Der Offensivspieler Aral Simsir hat in einem ausführlichen Gespräch Einblicke in seine bisherige Laufbahn, seinen Wechsel zu Trabzonspor sowie seine sportlichen Ziele gewährt. Das Nachwuchstalent verdeutlichte, dass neben der Historie und der Strahlkraft des Klubs vor allem die jahrelange Wertschätzung der Verantwortlichen den Ausschlag für seine Unterschrift bei den Bordeauxrot-Blauen gab. In der 243. Ausgabe des Trabzonspor-Magazins blickte der türkische Nationalspieler zudem auf seine fußballerischen Anfänge im Kindesalter zurück und hob die Bedeutung seiner Familie hervor.
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Vom Schulhof zum Profi: Wendepunkt gegen Trabzonspors U19
Seine ersten Schritte am Ball absolvierte der Offensivakteur im Alter von neun oder zehn Jahren auf den Straßen seines Wohnviertels und auf dem Schulhof. Während sein Vater aus Sorge um die schulischen Leistungen zu Beginn skeptisch reagierte, wandelte er sich rasch zum größten Förderer. Die Initialzündung für eine Vereinslaufbahn folgte durch den Vater eines Freundes, der das Talent erkannte und zum Training einlud. In der dänischen Liga folgte schließlich der Durchbruch. Aral Simsir erinnerte sich an diese prägende Phase: „In der Saison 2025/26 in Dänemark zum Fußballer des Jahres gewählt zu werden, war für mich wirklich ein sehr schönes Gefühl. Zuvor hatte ich schwere Verletzungen erlitten und konnte nicht regelmäßig spielen. Deshalb bestand mein vorrangiges Ziel darin, eine Saison ohne Verletzung zu Ende zu bringen. Meine Verletzung war vollständig ausgeheilt und ich spielte gut, aber ehrlich gesagt hatte ich nicht damit gerechnet, zum Fußballer des Jahres gewählt zu werden. Auch für mich war das eine Überraschung. Wenn ich heute darauf zurückblicke, war es ein Erfolg, der mich sowohl sehr glücklich gemacht als auch motiviert hat.“

Als Schlüsselmoment für seine weitere Karriere nannte der Offensivstar zwei direkte Duelle auf Nachwuchsebene. Simsir führte aus: „Die beiden Spiele, die ich gegen die U19-Mannschaft von Trabzonspor bestritten habe, haben für mich einen ganz besonderen Stellenwert. Nach diesen Begegnungen rief mich Trainer Tolunay Kafkas wegen der U21-Nationalmannschaft an. Nach dieser Leistung trug ich zum ersten Mal das Trikot mit Halbmond und Stern. Anschließend führte mich dieser Weg auch zu Trabzonspor. Deshalb kann ich sagen, dass diese beiden Spiele einen Wendepunkt in meinem Leben dargestellt haben.“
Jahrelanges Umwerben gab den Ausschlag für den Transfer
Bezüglich seines Wechsels an die Schwarzmeer-Küste betonte der Neuzugang, dass er nicht lange überlegen musste. Simsir erklärte: „Die Geschichte und die Größe von Trabzonspor haben mich sehr beeindruckt. Hinzu kam, dass der Verein seit vier oder fünf Jahren mit mir in Kontakt stand, sich in jeder Transferperiode für mich interessierte und mir das Gefühl gab, wie sehr er mich haben wollte. Das hat mir die Entscheidung erleichtert. Deshalb fiel es mir überhaupt nicht schwer, mich für Trabzonspor zu entscheiden.“

Fokus auf den Sieg und Vergleich der europäischen Ligen
Auf dem Spielfeld verfolge der Akteur eine klare Philosophie und zeichne sich durch Spielfreude sowie Zug zum Tor aus. Simsir unterstrich seine Einstellung auf dem Rasen: „Ich bin ein Fußballer, der gerne dribbelt, Vorlagen gibt, Tore erzielt und Chancen kreiert. Auf dem Platz fühle ich mich sehr wohl und mache mir nicht allzu viele Gedanken. Ich denke an nichts anderes, als zu gewinnen und meiner Mannschaft zu helfen. Wenn ich ein Spiel bestreite oder trainiere, ist für mich das Wichtigste, zu gewinnen und Freude an dem zu haben, was ich tue. Ich denke, dass auch die Zuschauer von außen sehen können, wie viel Spaß ich auf dem Platz habe.“
Im direkten Vergleich der Spielklassen ordnet der Nationalspieler die Trendyol Süper Lig deutlich anspruchsvoller ein als die Wettbewerbe in Nordeuropa. Simsir analysierte: „Die dänische und die norwegische Liga ähneln sich eigentlich nicht besonders. Die dänische Liga ist sehr diszipliniert, das Defensivbewusstsein ist hoch und es ist eine schwierige Liga, in der Konterangriffe nicht leicht zugelassen werden. Die norwegische Liga weist ähnliche Eigenschaften auf, befindet sich aber nicht auf dem Niveau der dänischen Liga. Wenn ich sie mit der türkischen Liga vergleiche, denke ich, dass es in der Türkei deutlich schwieriger ist. Sowohl hinsichtlich des Tempos als auch aufgrund der Weltstars in den Kadern unterscheidet sie sich von den beiden anderen Ligen.“

Begeisterung für die Fans und Erleichterung durch Teamkollege Dju
Besonders die Kulisse im heimischen Stadion hat es dem Neuzugang angetan. Simsir schwärmte von der Kulisse vor Ort: „Ich sage das nicht nur, weil ich für Trabzonspor spiele. Ich habe in meinem Leben zuvor noch nie eine solche Atmosphäre gesehen oder erlebt. Während man in Dänemark vor 10.000 bis 12.000 Menschen spielt, tritt man hier vor 40.000 Zuschauern an. Diese Atmosphäre motiviert mich unglaublich. Ich wünschte, wir könnten alle Spiele in diesem Stadion austragen.“
Die Eingewöhnung im neuen Umfeld sei ihm zudem durch seinen Teamkollegen Franculino Dju erleichtert worden. Simsir hob die Bedeutung seines Mitspielers hervor: „Franculino ist sowohl ein sehr guter Mensch als auch ein großartiger Fußballer. Sein Transfer zu Trabzonspor hat mich sehr gefreut. Für mich waren die Umgebung und die Atmosphäre neu. Dass er hier ist, hat mir die Eingewöhnung noch leichter gemacht. Hoffentlich werden wir auch bei Trabzonspor gemeinsam unser Bestes geben.“

Fußball als Zuflucht und die persönliche Traumelf
Abseits des Profisports verbringe er seine Freizeit vor allem mit Videospielen oder Filmen und bezeichne sich selbst außerhalb des Platzes als eher ruhigen Menschen. Simsir gewährte Einblicke in sein Innenleben: „Außerhalb des Fußballs spiele ich meistens Videospiele oder schaue Filme. Ein besonderes Hobby habe ich nicht. Abseits des Platzes bin ich etwas ruhiger. Sobald ich aber auf den Platz gehe, verschwinden alle Probleme und Gedanken in meinem Kopf auf einmal. Wenn das Spiel oder das Training vorbei ist, werde ich wieder mit den Realitäten des Lebens konfrontiert. Auf dem Platz zu sein, lässt mich all meine Sorgen vergessen.“
Abschließend stellte der Angreifer seine persönliche All-Time-Bestelf zusammen. In seiner Weltauswahl stehen mit Gianluigi Buffon im Tor sowie Dani Alves, Sergio Ramos, Virgil van Dijk und Marcelo in der Abwehr namhafte Defensivgrößen. Das Mittelfeld besetzt er mit Xavi, Andres Iniesta und Mesut Özil, während der Sturm aus dem Trio Lionel Messi, Luis Suarez und Cristiano Ronaldo besteht.



