Bei Fenerbahce brennt kurz vor dem richtungsweisenden Spiel um die erste Teilnahme an der UEFA Champions League seit 18 Jahren lichterloh der Baum. Der Grund ist jedoch kein sportlicher Dämpfer, sondern ein offener, hochbrisanter Rechts- und Schlammschlacht-Krieg zwischen dem Klub und Medientycoon Acun Ilicali. Im Zentrum des Eklats steht die Loge Nr. 217 im Fenerbahce Sükrü Saracoglu-Sportkomplex. Nachdem die Vereinsführung Fenerbahce Futbol A.S. den Zugang zu der vollständig bezahlten Loge vor der Saison sperrte, erwirkte die Gegenseite eine einstweilige Verfügung – was nun in einer Welle von Anschuldigungen, Justizbeschwerden und Vorwürfen von Sabotage und Fanatismus gipfelt.
Acun Ilicali rechnet ab: „Rechtswidrig behindert und unter Vorwand beschädigt“
In einer vielbeachteten Stellungnahme reagierte der Geschäftsmann auf Anschuldigungen des Vereins und sparte nicht mit scharfer Kritik an der Führungsebene. „Obwohl nur noch zwei Tage bis zu einem derart entscheidenden und historischen Spiel verbleiben, in dem unser Fenerbahce um die erste Teilnahme an der Champions League seit 18 Jahren kämpfen wird, hatte ich trotz all der Ungerechtigkeiten und Rechtswidrigkeiten, die mir gegenüber begangen wurden, keinerlei Absicht, eine Erklärung abzugeben“, zitierte das Statement flüssig. Aufgrund unwahrer Behauptungen sei der Schritt an die Öffentlichkeit jedoch unvermeidbar gewesen. „Die Nutzung der Loge Nr. 217, die vertraglich Acun Medya zugewiesen wurde und deren Preis bis auf den letzten Cent vollständig bezahlt worden ist, wurde vor Saisonbeginn durch eine Entscheidung der aktuellen Vereinsführung rechtswidrig verhindert“, hielt Acun Ilicali fest.

Nach dem Erwirken einer einstweiligen Verfügung durch die unabhängige türkische Justiz habe der Klub beim ersten Heimspiel gegen TÜMOSAN Konyaspor dennoch Fakten geschaffen. „Zudem wurde protokolliert, dass die betreffende Loge unter dem Vorwand von ‚Renovierungs-/Arbeiten‘ beschädigt und dadurch unbenutzbar gemacht worden war. Die offizielle Mitteilung des Vereins ist nichts anderes als der Versuch, diese Rechtswidrigkeit, die sogar strafrechtlich relevante Elemente beinhaltet, zu vertuschen“, so der Medientycoon. Er wies die Darstellung zurück, dass juristische Einwände des Vereins eine gerichtliche Verfügung außer Kraft setzen könnten, und stellte klar, dass der Vertrag auf sein Unternehmen Acun Medya und nicht auf seinen Privatnamen laufe.
Vorwurf des Billig-Fanatismus: Justizbeamte als Galatasaray-Fans gebrandmarkt
Besonders empört zeigte sich der Unternehmer über Versuche des Vereins, Inhaber von rivalisierenden Fankarten auf der Übergabeliste als Provokation darzustellen. „Bei den genannten Personen handelt es sich weder um persönliche Gäste noch um Freunde oder Verwandte von mir. Es sind der offizielle Gerichtsvollzieher und die zuständigen Polizeibeamten, die sich zur Umsetzung der Gerichtsentscheidung ins Stadion begeben hatten“, stellte Acun Ilicali klar. Der Versuch, Beamte bei der Pflichterfüllung über deren Passolig-Daten als Sicherheitsrisiko zu deklarieren, sei eine gezielte Kampagne. „Der Versuch, anhand der Passolig-Einträge von Staatsbediensteten, die lediglich ihre Pflicht erfüllen, ein billiges Bild von Fanatismus zu erzeugen und mich damit ins Visier zu nehmen, ist lediglich das jüngste Beispiel für die Bemühungen um Ausgrenzung und Feindbildbildung in der vereinsinternen Politik“, polterte der Ex-Funktionär weiter.

Direkt an die Adresse des Präsidenten richtete er deutliche Mahnworte zum Machtkampf im Verein: „Sehr geehrter Herr Präsident, mit Bedauern stelle ich fest, dass Ihre persönliche Feindseligkeit mir gegenüber die von Ihnen im Wahlkampf versprochenen Aussagen über ‚Einheit und Zusammenhalt‘ vollständig in den Hintergrund gedrängt hat. Unser Fenerbahce braucht mehr denn je ein Klima, in dem wir als Gemeinschaft interne Auseinandersetzungen beiseitelassen, zusammenstehen und unsere gesamte Energie darauf richten, gegen die Ungerechtigkeiten zu kämpfen, denen unser Verein ausgesetzt ist. Ihre Energie nicht für persönliche Rachepläne, Verleumdungen und Kampagnen zur Beeinflussung der öffentlichen Wahrnehmung einzusetzen, sondern ausschließlich für die Interessen Fenerbahces, ist der einzige Weg, um die echte Einheit und den Zusammenhalt herzustellen.“
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Fenerbahce schlägt zurück: Beschwerde beim HSK und Gang vor das Verfassungsgericht
Auf der Gegenseite wies die Führung von Fenerbahce Futbol A.S. sämtliche Vorwürfe entschieden zurück und kündigte rechtliche Schritte gegen die beteiligten Richter an. Wie der Klub auf seiner offiziellen Website bekanntgab, habe Ali Acun Ilicali am 27. Juli 2026 beim 9. Verbrauchergericht Istanbul-Anatolien persönlich eine einstweilige Verfügung beantragt, obwohl er gar keine Vertragspartei sei. „Zwischen Fenerbahce Futbol A.S. und Ali Acun Ilicali besteht keinerlei Vertrag über die Nutzung der Loge Nr. 217“, betonte die Vereinsführung. Nachdem der Antrag in erster Instanz abgelehnt worden sei, habe die 18. Zivilkammer des Regionalberufungsgerichts Istanbul ohne Abwarten einer Stellungnahme der Gelb-Dunkelblauen die Entscheidung gekippt.
Dies sei auf Basis eines rechtlich unwirksamen Dokuments ohne Unterschriften geschehen. „Gegen die Verantwortlichen, die rechtswidrig und entgegen der gerichtlichen Praxis gehandelt und dabei das Recht Fenerbahces auf Verteidigung missachtet haben, wird beim Rat der Richter und Staatsanwälte (HSK) Beschwerde eingelegt“, hieß es in der Vereinsmitteilung. Zudem habe man eine Individualbeschwerde beim Verfassungsgericht eingereicht, um die Gerichtsentscheidung aufzuheben.

Sicherheitsbedenken wegen Passolig: Fenerbahce wirft Gegenseite Chaos-Stiftung vor
Auch die Vorkommnisse am Spieltag gegen TÜMOSAN Konyaspor bewertet der Verein vollkommen anders. Am Samstag, dem 22. August 2026, seien Gerichtsvollzieher im Stadion erschienen, hätten den Anwälten der Gegenseite jedoch mangels Vorlage eines auf den Namen von Ali Acun Ilicali lautenden Vertrags keine Übergabe gestatten können, was protokolliert worden sei. Bezüglich der Zehn-Personen-Liste für die Logen-Nutzung habe die Vereinsprüfung zudem gravierende Bedenken ergeben. Zwei Personen hätten über gar kein Passolig verfügt, während zwei weitere ausdrücklich als Galatasaray-Anhänger registriert gewesen seien.
„Der Versuch, Personen mit einer Zugehörigkeit zu Galatasaray auf diese Weise Zugang zu einem Tribünenbereich zu verschaffen, der Fenerbahce-Anhängern vorbehalten ist, wurde von uns im Hinblick auf die Ordnung und Sicherheit auf den Tribünen als äußerst schwerwiegender und inakzeptabler Vorgang bewertet. Hier geht es nicht um die Ausübung eines Rechts, sondern um den Versuch, auf den Tribünen eine chaotische Atmosphäre zu schaffen. Unser Verein wird keinerlei Versuche dulden, die zu Spaltung oder Spannungen auf unseren Tribünen führen oder das Zusammengehörigkeitsgefühl der Fenerbahce-Gemeinschaft beeinträchtigen könnten“, stellte der Klub unmissverständlich klar.



1 Kommentar
Schon den Treffer von Sebastian Szymanski gegen PSG gesehen?
Link:
https://www.youtube.com/watch?v=hyBixru64UQ
Achso soll ich hier was zu Acun reinschreiben?
Also diesen Acun kann ich absolut nicht abhaben da gibts viele Gründe dafür, aber er hat in dieser Angelegenheit einfach Recht, ich meine wenn er was bezahlt hat, hat er auch ein Anrecht auf den Logenplatz und die mutwillge Zerstörung des Logenplatzes für angebliche „Renovierungsarbeiten“ ist mutwillig herbeigeführt um das Gerichturteil zu umgehen.
Haa, sayin Aziz Baskan siz FB’de tüm sorunlari cözdünüzmü simdi sürekli Acun ile ugrasiyorsunuz, ilk önce transferleri ve gidenleri bir cözünde, sampiyonlar ligine gidelim de ondan sonra vaktiniz varsa Acun ile ugrasabilirsiniz nedir bu intikam havasi hayir ola….Fenerbahce sizin maliniz degil birakin intikam alanina cevirmeyi isinize odaklanin, tranferleri cözün, bizi sampiyonlar ligine götürün yoksa seneye sizi kongreden sonra yine huzur evine paketleriz bilmiyorum anlatabildim mi?