Am dritten Spieltag der UEFA Champions League-Ligaphase empfängt Fenerbahce im heimischen Kadiköy den tschechischen Traditionsklub Slavia Prag. Vor dem Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Fußballphilosophien haben sich die beiden ehemaligen Trendyol Süper Lig-Profis Tomas Necid und Jan Rajnoch gegenüber der Nachrichtenagentur IHA ausführlich zur Ausgangslage geäußert. Beide tschechischen Ex-Spieler erwarten eine hochintensive und hart umkämpfte Begegnung, in der die Tagesform und Kleinigkeiten den Ausschlag geben werden.
GazeteFutbol gibt es jetzt auch als APP – Jetzt herunterladen!
Tomas Necid warnt Slavia vor Vedat Muriqi und Mason Greenwood
Der frühere Bursaspor-Angreifer Tomas Necid, der aktuell als Spieler und Mentor bei der zweiten Mannschaft von Slavia Prag aktiv ist, sieht in den Offensivkräften der Istanbuler die Schlüsselspieler. „Meiner Meinung nach geht die größte Gefahr von den Offensivspielern Muriqi und Greenwood aus. Beide sind gefährliche Spieler. Sie können selbst Tore erzielen und gleichzeitig Torchancen für ihre Mitspieler kreieren“, warnte der 37-Jährige. Gleichzeitig hob der Ex-Profi die mannschaftliche Geschlossenheit und physische Stärke der Gäste hervor: „Slavia versucht, einen sehr intensiven und körperlich anspruchsvollen Fußball zu spielen. Das gehört zu den wichtigsten Stärken der Mannschaft. Fenerbahce ist zu Hause eine sehr starke Mannschaft. Der Verein hat großartige Fans, die das Team unterstützen. Soweit ich mich erinnere, ist die Atmosphäre im Stadion wirklich beeindruckend. Allerdings muss Fenerbahce eine Lösung finden, um die sehr gute Defensive von Slavia zu überwinden.“ Ein Sonderlob zollte Tomas Necid zudem Prag-Erfolgscoach Jindrich Trpisovsky für die nachhaltige Entwicklung des Klubs. Trotz des imposanten Hexenkessels in Kadiköy tippt Necid am Ende auf einen knappen 2:1-Auswärtssieg für Slavia Prag.

Jan Rajnoch analysiert Machtverhältnisse und erwartet Unentschieden
Der frühere Abwehrspieler Jan Rajnoch, der in der Türkei für MKE Ankaragücü, Sivasspor und Adana Demirspor auflief, rechnet ebenfalls mit einem Duell auf Augenhöhe. „Ich erwarte ein sehr interessantes und umkämpftes Spiel. Slavia ist eine Mannschaft mit einer klar definierten Spielweise. Sie ist hervorragend organisiert, körperlich stark und für jeden Gegner schwierig zu bespielen. Fenerbahce verfügt dagegen über eine enorme individuelle Qualität und ist traditionell besonders heimstark“, erklärte der Taktik-Experte. Für die Gelb-Marineblauen gelte es vor allem, Ballverluste im Zentrum zu vermeiden: „Für Fenerbahce wird es sehr wichtig sein, mit dem Pressing von Slavia richtig umzugehen, den Ball schnell laufen zu lassen und auch unter Druck ruhig zu bleiben. Besonders wenn sie im Mittelfeld in gefährlichen Bereichen den Ball verlieren, kann Slavia das sofort bestrafen.“ Am Ende prognostiziert Jan Rajnoch ein leistungsgerechtes 1:1-Unentschieden.

Tschechische Disziplin trifft auf türkische Leidenschaft
Im direkten Vergleich der beiden Ligen sieht Jan Rajnoch faszinierende Unterschiede: „Der türkische Fußball ist voller Emotionen, Leidenschaft und unglaublicher Unterstützung durch die Fans. Im tschechischen Fußball wird meiner Meinung nach grundsätzlich mehr Wert auf taktische Organisation, Disziplin und Mannschaftsspiel gelegt. Ideal wäre es, die taktische Disziplin des tschechischen Fußballs mit der Kreativität und Leidenschaft des türkischen Fußballs zu verbinden.“ Zugleich erinnerte der Ex-Verteidiger an die unvergessenen Duelle seiner eigenen aktiven Zeit im Oberhaus: „Spiele gegen große Vereine wie Galatasaray, Fenerbahce und Besiktas waren für Verteidiger immer eine enorme Herausforderung. Ich erinnere mich an Milan Baros von Galatasaray und Alex von Fenerbahce. Beide verfügten über eine außergewöhnliche individuelle Qualität.“ Schmunzelnd blickte er auch auf sein kurioses Eigentor im Ankaragücü-Trikot gegen Galatasaray zurück, das als 3.000. Ligator der Löwen in die Historie einging: „Als ich später die Scherze hörte, dass mein Trikot im Museum von Galatasaray ausgestellt werden sollte, fand ich das wirklich lustig. Vielleicht sollte ich Galatasaray anrufen und fragen, ob sie noch einen Platz für mein Trikot haben.“



