Nach der 1:4-Heimniederlage von Galatasaray gegen den spanischen Spitzenklub FC Barcelona am zweiten Spieltag der UEFA Champions League stellte sich Cheftrainer Okan Buruk der Presse. Vor heimischem Publikum im RAMS Park zeigten die Gelb-Roten phasenweise eine ansprechende Leistung, mussten sich dem formstarken Gegner im zweiten Durchgang jedoch geschlagen geben. Auf der anschließenden Pressekonferenz analysierte der Übungsleiter das Geschehen differenziert, hob die Stärken des Kontrahenten hervor und richtete den Blick optimistisch auf die kommenden Aufgaben in der Königsklasse.
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Analyse der Wendepunkte: Aberkannter Treffer und Barcelonas Präzision
Der Coach sprach offen über die große Vorfreude im Vorfeld der Partie und den Verlauf des ersten Durchgangs. Okan Buruk erklärte: „Wir waren sehr aufgeregt, weil wir gegen Barcelona, die derzeit formstärkste Mannschaft Europas, antreten, diese Atmosphäre in unserem Stadion erleben und einen Sieg einfahren wollten. Wir sind gut ins Spiel gestartet. Über weite Strecken der ersten Halbzeit haben wir das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir gingen mit 1:0 in Führung. Das war für uns wichtig. Anschließend erzielten wir ein zweites Tor, das jedoch nicht anerkannt wurde. Die Aberkennung eines Treffers kann einen mental zurückwerfen. Danach kassierten wir ein unglückliches Gegentor. Der Ball landete auf unglückliche Weise direkt vor einem Gegenspieler, sodass es plötzlich 1:1 stand.“
Im zweiten Spielabschnitt sorgten zwei schnelle Gegentreffer zum 1:3 für die Entscheidung. Der Trainer der Gelb-Roten zollte der Qualität des Gegners vollen Respekt. Buruk betonte: „Zu Beginn der zweiten Halbzeit kassierten wir früh zwei Gegentore. Nach dem 1:3 entglitt uns die Partie. Das Selbstvertrauen unseres Gegners wuchs. In bestimmten Spielphasen haben wir gute Dinge gezeigt, hätten aber noch besser spielen können. Wir haben gegen eine herausragende Mannschaft gespielt. Acht der elf Spieler gehören zur spanischen Nationalmannschaft, die Europameister geworden ist. Das sind Spieler, die sich blind verstehen und wie eine Maschine funktionieren. Gegen sie zu spielen, ist nicht einfach. Sie verlieren nur äußerst selten den Ball. Der Ball scheint förmlich an ihren Füßen zu kleben.“

Trotz der Niederlage sieht der Übungsleiter Potenzial für die Zukunft. Buruk führte aus: „Unsere verletzten Spieler sind gerade erst zurückgekehrt. Wir befinden uns in einem neuen Prozess und müssen uns gegenseitig noch besser kennenlernen. Ich denke, dass wir in den kommenden Spielen noch viel besser auftreten können. Ich gratuliere unserem Gegner. Es war ein schönes Spiel. Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir verloren haben. In bestimmten Phasen haben wir spielerisch gezeigt, dass der türkische Fußball auf europäischer Ebene zu besseren Leistungen fähig ist. Auch mit der Atmosphäre in unserem Stadion haben wir bewiesen, dass wir eine Mannschaft sind, die in die Champions League gehört.“
Forderung nach Spielkontrolle und mentaler Stärke bei Rückstand
Auf die Frage, weshalb das Team nach Rückschlägen die Linie verliere, fordert der Trainer Reife von seinen Akteuren. Buruk stellte klar: „Das ist etwas, woran wir arbeiten müssen. Man kann durchaus in Rückstand geraten, muss sein Spiel aber trotzdem auf die gleiche Weise fortsetzen. Das ist für eine Mannschaft sehr wichtig. Es gehört zu den Dingen, die wir verbessern müssen. Gegen Sporting haben wir ein ähnliches Szenario erlebt. Wir verfügen über sehr erfahrene Spieler auf dem Platz. Dabei ist auch entscheidend, wie die Spieler während der Partie mit ihren Mitspielern umgehen. Hätten wir nach dem 1:3 unser zweites Tor erzielt, wären wir vielleicht noch einmal ins Spiel zurückgekommen. Allerdings haben wir in dieser Phase viel zu hektisch agiert. Teilweise haben wir völlig unnötige lange Bälle gespielt.“
Zudem appellierte der Coach an das Gespür der Mannschaft während der 90 Minuten. Buruk ergänzte: „Wir müssen das Spiel auch besser kontrollieren. Vor einer Begegnung führen wir unsere Analysen durch, aber während des Spiels müssen die Spieler die jeweilige Situation besser erfassen. In bestimmten Phasen ist uns das gelungen, doch nach dem Rückstand haben wir es nicht mehr gut umgesetzt.“

Lob für Rafael Leao und Erklärungen zur Auswechslung von Leroy Sane
Der 52-jährige Übungsleiter zeigte sich erfreut über den Auftritt von Sommerneuzugang Rafael Leao, der die Führung vorbereitet hatte. Buruk äußerte sich zufrieden: „Er hat keineswegs ein schlechtes Spiel gemacht. Er war während der Partie sehr engagiert und bereitete unser Tor vor. Auch in der Defensive hat er viel mitgearbeitet. In der ersten Halbzeit hat er seine defensiven Aufgaben erfüllt. Es ist nicht einfach, denn auch er befindet sich in einem Entwicklungsprozess. Ich bin mit seiner heutigen Leistung zufrieden.“
Bezüglich der späten Einwechslung von Leroy Sane wie auch der weiteren Entwicklung beider Offensivstars zeigte sich der Coach zuversichtlich. Buruk unterstrich: „Sane wurde erst nach dem 1:3 eingewechselt. Deshalb sollte man dieses Spiel nicht als Maßstab für seine Bewertung heranziehen. Wir vertrauen beiden Spielern. Sie werden noch viel bessere Leistungen zeigen. Ich bin froh, mit ihnen zusammenzuarbeiten, und glaube zu 100 Prozent daran, dass sie sich noch deutlich steigern werden.“

Hintergründe zur Abwehr-Lösung mit Ismail Jakobs statt Abdülkerim Bardakci
Zur taktischen Aufstellung in der Defensive, wo Ismail Jakobs in der Innenverteidigung den Vorzug vor Abdülkerim Bardakci erhielt, lieferte der Trainer eine detaillierte Begründung. Buruk erläuterte: „Ich habe Jakobs bereits in vielen Spielen auf dieser Position eingesetzt. Auch die Partie gegen Kasımpaşa hat er als Innenverteidiger beendet. Bei unserem zweiten Treffer schaltete er sich von der linken Seite aus als Innenverteidiger in den Angriff ein und unterstützte die Offensive. Heute hat er sehr gut gespielt. Er gehörte zu den besten Spielern unserer Mannschaft.“
Abschließend hob der Trainer die Bedeutung von Belastungssteuerung für Stammkräfte wie Abdülkerim Bardakci hervor. Buruk betonte nachdrücklich: „Abdülkerim ist für uns ein wichtiger und wertvoller Spieler. Er hat bereits sehr viele Partien absolviert. Wir werden diese Veränderungen von Spiel zu Spiel vornehmen. Manchmal entscheiden wir uns auch aufgrund der Spielweise des Gegners für solche Umstellungen. Ich bin mit den Leistungen von Barış und Jakobs zufrieden. Beide haben während der Partie gute Aktionen gezeigt. Wir werden künftig häufig auf solche Rotationen zurückgreifen. Abdülkerim ist für uns ein wichtiger und wertvoller Spieler. Gerade weil uns seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit am Herzen liegen, müssen wir ihm gelegentlich eine Pause gönnen.“



