Jürgen Klopp erklärt das WM-Aus der Türkei: „Sie konnten auf dem Platz nicht mehr sie selbst sein“
Das frühe Ausscheiden der türkischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 sorgt weiterhin für Diskussionen. Nun hat sich auch Jürgen Klopp ausführlich zur Leistung der Türkei und zu den Gründen für das Aus in der Gruppenphase geäußert.
Der frühere Trainer des FC Liverpool, der inzwischen als Sportdirektor bei Red Bull tätig ist und die Weltmeisterschaft für Magenta TV analysiert, zeigte sich nach der 0:1-Niederlage gegen Paraguay betroffen. Gleichzeitig lieferte er eine psychologische Erklärung dafür, warum die türkische Mannschaft ihr Potenzial bei diesem Turnier nicht abrufen konnte.
„Ich weiß, wie groß die Enttäuschung in der Türkei ist“
Klopp machte zunächst keinen Hehl daraus, wie sehr ihn das Ausscheiden der Türkei persönlich berührt: „Ich bin wirklich sehr traurig. Im Laufe der Jahre habe ich viele türkische Freunde kennengelernt und weiß genau, wie groß ihr Schmerz im Moment ist. Ich weiß auch, mit welcher Begeisterung und welchen Erwartungen die Türkei in dieses Turnier gestartet ist.“
Für den deutschen Trainer steht fest, dass die aktuelle Situation exemplarisch für ein Problem sei, das türkische Mannschaften bei großen Turnieren immer wieder begleitet: „Eigentlich ist das ein sehr klares Beispiel dafür, warum diese außergewöhnlich talentierte Mannschaft bei solchen Turnieren manchmal nicht ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit auf den Platz bringen kann.“

Klopp widerspricht der Kritik an der Einstellung
Nach den Niederlagen gegen Australien und Paraguay wurde vereinzelt die Frage gestellt, ob die Mannschaft möglicherweise nicht entschlossen genug aufgetreten sei. Diesen Vorwurf weist Klopp entschieden zurück: „Jetzt fragen alle nach dem Warum. Manche werden sagen, die Spieler hätten es nicht genug gewollt. Aber jeder, der diese Spiele gesehen hat, kann eine solche Behauptung sofort widerlegen. Man hat deutlich gesehen, dass sie alles geben wollten.“ Für Klopp lag das Problem deshalb nicht im Einsatz oder im Willen der Mannschaft, sondern an einem anderen Faktor, der aus seiner Sicht deutlich schwerer wiegt.
„Der Druck wurde einfach zu groß“
Nach Ansicht des 58-Jährigen spielte vor allem der enorme Erwartungsdruck eine entscheidende Rolle: „Wenn man etwas unbedingt erreichen möchte, vergisst man manchmal den eigentlichen Plan dahinter. Im Fußball reicht es nicht, nur nach vorne zu denken. Man muss gleichzeitig die defensive Stabilität bewahren. Erst dann entsteht die Freiheit, die man auf dem Platz braucht.“
Genau das sei der Türkei nicht gelungen. Besonders das frühe Gegentor gegen Paraguay habe die Mannschaft zusätzlich belastet: „Sie haben sehr früh ein Tor kassiert. Noch bevor sie richtig in das Spiel gefunden hatten, standen sie bereits unter Druck. Am Ende wurde dieser Druck so groß, dass sie auf dem Platz nicht mehr sie selbst sein konnten.“
Klopp sieht ein mentales statt sportliches Problem
Bemerkenswert an Klopps Analyse ist die Tatsache, dass er die Ursachen für das Scheitern nicht in fehlender Qualität, mangelnder Einstellung oder taktischen Defiziten sucht. Vielmehr beschreibt er ein Team, das von den Erwartungen seines Umfelds und der Bedeutung des Turniers regelrecht erdrückt wurde.
Die Aussagen des ehemaligen Liverpool-Trainers liefern damit eine andere Perspektive auf das frühe WM-Aus. Für Klopp besitzt die Türkei weiterhin eine Mannschaft mit außergewöhnlichem Potenzial. Entscheidend sei jedoch, einen Weg zu finden, die hohen Erwartungen künftig in positive Energie umzuwandeln, anstatt sich von ihnen lähmen zu lassen.


4 Kommentare
Nach paar Tagen sitzt bei mir die Niederlage immer noch im Kopf. Nach 24 Jahren hatte ich verdammt Bock auf die WM. Vor allem haben wir nach den Play-Offs die leichteste Gruppe auf dem Papier bekommen und sind einfach gescheitert. Ob der Druck zu hoch war oder was auch immer, man muss sich nach der WM sofort zusammensetzen und es müssen Köpfe rollen. Angefangen bei Montella bis hin zu Hakan Calhanoglu, Merih Demiral und wie sie alle heißen.
Eigentlich bin ich einer der auf der Trainerbank eine gewisse Kontinuität sehen will. Montella hat bei der Nati eine eigentlich gute Statistik. Aber was bei der WM passiert ist und er für Aussagen nach den Spielen getätigt hat, geht gar nicht. Auch ein Hakan Calhanoglu mit seinen Aussagen, dass man den Titel holen will, geht einfach nicht. Was für eine schwachsinnige Aussage!
Auch diese ständige falsche 9 Taktik von Montella sind einfach der Grund, warum es ein Ende haben muss. Ich kann einen BAY oder Kerem dort nicht mehr sehen.
Ein Kap Verde, Iran, Curacao und wie diese Länder auch heißen haben mehr Tore und Punkte als wir gesammelt und das ist es, was mich wirklich enttäuscht und traurig macht. Wir haben eine goldene Generation und sind einfach knallhart gescheitert.
Für mich sind die nächsten Schritte ganz klar, ein Montella muss nach der WM direkt seinen Platz räumen, genau wie ein Haciosmanoglu. Anschließend müssen Spieler wie Hakan Calhanoglu, Merih Demiral, Caglar Söyüncü, Irfan Can Kahveci, Cengiz Ünder und wie diese Graupen auch immer heißen von der Nati abgestoßen werden. Reklam cekmekten futbol oynamayi unutmuslar. Wieso müssen immer vor so einem Turnier solche dummen Videos aufgenommen werden? Ich schaue mir die Südkoreaner an, die selbst im Hotel noch trainieren und unsere Vollidioten drehen TikToks und Instagram Videos. Und gerade dieser Spakko Ismail Yüksek, der irgendeine Tussie bei Insta versehentlich teilt, da sieht man doch, dass die mit was völlig anderem beschäftigt waren. Aber egal, euch wurden Villen versprochen und die bekommt ihr nach dieser WM wahrscheinlich tatsächlich noch. Dort könnt ihr genug Videos drehen und euch Instagram Frauen anschauen.
Der neue Trainer muss definitiv ein ausländischer Coach werden. Es gibt keinen türkischen Trainer der diese Generation anführen kann. Ich habe leider die Befürchtung, dass ein Senol Günes wahrscheinlich diesen Posten bekommen wird.
Guckt euch die Trainer bei der WM an, da ist kaum ein einheimischer Trainer der sein Land führt.
Mit Druck hat das nichts zu tun.
Die Spieler haben kaum trainiert in der Vorbereitung, sind alle nicht fit. Sie haben sich voll fokussiert auf die Prämienverhandlungen.
Zudem haben wir viele Ballons im Team, allen voran die Nr.20 von Inter und Lionel Emre Mor.
Wie viele Meisterschaften und CL Titel als Trainer hast du nochmal gewonnen das du die objektive Analyse eines Welttrainers anzweifelst ?
Du brauchst kein Welttrainer zu sein, um eine eigene Meinung zu haben. Juckt mich überhaupt nicht, wer welche Titel gewonnen hat. The Crying One hat auch etliche Titel gewonnen, dennoch wurde er von Sir Okan kalt gestellt.