Aus Notwehr zum globalen Kampfsport-Erfolg: Die beeindruckende Karriere von Elif Tiras begann einst aus einem traurigen Anlass in ihrer Heimatstadt Kirsehir. Nachdem die damalige Jugendliche im Alter von 14 Jahren auf der Straße belästigt worden war, fasste sie den Entschluss, sich fortan selbst verteidigen zu können. Was ursprünglich als Hobby zum Selbstschutz begann, entwickelte sich zu einer außergewöhnlichen sportlichen Laufbahn auf internationalem Parkett. In einem Interview schilderte Elif Tiras ihren Weg an die Weltspitze: „Mit 14 Jahren kam ich zum Kickboxen. Nachdem ich auf der Straße belästigt worden war, entschied ich mich dazu, Sport zu treiben. Im Laufe dieser Zeit habe ich zwei Weltcups und einen Europacup gewonnen. Ich habe den Sport als Hobby begonnen, mich später aber dazu entschieden, daraus eine Karriere zu machen. Als ich mit dem Sport anfing, hätte auch ich nicht damit gerechnet, solche Platzierungen zu erreichen. Als ich dann begann, Titel zu gewinnen, machte ich den Sport zu meiner Karriere.“

Vizeweltmeisterin im Muay Thai und Kickboxen
Ihr unermüdlicher Fleiß zahlte sich rasch aus: Bei Titelkämpfen in Thailand sicherte sich die Athletin den Titel der Vizeweltmeisterin im Muay Thai, woraufhin sie bei den Wettkämpfen in Italien auch den Titel der Vizeweltmeisterin im Kickboxen nach Hause holte. Damit wurde die Kampfsportlerin nicht nur für die lokale Sportgemeinschaft in Kirsehir, sondern auch für zahlreiche Nachwuchsathletinnen zu einem echten Vorbild. Elif Tiras richtete zudem eine klare Botschaft an das weibliche Publikum: „Frauen sollten Sport treiben, um sich selbst verteidigen zu können. Man kann den Sport auch parallel zur Schule fortsetzen.“

Trainer Osman Cevik stolz: „Es gibt nichts, was eine Frau nicht schaffen kann“
Ihr langjähriger Trainer Osman Cevik, der im Laufe seiner Karriere bereits zahlreiche Talente geformt hat, zeigte sich tief bewegt vom sportlichen Werdegang seiner Schützling. Osman Cevik betonte voll Stolz: „Ich habe sehr viele Sportler ausgebildet. Dass eine Frau, nachdem sie auf der Straße belästigt wurde, mit dem Sport beginnt und anschließend Spitzenplatzierungen bei Weltmeisterschaften erreicht, macht uns stolz. Es gibt nichts, was eine Frau nicht schaffen kann.“
Vorbild auf und abseits der Matte
Auch Trainingspartner Samet Salman, der in derselben Halleneinheit in Kirsehir mit der Spitzenathletin trainiert, betonte die besondere Atmosphäre auf der Matte. Für ihn sei es ein Privileg, täglich mit einer echten Championess zu üben. Elif Tiras setzt ihr intensives Training vor Ort fort und verfolge weiterhin das Ziel, mit ihren Erfolgen jungen Frauen Mut zu machen und sie für den Sport zu begeistern.

