Das sportliche Abenteuer in Nordamerika ist für die türkische Nationalmannschaft vorzeitig zu Ende gegangen, hinterlässt jedoch eine Fülle von statistischen Erkenntnissen. Bei der großen FIFA-Weltmeisterschaft 2026 schöpfte Nationaltrainer Vincenzo Montella das personelle Potenzial seines Kaders fast vollständig aus und setzte insgesamt 23 der 26 nominierten Spieler in den drei Vorrundenpartien ein. Die Reise der „Milli Takim“ in der hart umkämpften Gruppe D war von extremen Höhen und Tiefen geprägt. Zum Auftakt setzte es im BC Place Stadium in Vancouver eine bittere 0:2-Niederlage gegen Australien, gefolgt von einem knappen 0:1-Pleite gegen Paraguay im Raum San Francisco. Erst im finalen Gruppenspiel im Los Angeles Stadium ploppte der Knoten beim packenden 3:2-Sieg gegen den Co-Gastgeber USA auf. Trotz des teils versöhnlichen Abschlusses bedeuteten ein Sieg, zwei Niederlagen und drei Punkte am Ende den letzten Tabellenplatz in der Endabrechnung.

Drei Turniertore und eine strapaziöse XXL-Reise quer durch zwei Nationen
Die nackten Zahlen der Torbilanz verdeutlichen das offensive Dilemma, das die türkische Auswahl über weite Strecken der Vorrunde begleitete, während die Logistik den Profis alles abverlangte.
In den drei absolvierten Begegnungen erzielte die türkische Auswahl insgesamt drei Tore, musste im Gegenzug allerdings auch fünf Gegentreffer schlucken. Besonders kurios: Nachdem die Offensivabteilung in den ersten 180 Minuten gegen die Defensivreihen aus Down Under und Südamerika komplett leer ausging, fielen sämtliche Turniertreffer gebündelt im letzten Aufeinandertreffen mit den US-Amerikanern. Die Treffer für die Farben der Halbmond-Nation markierten dabei Arda Güler, Orkun Kökcü (bzw. nach FIFA-Anrechnung des angeschossenen) Baris Alper Yilmaz und der erfahrene Kaan Ayhan. Diese Torjagd war zudem mit enormen Reisestrapazen verbunden. Zwischen den weit auseinanderliegenden Spielorten Vancouver, San Jose und Los Angeles sowie dem ausgewählten Trainingsquartier im Bundesstaat Arizona legte der Tross der Nationalmannschaft insgesamt rund 6.600 Kilometer zurück.

Zwei Dauerbrenner mit Maximalzeit und das bittere Zuschauerdasein der Reservisten
Während zwei absolute Schlüsselspieler unersetzbar für das System des italienischen Cheftrainers waren, erlebten drei Akteure die Endrunde komplett ohne sportliche Berücksichtigung.
Die absolute Maximalzeit auf dem Rasen verbuchten Torhüter Ugurcan Cakir und Ausnahmetalent Arda Güler. Beide Akteure standen in allen drei Gruppenspielen unumstritten in der Startformation und spulten jeweils die vollen 90 Minuten beziehungsweise die komplette Spielzeit inklusive der teils üppigen Nachspielzeiten ab. Ebenfalls das Prädikat Dauerbrenner verdienten sich Abdülkerim Bardakci und Kenan Yildiz, die ebenfalls in sämtlichen Vorrundenbegegnungen auf dem Platz mitwirkten. Weniger Fortune im Kampf um die Plätze hatten dagegen lediglich drei Kaderathleten. Neben den beiden Ersatzkeepern Altay Bayindir und Mert Günok musste auch Innenverteidiger Samet Akaydin über die gesamte Dauer des Turniers mit der ungeliebten Rolle auf der Auswechselbank vorliebnehmen und blieb ohne eine einzige Einsatzminute.

Emre Belözoglu entthront: Arda Güler avanciert zum jüngsten WM-Torschützen
Trotz des schmerzhaften Vorrunden-Auses gab es für die türkischen Fußballfans einen historischen Moment zu bejubeln, der den Beginn einer neuen Ära untermauert.
Mit seinem sehenswerten Treffer im Prestigeduell gegen die US-Boys trug sich Arda Güler unlöschbar in die Geschichtsbücher des türkischen Fußballs ein. Der filigrane Offensivakteur erzielte sein Premieren-WM-Tor im Alter von exakt 21 Jahren und 120 Tagen. Damit krönte er sich offiziell zum jüngsten Torschützen der türkischen WM-Historie. Er löste in diesem Ranking den bisherigen Rekordhalter Emre Belözoglu ab, welcher bei der legendären Weltmeisterschaft im Jahr 2002 im Alter von 21 Jahren und 275 Tagen beim wichtigen Gruppenspiel gegen Costa Rica getroffen hatte.


1 Kommentar
Bester Gruppenletzter aller WM-Gruppen
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„historischer Rekord von Arda Güler“
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65 Torschüsse in zwei Spielen
Man kann sich auch alles schön reden 😂