Türkischer Fußball

Stefan Kuntz: „Yazici vielleicht im Frühjahr wieder“ – Nach Rücksprache mit Pereira auf Kahveci verzichtet


Türkei-Nationaltrainer Stefan Kuntz hat sich vor den letzten beiden WM-Qualifikationsspielen der Türkei gegen Gibraltar (13. November) und Montenegro (16. November) den Fragen von „TRT Spor“-Journalist Ibrahim Kirkayak gestellt. Dabei äußerte sich der 59-jährige Deutsche unter anderem zu den Personalien Yusuf Yazici, Irfan Can Kahveci und Ferdi Kadioglu. Auch gab Kuntz einen Ausblick auf die zwei Partien in der WM-Quali und bewertete zudem die neue Ausländerregelung in der Süper Lig. Stefan Kuntz über…

… über den Endspurt in der WM-Quali:

„Zunächst gilt unsere Konzentration dem Gibraltar-Spiel. Nachdem wir hier unser Ziel erreicht haben, können wir anfangen an Montenegro zu denken. Gegen Gibraltar müssen wir gewinnen und so viele Tore wie möglich erzielen. Denn jeder Treffer erhöht den Druck auf unsere Gegner. Das muss unsere Denkweise sein.“

… über die Problemfelder in der türkischen Nationalmannschaft:

„Ich möchte nicht so sehr in die Vergangenheit schauen und die Situation lieber selbst analysieren. Bislang kann ich sagen, dass weder das Selbstvertrauen noch die mentale Stärke ausreichend waren. Vor allem auf das Thema Selbstvertrauen und Teambuilding lege ich großen Wert. Gegen Lettland haben wir auch schon die ersten positiven Auswirkungen dazu gesehen. Darauf müssen wir aufbauen, weil ich der Meinung bin, dass die drei Punkte gegen Lettland mehr als nur drei Punkte für uns waren.“

… über die Installation von Tugberk Tanrivermis:

„Unser Trainerstab nimmt weiter Konturen an. Coach Tugberk ist hier, weil wir der Meinung sind, dass wir zusammenarbeiten könnten. Zunächst wird er die kommenden zwei Spiele mit uns sein. Aktuell geht es nur um die nächsten beiden Partien.“

… über die Nicht-Nominierungen von Serdar Aziz und Yusuf Yazici:

„Serdar hat bekanntlich eine Augenverletzung hinter sich. Er spricht zwar nicht viel, doch auf dem Platz ist er eine Führungspersönlichkeit. Bezüglich Yusuf habe ich mit ihm selbst und auch seinem Trainer gesprochen. Ich denke, dass er der Mannschaft nur behilflich sein kann, wenn er spielt. Leider hat er in letzter Zeit kaum Einsatzminuten bekommen. Er muss sich zurückkämpfen. Daher glaube ich, dass er uns in unseren Spielen im März eher behilflich sein kann.“

… über die Nominierung von Sinan Bolat:

„Diese Entscheidung haben wir gemeinsam mit unserem Torwarttrainer getroffen. Sinan kann mit dem Ball besser umgehen als Ugurcan Cakir und Altay Bayindir. Solch einen Torwarttyp wollten wir im Team haben. Für Altay haben wir jetzt zusätzlich Ersin Destanoglu nominiert.“

… über die mediale Kritik an Kenan Karaman:

„Kenan spielt bei uns im Sturmzentrum. Ich kann ihn als einen sehr hingebungsvollen Spieler beschreiben. Trotz seines Fingerbruchs wollte er unbedingt spielen und das hat mich beeindruckt. Kenan gibt immer alles und kann dafür sorgen, dass das Team den Ball länger in den eigenen Reihen halten kann.“

… über das Fehlen von Irfan Can Kahveci:

„Diesbezüglich gab es ein Gespräch mit seinem Trainer Vitor Pereira. Daraus resultierend haben wir uns entschieden, ihn nicht zu nominieren. Neben Irfan gibt es noch Getafes Enes Ünal oder Cenk Tosun von Everton. Solange die Leistung stimmt, ist die Tür für jedermann offen. Im März werden die Karten neu gemischt.“

… über die Personalie Ferdi Kadioglu:

„Ich hatte vor einigen Wochen in Riva ein Gespräch mit Ferdi und habe ihm von meinen Plänen erzählt. Es war ein gutes Gespräch. Allerdings hat er noch um etwas Zeit gebeten. Er sagte, dass er sich bis spätestens März entschieden haben wird.“

… über Hakan Calhanoglu beim Mailänder-Derby:

„Hakan hätte auch den zweiten Elfmeter schießen müssen, dann hätte Inter noch gewinnen können. Generell kann ich sagen, dass die türkischen Spieler sehr gerne für ihre Nationalmannschaft und ihr Land spielen. Sie alle möchten die türkische Bevölkerung glücklich machen. Doch all das setzt sie auch unter Druck. Vor allem die Spieler, die im Ausland spielen.“

… über das Teamgefüge der türkischen Nationalmannschaft:

„Jede Mannschaft braucht einen Leader. Burak Yilmaz ist bei uns der typische Leader. Doch es gibt auch andere. Hakan hört man zwar nicht so laut, doch seine Präsenz auf dem Platz zeigt, dass er führen kann. Caglar Söyüncü mit seinen Ansprachen kann ich ebenfalls nennen. Gerne würde ich die Verantwortung auch auf die jüngeren Spieler verteilen, damit sie sich weiterentwickeln können. Auch von den Torhütern verlange ich Führungsqualitäten. Das ist mir sehr wichtig.“

… über die Ausländerregelung:

„Als diese Idee ins Leben gerufen wurde, hatte man mit Sicherheit das Ziel, die jungen Spieler zu fördern. Davon bin ich überzeugt. Doch man muss sich wirklich sämtliche Aspekte vor Augen führen, alle Argumente austauschen und sich in der Mitte treffen. Mit der bloßen Veränderung einer Ausländerregelung wird man die Ziele nicht erreichen. Ich bin aber noch zu kurz hier, um mir ein endgültiges Urteil erlauben zu können.“

… über die unterklassigen Ligen in der Türkei:

„Darauf lege ich großen Wert. Bei der U21 von Deutschland kamen die meisten Spieler aus der zweiten Bundesliga. Vor allem den Vereinen, die mit Jugendakademien arbeiten, möchte ich Besuche abstatten und mir auch ihre Spiele ansehen. Aber auch meine Assistenten werden das machen. Das wird nicht nur meine Aufgabe sein.“





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