspfiff den Einzug in die Königsklasse perfekt machte.
Ende der langen Qualifikations-Misere und historischer Meilenstein für die Türkei
Mit dem Erfolg beendet Fenerbahce eine jahrelange Serie bitterer Enttäuschungen. Zwar qualifizierten sich die Gelb-Dunkelblauen 2011 und 2014 als Meister sportlich, verpassten die Teilnahme jedoch wegen UEFA-Sperren. In den darauffolgenden Anläufen scheiterte der Klub nacheinander an Schachtjor Donezk (2015), AS Monaco (2016), Benfica Lissabon (2018), Dynamo Kiew (2022), OSC Lille (2024) sowie erneut an Benfica (2025) und musste stets mit der Europa League vorliebnehmen. Auf dem Weg ins diesjährige Hauptfeld setzte sich das Team in der 2. Qualifikationsrunde gegen Gornik Zabrze (1:0, 1:1), in Runde drei gegen Sturm Graz (2:0, 1:0) und nun schlussendlich gegen Lyon durch.

Der Triumph markiert zudem ein historisches Novum im türkischen Fußball: Erstmals seit 18 Spielzeiten sind wieder zwei Klubs aus der Trendyol Süper Lig gemeinsam in der Champions League vertreten. Neben dem gesetzten Meister Galatasaray zieht nun auch Fenerbahce in die 36 Teams umfassende Ligaphase ein. Dies gelang türkischen Vereinen zuvor lediglich in den Spielzeiten 1997/98, 2000/01, 2001/02, 2003/04 und zuletzt 2007/08. Für Fenerbahce ist es insgesamt die siebte Teilnahme an der Champions League, wo das Erreichen des Viertelfinals im Jahr 2008 gegen den FC Chelsea London bis heute den größten Vereinserfolg darstellt.
Aufstellungen
Olympique Lyon: Greif – Maitland-Niles (62. Athekame), Kluivert, Niakhate, Vinicius (86. Tagliafico) – Morton (86. Bidstrup), Tesmann (76. Sulc), Tolisso, Nuamah (62. Boudache), Fofana – Openda
Fenerbahce: Ederson – Semedo, Ake, Skriniar, Brown – Kante, Guendouzi, Talisca (67. Yüksek), Aydin (76. Nene), Greenwood (81. Kahveci) – Muriqi (81. Lukaku)
Tore: 0:1 Muriqi (24.), 0:2 Brown (28.), 1:2 Fofana (61.)
Gelbe Karten: Openda (Lyon), Skriniar, Guendouzi, Nene (Fenerbahce)


5 Kommentare
Herzlichen Glückwunsch FB – endlich wieder mehrere türkische Vertreter in der Königsklasse!
Ich bin auch super aufgeregt auf die heutige CL Auslosung und hoffe auf attraktive Gegner in Kadıköy, wir sind alle bereit und wollen loslegen…hier zu werde ich noch meinen Tipp abgeben…
Haa, nach der erfolgreichen CL Qualifikation können wir als FB Anhänger noch mit dem ein oder anderen qualitativ hochwertigen Neuzugang rechnen oder etwa nicht Aziz başkan?
Bin heute auf die Auslosung gespannt. Vielleicht gibt’s ja ein Match in Deutschland, da würde ich versuchen Ticket zu kriegen.
Ich hoffe wir verstärken uns noch, wir benötigen unbedingt einen Greenwood Ersatz.
Auch in der IV brauchen wir noch Alternativen.
Mir gefiel übrigens wie oğuz und Greenwood auch manchmal die Seiten gewechselt haben. Das lief super und nicht so statisch ab.
Und natürlich sprechen wieder alle nur über die Ausschreitungen nach dem Spiel. Warum ist immer Fenerbahce involviert? Gab es solche Szenen nach irgendeinem europäischen Galatasaray Spiel?
Lyon Fans und Spieler attackieren unsere Spieler und fener ist schuld?
Mach den Kopf zu