Machtwort vom TFF-Präsidenten: Ibrahim Haciosmanoglu über Montella, Schiedsrichter-Revolution und Ausländer-Limit
In einer umfassenden Stellungnahme zur aktuellen Lage des türkischen Fußballs hat TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu klare Kante gezeigt. Besonders die Personalie des Nationaltrainers Vincenzo Montella stand dabei im Fokus. Haciosmanoglu stellte unmissverständlich klar, dass es kein Angebot für den Italiener gebe und man ihn selbst bei einer Anfrage nicht ziehen lassen würde. Der Präsident verriet dabei ein interessantes Detail aus einem Gespräch vor den Spielen in der Nations League. Laut Aussagen gegenüber der türkischen Presseagentur Anadolu Ajansi sei Montella auf ihn zugekommen und habe von einer Möglichkeit bei der AS Rom berichtet. Er habe dem Trainer jedoch klargemacht, dass man langfristig mit ihm plane und die Kapitäne der Mannschaft hinter ihm stünden. „Der Trainer, der nicht nach Rom geht, geht nirgendwo hin. Wir werden weitermachen, solange wir hier sind“, betonte der Verbandschef deutlich.
Strikte Umsetzung der Ausländerregelung und finanzielle Disziplin
Ein weiteres zentrales Thema war die Ausländerregelung für die kommende Spielzeit. Hier wird es keine kurzfristigen Änderungen geben, da der TFF den bereits im Vorjahr angekündigten Kurs beibehält. Während aktuell noch 12+2 ausländische Spieler gemeldet werden dürfen, wird sich diese Quote zur neuen Saison auf 10+4 reduzieren. Ibrahim Haciosmanoglu unterstrich zudem die Notwendigkeit einer strengen Ausgabenbegrenzung für die Vereine. Er kritisierte die mangelnde Institutionalisierung in der Türkei und verwies auf europäische Top-Vereine wie Real Madrid oder FC Barcelona, wo das Personal der Klubs und nicht das des jeweiligen Trainers im Vordergrund stehe. Um Doppeldeals und finanzielle Intransparenz zu unterbinden, setze der Verband nun konsequent auf einen Einheitsvertrag, der sowohl für Spieler als auch für Vereine schwere Sanktionen bei Verstößen vorsieht.

Revolution im Schiedsrichterwesen: Fokus auf Verjüngung
Harte Kritik übte der Präsident an der Qualität des Schiedsrichterwesens, räumte jedoch ein, dass man bei der Fehlerquote im Vergleich zu Europa weit zurückliege. Haciosmanoglu bezeichnete es als Schande, dass derzeit kein türkischer Schiedsrichter bei der Weltmeisterschaft vertreten sei, wehrte sich jedoch dagegen, persönlich dafür verantwortlich gemacht zu werden. Er kündigte eine radikale Verjüngungsoperation an: „Wir werden eine Revolution durchführen. Diese jungen Referees werden an der nächsten Europameisterschaft und der nächsten Weltmeisterschaft teilnehmen. Wenn sie nicht gehen können, stellen Sie mir das als Verantwortung in Rechnung.“ Ziel sei es, durch internationale Kooperationen früher als geplant wieder Elite-Schiedsrichter zu stellen und die traumatisierten Unparteiischen durch Vertrauen und Transparenz zu stärken.

Kampf gegen Wett-Manipulationen und Korruption
Besonders emotional wurde der Verbandspräsident beim Thema Wetten und Manipulation. Er bezeichnete einen sauberen Fußball als Verpflichtung gegenüber der nächsten Generation. Haciosmanoglu berichtete von konkreten Operationen gegen verdächtige Spiele, wie etwa die Begegnung zwischen Ankara und Nazilli, bei der Spieler und Verantwortliche in Verdacht gerieten. „Ich kenne die Umweltverschmutzung im Fußball. Wer den Sport beschmutzen möchte, wird zur Rechenschaft gezogen“, warnte er. In Zusammenarbeit mit den Ministerien und Wettanbietern werden derzeit Daten von über 7.000 Vorstandsmitgliedern der letzten fünf Jahre ausgewertet. Nächste Woche sollen erste Ergebnisse zu belasteten Führungskräften vorliegen. Trotz seiner persönlichen Sympathien bleibe er in seinem Amt absolut neutral: „Man kann nicht verlangen, dass Trabzonspor Meister wird, wenn man neutral sein muss. In unserem Herzen gibt es keinen Fleck.“



2 Kommentare
Es ist natürlich nicht richtig als türkischer Verein soviele ausländische und vor allem hochbezahlte Spieler zu verpflichten, aber diese TFF tut alles in seiner Macht stehende, um die türkischen Vereine mit irgendwelchen Ausländerregelungen die sich jedes Jahr aufs Neue ändern in den finanziellen Ruin zu treiben, da dann türkische Vereine gezwungen werden teuere Spielerverträge aufzukündigen, vielleicht noch eine Abfindung zahlen müssen und dabei auch keine Ablöse kassieren können.
Mir ist es egal, was für eine schwachsinnige AR es in der Türkei gibt, da sie nur von Schwachköpfen, Vollpfosten und absoluten Schwachmaten eingeführt wird, aber verdammt nochmal ist es so schwer sich für einige Jahre auf eine Regelung zu verständigen und diese beizubelassen bzw. nicht mehr zu verändern?
Was soll denn diese ständige AR Änderung, das ist doch nur im Nachteil der Vereine jedes Jahr eine neue AR einzuführen, dass sich hier die Süperligisten nicht vehemmenter dagegen wehren kann ich übrigens auch nicht ansatzweise nachvollziehen.
Ich bin ja sowieso der Meinung, dass sich die Süperligisten zur „Süperlig AS“ zusammenschließen sollten um die TV Rechte selbst zu vermarkten und die Ausländerregelung in der Süperlig selbst zu bestimmen, da sie es sind die das ganze Interesse am türkischen Fussball generieren, die Fans ins Stadion treiben und das Geld in die Süperlig bringen und nicht diese scheiss TFF die hier nur ihre Hand aufhalten und die türkischen Vereine abzocken Stichwort: PFDK Strafen und dergleichen.
Diese TFF braucht doch keine Sau und diesen dummen TFF Präsidenten IHO schon gar keiner amk…..
12+2 war schon schwachsinnig und jetzt 10+4 Warum lan? Welche bekannte Regelung aus den Top 5 Ligen nehmen wir da als Beispiel? Wo gibt es diese Regelung und welche Vorteile bringt Sie?
Çobanibahçem hat 19 Ausländer unter Vertrag.
Galatasaray 15.
Da ab der neuen Saison nur noch 10 ältere Ausländer erlaubt sind, hat Galatasaray aktuell einen Überschuss von mindestens 3 Spielern im Kader.
Im Sommer kehren Leihspieler wie Nicolò Zaniolo und Elias Jelert zurück. Sollten diese nicht direkt fest verkauft werden, vergrößert sich der Überschuss weiter.
Galatasaray muss mindestens 3 bis 5 etablierte, ältere ausländische Spieler verkaufen, verleihen oder deren Verträge auflösen. Gleichzeitig müssen sie auf dem Transfermarkt gezielt nach mindestens vier U23-Talenten (geboren ab 2004) suchen, um die „+4“-Quote zu füllen.
Zurück zu Çobanibahçem.
Fast alle der 19 Spieler fallen in die Kategorie „ohne Altersbeschränkung“. Da hier strikt nur noch 10 Plätze erlaubt sind, hat der Verein einen Überschuss von 9 Spielern.
Çobanibahçem ist gezwungen, sich von fast der Hälfte seiner aktuellen Legionäre dauerhaft zu trennen. Verträge von Ergänzungsspielern müssen aufgelöst oder Verkäufe unter Marktwert akzeptiert werden, um die TFF-Kriterien zu erfüllen. Erst danach können die zwingend benötigten 4 ausländischen U23-Spieler registriert werden.
U23 Spieler brennen ja auch bekanntlich im in der Türkei zu spielen.
Dies ist die Ausgangssituation aktuell anhand von zwei Vereinen. Der Rest der Liga sieht entweder nicht besser oder schlechter aus.
Ayıkla pirincin taşını.