Millionen-Poker im türkischen Fußball: Süper Lig peilt drastische Verdreifachung der TV-Gelder an
Die Medienlandschaft im türkischen Profifußball steht vor einer fundamentalen Neuordnung. Im Rahmen der anstehenden Rechtevergabe für die Trendyol Süper Lig verdichten sich die Anzeichen für einen dramatischen Wechsel bei der Ausstrahlung der Begegnungen. Nach Informationen des renommierten Journalisten Mehmet Arslan beziffert sich die Wahrscheinlichkeit für eine Ablösung des aktuellen Rechteinhabers in der kommenden Saison auf rund 90 Prozent. Hauptantrieb für diese Entwicklung ist die tief sitzende Unzufriedenheit der Vereine mit den aktuellen Erlösen. In der laufenden Periode kassieren die Klubs eine garantierte Gesamtsumme von 150 Millionen US-Dollar pro Jahr. Eine Summe, die von der großen Mehrheit der Erstligisten als absolut nicht mehr zeitgemäß und deutlich zu niedrig bewertet wird.
Klubs fordern Verdreifachung der Einnahmen und setzen auf digitale Schwergewichte
Angesichts dieser Ausgangslage hat die Vertretung der Profivereine, die Kulüpler Birligi (Klubvereinigung), für die bevorstehende Vergabe ein extremes Etappenziel ausgegeben. Das erklärte Vorhaben der Verantwortlichen ist es, die finanziellen Erträge massiv in die Höhe zu schrauben und einen Betrag von mehr als 500 Millionen US-Dollar jährlich zu generieren. Sollte das Vorhaben von Erfolg gekrönt sein, würde dies eine Vervielfachung des Rechtevolumens bedeuten, da sich die Einnahmen im Vergleich zur aktuellen Vereinbarung mehr als verdreifachen würden. Besondere Dynamik erhält die kommende Ausschreibung durch den diversifizierten Bieterkreis. Neben den tradierten TV-Anstalten haben dem Vernehmen nach sowohl große Telekommunikationskonzerne als auch globale wie auch heimische Streaming-Dienste starkes Interesse bekundet. Der zentrale Kernpunkt der Verhandlungen dreht sich nun um die Frage, ob die Spiele der Süper Lig weiterhin im klassischen linearen Fernsehen oder künftig primär über digitale Plattformen an die Zuschauer übertragen werden.

