Das 1:1-Unentschieden zwischen Trabzonspor und RAMS Basaksehir am 30. Spieltag der Trendyol Süper Lig hinterlässt tiefe Wunden bei den Bordeauxrot-Blauen. Trotz einer stabilen Leistung bis in die Schlussphase hinein verpasste es die Mannschaft von Trainer Fatih Tekke, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Mit nun 65 Punkten bleibt der Kampf um die Spitzenplätze zwar aktuell, doch die Enttäuschung über die zwei verlorenen Zähler wiegt schwer. In den emotionalen Interviews nach dem Abpfiff wurde deutlich, wie sehr dieser späte Ausgleich an den Nerven zerrt, zumal das Team bereits in der Vorwoche wichtige Punkte liegen ließ.
Fatih Tekke: Dieser Fehler gehört mir
Trainer Tekke fand nach dem Schlusspfiff deutliche Worte der Selbstkritik und nahm die Last des späten Gegentreffers auf seine Schultern. Es tue ihm sehr leid, da man bis zur letzten Minute extrem nah an den drei Punkten dran gewesen sei, so der Coach. In seiner Analyse gegenüber dem Sender beIN SPORTS gab er unumwunden zu, dass die Spielkontrolle in den letzten Minuten dem Gegner überlassen wurde, was schließlich zum verhängnisvollen Fehler führte. „Alles lief so, wie wir es wollten, aber es war ein Fehler. Dieser Fehler gehört mir“, erklärte Tekke sichtlich mitgenommen. Er betonte, dass das Team zwar in der Produktion und in der Raumaufteilung keine Probleme hatte, die Übergänge zum Ende hin jedoch nicht mehr sauber kontrolliert wurden.
Trotz der bitteren Pille verwies Tekke auf die positive Entwicklung und den Einsatzwillen seiner Schützlinge. Seit 2014 ist er als Trainer tätig und bezeichnete die aktuelle Phase als eine Geschichte, die er nie vergessen werde. „Die Jungs haben es dieses Jahr wirklich gut gemacht. Wie unsere Unterstützer applaudiere ich ihnen“, sagte er mit Blick auf den garantierten vierten Platz. Dennoch konnte er sich eine kritische Bemerkung zur Leistung der Offiziellen nicht verkneifen. Er monierte, dass mindestens sechs bis sieben Situationen gegen Stürmer Paul Onuachu irregulär gestoppt wurden, ohne dass dies sanktioniert wurde. Besonders eine vermeintliche Elfmetersituation bezeichnete er als den entscheidenden Bruchpunkt des Spiels.

Stefan Savic wütet über Schiedsrichter-Entscheidungen
In die gleiche Kerbe schlug Kapitän Stefan Savic, der kein Blatt vor den Mund nahm, als es um die Bewertung der Unparteiischen ging. Savic beklagte eine ungleiche Behandlung und betonte, dass Trabzonspor klare Strafstöße verwehrt blieben, während gegen sein Team oft „sehr billige Strafen“ verhängt würden. Er zeigte sich dennoch stolz darauf, die Binde bei den Adlern von der Schwarzmeerküste zu tragen. Savic blickte bereits optimistisch in die Zukunft und versicherte, dass das Team in der nächsten Saison seinen wahren Einfluss zeigen werde, sobald die aktuellen Investitionen in junge Spieler Früchte tragen. Er erinnerte daran, dass man trotz eines geringeren Budgets im Vergleich zu Rivalen wie Galatasaray, Fenerbahce oder Besiktas eine beachtliche Rolle spiele.

Nwakaeme und Augusto zwischen Trauer und Hoffnung
Auch die Offensivkräfte äußerten sich frustriert über den Spielausgang. Felipe Augusto, der Schütze des Führungstores, gab zu Protokoll, dass das späte Gegentor „sehr traurig“ gewesen sei und er liebend gerne sein Tor gegen die vollen drei Punkte eingetauscht hätte. Die Fans hätten es verdient gehabt, glücklich nach Hause zu gehen. Star-Stürmer Anthony Nwakaeme forderte indes, diesen Tag schnellstmöglich der Vergangenheit angehören zu lassen. Vier verlorene Punkte in zwei Wochen seien eine schlechte Situation, doch im Fußball müsse man nach vorne schauen. „Wir können vier Siege aus den letzten vier Spielen holen, aber es wird nicht einfach sein“, gab Nwakaeme die Marschroute vor. Er forderte volle Konzentration auf das kommende Spiel gegen Samsunspor, um die Saison versöhnlich abzuschließen.
Mittelfeldspieler Christ Inao Oulai ergänzte, dass man trotz der traurigen Lage weiterarbeiten müsse, um die gesteckten Ziele zu verfolgen. Die Enttäuschung in der Kabine sei zwar riesig, doch die Mannschaft werde in den verbleibenden Wochen alles geben, um den Fans weiteren Grund zum Stolz zu liefern. Der Fokus liegt nun auf der Regeneration, um für die kommenden Aufgaben am Montag und im Pokal gerüstet zu sein.


