Am achten Spieltag der Trendyol Süper Lig sicherte sich Tabellenführer Galatasaray mit einem umkämpften 1:0-Auswärtssieg beim Gastgeber Genclerbirligi im Eryaman-Stadion drei wichtige Punkte im Titelrennen. Trotz des Erfolges sparte Cheftrainer Okan Buruk auf der anschließenden Pressekonferenz nicht mit deutlicher Kritik an der eigenen Mannschaftsleistung sowie den katastrophalen Platzverhältnissen in der Hauptstadt. Der Übungsleiter unterstrich dabei, dass man sich auf die schwierigen Rahmenbedingungen besser hätte einstellen müssen und forderte eine klare Steigerung für die kommenden Aufgaben.
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Scharfe Kritik am Zustand des Rasens und TFF-Forderung
Besonders die Mängel des Spielfelds im Eryaman-Stadion erregten den Unmut des Erfolgscoaches. „Nach Europapokalspielen ist es sehr schwierig, solche Begegnungen zu bestreiten. Unabhängig davon, ob es geregnet hat oder nicht, war der Rasen in einem sehr schlechten Zustand. Das darf allerdings keine Ausrede sein. Egal, wo man spielt und gegen wen man antritt, man muss es besser machen“, forderte der Trainer der Gelb-Roten. Der Übungsleiter nahm seine Profis vor individueller Schelte in Schutz, da auf dem rutschigen Geläuf ständig die Angst vor Verletzungen mitgemischt habe. Prompt erwischte es Flügelstürmer Rafael Leao, der nach einem Ausrutscher mit Schmerzen ausgewechselt werden musste. Buruk nahm den Verband in die Pflicht: „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir auf diesem Rasen vor einem Champions-League-Spiel mit nur einer Verletzung davongekommen sind. Die Kontrolle dieser Spielfelder muss beim Türkischen Fußballverband liegen. Die Gesundheit der Fußballspieler ist sehr wichtig. Das gilt auch für die Spieler von Genclerbirligi. Ein Spieler kann ausrutschen und sich dabei das Kreuzband reißen. Es können auch andere Verletzungen auftreten. Ich halte es nicht für richtig, in der Süper Lig auf einem solchen Rasen Fußball spielen zu lassen. Wenn man eine Liga ‚Süper Lig‘ nennt, muss auch der Rasen diesem Namen gerecht werden.“ Schon vor dem Anpfiff war die Stimmung getrübt: „Der Rasen war in einem äußerst schlechten Zustand. Als unsere Spieler nach der Platzbesichtigung in die Kabine zurückkehrten, waren ihre Gesichter lang. Sie beschwerten sich über den Zustand des Spielfelds. Dennoch müssen wir die Leistung unseres Gegners uneingeschränkt anerkennen.“

Lob für Genclerbirligi und Mahnung vor dem Derby
Trotz des späten Siegtreffers zollte der Cheftrainer dem mutig aufspielenden Kontrahenten großzügig Respekt. „Wenn Genclerbirligi dieses Spiel gewonnen hätte, hätte ich gesagt, dass sie sehr gut gespielt und den Sieg verdient haben. Ich betone, dass wir nicht gut gespielt haben. Ich gratuliere unserem Gegner. In einigen Phasen haben wir sehr schlecht gespielt“, gestand der Coach offen ein. Zugleich mahnte er absolute Fokussierung im Meisterschaftskampf an: „Letztendlich müssen wir uns mental wesentlich besser auf solche Spiele vorbereiten. Jede Begegnung ist sehr wichtig. Auf die Champions League kann sich jeder Spieler sehr schnell einstellen. Nächste Woche steht das Derby gegen Fenerbahce an. Auch auf dieses Spiel werden sich alle sehr schnell vorbereiten können. Aber die Konzentration in solchen Begegnungen entscheidet über das Schicksal der Meisterschaft. Wir müssen sie deutlich steigern.“ Erst in den letzten 15 Minuten habe seine Elf mehr Ballbesitz erlangt, den Gegner eingeschnürt und belohnt durch das späte Tor die volle Ausbeute mitgenommen.

Torreira-Fehlen, Leihgabe Baltaci und Lob für Batrakov
Das Fehlen des rotgesperrten Mittelfeldmotors Lucas Torreira wog im Spielaufbau schwer. „Torreira ist für uns ein sehr wichtiger und wertvoller Spieler. Er ist derjenige, der sowohl bei eigenem als auch bei gegnerischem Ballbesitz das Pressing einleitet und aufrechterhält sowie für einen guten Passfluss sorgt. Sein Fehlen war ein Verlust für die Mannschaft. Allerdings verfügten auch die Spieler, die ihn ersetzt haben, über eine entsprechende Qualität“, stellte Buruk klar. Positiv erwähnte der Trainer dagegen die Leistung von Abwehr-Leihgabe Metehan Baltaci auf Seiten des Gegners: „Metehan hat sehr gut gespielt. Er gehörte zu den besten Spielern in der Abwehr und hat seine Aufgabe hervorragend erfüllt. Er ist ein sehr guter Fußballspieler, der regelmäßig zum Einsatz kommen muss. Einer der Gründe, weshalb wir ihn an Genclerbirligi ausgeliehen haben, war, dass er sich durch Spielpraxis weiterentwickeln soll.“ Auch Youngster Aleksey Batrakov erhielt Sonderlob für seinen Auftritt nach der Systemumstellung auf ein 4-4-2: „Batrakov hat durch seine Spielintelligenz, seinen Einsatz und sein hervorragendes Mannschaftsspiel überzeugt. Besonders in der Schlussphase, als Leao ausgewechselt wurde und wir auf ein 4-4-2-System umstellten, war seine Leistung auf der linken Seite sehr gut. Seine Ballkontakte, sein Zusammenspiel und insbesondere seine letzte Abwehraktion waren sehr wichtig. Er ist ein hervorragender Mannschaftsspieler, sehr talentiert und verfügt über große Qualität. Er wird noch viel besser werden. Wir haben großes Vertrauen in ihn.“
Blick auf die kommenden Aufgaben in der Champions League
Abschließend richtete der Übungsleiter den Blick bereits auf die internationalen Wochen in der „Königsklasse“. „Wenn wir aus diesen Spielen viele Punkte holen, können wir uns für die nächsten Runden qualifizieren. Deshalb müssen wir gut spielen. Wir werden auswärts gegen Lille antreten. Dort müssen wir eine sehr gute Leistung zeigen und mit einem Sieg zurückkehren. Von den übrigen vier Begegnungen werden wir drei zu Hause bestreiten. In diesem Spielplan wollen wir unsere Qualität, unseren Ehrgeiz und die Erfolge aus der vergangenen Saison fortsetzen“, blickte Buruk optimistisch nach vorne.



