Bei der türkischen Nationalmannschaft steht unmittelbar vor dem nächsten Qualifikationsfenster eine wegweisende Trainerentscheidung bevor. Nach dem Abschied von Vincenzo Montella hat der türkische Fußballverband TFF seine Suche nach einem neuen Cheftrainer intensiviert und mit Wunschkandidat Sergen Yalcin eine grundsätzliche Einigung erzielt. TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu habe bereits direkte Gespräche mit Yalcin geführt. Nachdem zuvor Absagen von Arda Turan, der sein Engagement bei Schachtjor Donezk fortsetzen möchte, sowie von Abdullah Avci, der vor einer TV-Expertentätigkeit steht, eingegangen waren, gilt die Verpflichtung des 53-jährigen Ex-Profis als beschlossene Sache. Die offizielle Bekanntgabe wird bereits nach der morgigen Vorstandssitzung des Verbandes erwartet, wie HT Spor berichtet.
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Verbandsentscheidung pro türkische Lösung und Yalcins Besiktas-Bilanz
Der Dachverband TFF unterstrich bei der Trainersuche ausdrücklich das Anforderungsprofil, den Posten bevorzugt an einen einheimischen Übungsleiter zu vergeben. Mit Sergen Yalcin sichert sich der Verband eine hochdekorierte Trainerpersönlichkeit. Bei seiner letzten Station auf der Trainerbank betreute der 53-Jährige den Istanbuler Traditionsklub Besiktas in insgesamt 39 Begegnungen. Unter seiner Regie verbuchten die Schwarz-Weißen 20 Siege, zehn Unentschieden und erlitten neun Niederlagen, was einem Punkteschnitt von 1,79 Zählern pro Spiel entsprach. 2021 feierte Yalcin während seiner ersten Amtszeit bei Besiktas das Double aus türkischer Meisterschaft und nationalem Pokalsieg.

Senol Günes fordert einheimische Trainer und blickt neutral auf das Süper-Lig-Topspiel
Am Rande einer Veranstaltung der Stadtverwaltung von Trabzon äußerte sich Legende Senol Günes vor dem heutigen Duell zwischen Trabzonspor und Besiktas ebenfalls zur Trainerfrage der Nationalmannschaft. Zu dem anstehenden Ligagipfel erklärte der Ex-Nationaltrainer gewohnt gelassen: „Ich betrachte das Spiel zwischen Trabzonspor und Besiktas neutral. Trabzonspor spielt zu Hause. Deshalb sehe ich die Mannschaft etwas im Vorteil. Ich weiß, dass es ein schönes Spiel werden wird.“

Plädoyer für türkische Übungsleiter an der Nationalteamspitze
Befragt zur Besetzung des Nationaltrainerpostens und einer möglichen ausländischen Lösung vertrat Günes eine klare Haltung. „Wenn ich aus emotionaler Sicht spreche, sollten sowohl die Spieler als auch die Trainer Türken sein. Wir müssen in der Lage sein, unsere Trainer selbst auszubilden und zu finden. Das gilt ganz besonders für die Nationalmannschaften. Je mehr ausländische Spieler es in der Türkei gab, desto mehr ausländische Trainer kamen ebenfalls hinzu. Für die Nationalmannschaft sollte es aber so sein“, forderte die Trainerlegende. Mit Blick auf die einheimische Trainergilde zeigte er sich optimistisch und erinnerte an seinen eigenen historischen Erfolg: „In der Türkei haben wir sehr viele junge Trainer. Sie alle sind in der Lage, diese Aufgabe zu übernehmen. Ich frage nicht, weshalb die ausländischen Trainer gekommen sind, und halte eine solche Ausgrenzung auch nicht für richtig. Aber unsere eigenen Leute können erfolgreich sein. Ich war der Schlechteste und bin trotzdem Dritter bei einer Weltmeisterschaft geworden. Das bedeutet doch, dass die anderen es noch besser machen werden.“




1 Kommentar
Ich will sterben das ist der Sargnagel